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© stevekrh19, sxc.hu

Bilder für Webgalerien vorbereiten

Abgestempelt

Ansprechend aufbereitete Bildergalerien im Internet werten jede Homepage auf. Damit sich nicht andere mit den eigenen Fotos schmücken, nutzen Sie das kleine Programm Phatch und dessen raffinierte Manipulationsmöglichkeiten.

Social Networks befördern die Tendenz, Bekannten, Freunden und Verwandten Einblicke in das eigenen Leben zu geben. Wer zeigt nicht gern der weit entfernt lebenden Oma oder dem Onkel in den USA die Bilder der letzten Südseereise oder des neu erworbenen Sportwagen? Doch für manchen Nutzer von Facebook, MySpace und Co. kommt das böse Erwachen, wenn die eigenen Fotos plötzlich im Internet auf fremden Webseiten auftauchen – ohne Einverständnis, versteht sich.

Besonders ärgerlich ist es, wenn Ihre private Bilder in kommerziellen Produkten zum Einsatz kommen, ohne dass Sie damit einverstanden wären. Sitzt der Bilderdieb dann noch im Ausland, verlaufen rechtliche Ansprüche oft im Sande. Doch es geht viel einfacher: Um Ihre Fotos für die Webgalerie gegen Diebstahl zu sichern und zugleich für den Betrachter attraktiv zu gestalten, benötigen Sie lediglich das freie PC-Betriebssystem Linux und das Software-Trio Gimp, Imagemagick und Phatch.

Geheimniskrämerei

Um dem Bilderklau im Internet den Garaus zu machen, haben findige Programmierer mehrere Methoden entwickelt: Die Steganografie bettet mithilfe von Farbmanipulationen Texte in Bilder ein, die beim Decodieren des Fotos wieder im Klartext erscheinen.

Damit ließe sich theoretisch im Streitfall der rechtmäßige Urheber eines Bildes ermitteln. Pech haben Sie jedoch, wenn der Dieb das Foto durch Farbmodifikationen oder Skalieren verändert: In einem solchen Fall ist es meistens unmöglich, den in das Bild eingebetteten Text korrekt zu rekonstruieren.

Weniger raffiniert, dafür aber umso auffälliger fallen deutlich sichtbare Wasserzeichen aus, die sich meist in einer Ecke oder am Rande des Bilds befinden. Schneidet jemand allerdings das Wasserzeichen durch die in jeder brauchbaren Bildbearbeitungssoftware vorhandene Crop-Funktion ab, so fällt auch hier der Nachweis über die Herkunft des Bildes schwer.

Diesem Manko hilft ein Wasserzeichen ab, das sich diagonal über das gesamte Foto erstreckt. Das macht aber gleichzeitig die Bilder unansehnlich. Hier springt Phatch mit seinen präzisen Bearbeitungsmöglichkeiten in die Bresche.

Installation mit Tücken

Der Bildbearbeitungsbolide Gimp findet sich heute im Standardumfang nahezu jeder Linux-Distribution. Auch Imagemagick, das als eines der besten Programme zum Bearbeiten von Rastergrafiken weit über den Linux-Äquator hinaus Bekanntheit genießt, liegt ebenso wie das Mauerblümchen Phatch (das Kürzel steht für "Photo Batch Processor") bereits seit vielen Versionen in den Repositories der meisten großen Distributionen. Daher droht bei der Installation keine aufwändige manuelle Kompilation; es reicht der Griff zu Synaptic, YaST und Co.

Die Bildbearbeitungssoftware Phatch steht zusätzlich in der jeweils neuesten Version für Debian- und Ubuntu-Varianten im Web [1] bereit. So finden Sie hier das lediglich rund 4,4 MByte umfassende, derzeit aktuelle Release 0.2.7 für alle Ubuntu-Versionen ab "Hardy Heron". Sofern Sie mit Fedora, Mandriva oder einem davon abgeleiteten Derivat arbeiten, finden Sie bei Pbone.net [2] das Passende.

Da die älteren Debian- und Ubuntu-Systeme nicht die aktuellste Version von Phatch mitbringen, sollten Sie das entsprechende DEB-Paket von der Projektseite herunterladen und installieren. Bei diesen Betriebssystemen und deren Derivaten zieht das Paketmanagement die von Phatch benötigten Programme beim Einsatz des grafischen Tools Gdebi automatisch nach, so dass keine manuellen Arbeiten anfallen.

Leider hat sich bei der Installation unter Ubuntu 8.04 LTS und dessen Ableitungen ein Fehler ins DEB-Paket von Phatch eingeschlichen: Bei der Installation sowohl über Gdebi als auch über Dpkg auf der Kommandozeile bricht die Routine mit dem Hinweis auf nicht erfüllte Abhängigkeiten ab. Konkret vermisst das System das Paket libtiff-tools_3.8.2-7ubuntu3.4_i386, das sich nicht in den Repositories von Ubuntu befindet.

Installieren Sie stattdessen das via Web [3] in der Sektion hardy-updates erhältliche Paket libtiff-tools_3.8.2-7ubuntu3.6_i386, so gelingt anschließend die Phatch-Installation ohne weitere Probleme. Danach erscheinen unter Gnome im Menü Anwendungen | Grafik die beiden Einträge Phatch Foto-Stapelverarbeiter und Phatch Image Inspector. Während der Image Inspector zur Modifikation der EXIF- und IPTC-Metadaten von Bildern dient, nehmen Sie die eigentlichen Bildveränderungen mit dem Stapelverarbeiter vor.

Los geht's mit Gimp

Um einen Copyright-Vermerk oder einen Namenszug in ein Bild einzubetten, entwerfen Sie zuerst einen entsprechenden Schriftzug. Schnell und einfach erledigen Sie dies mit Gimp: Nach dem Start des Programms öffnen Sie im Menü Extras das Untermenü Logos. Gimp präsentiert Ihnen nun eine stattliche Anzahl vorgefertigter Logos mit entsprechenden Effekten. Auffällige und verspielt wirkende Schriftzüge eignen sich nur wenig für einen Copyright-Vermerk; wählen Sie hier eher einen schlichten Logo-Stil wie Glänzend oder Chrom aus. Dann geben Sie im sich öffnenden Fenster den gewünschten Text ein und stellen zusätzlich Art und Größe der Schrift ein (Abbildung 1).

Abbildung 1: In Gimp fertigen Sie im Handumdrehen ein eigenes Logo an.

Damit der Schriftzug später im Bild nicht mit einem unprofessionell wirkenden weißen oder schwarzen Kasten hinterlegt ist, sorgen Sie für einen transparenten Hintergrund. Phatch bietet zwar die Option, die Deckkraft eines Bildes auf einem anderen einzustellen, aber ein nicht transparenter Hintergrund zeigt sich bei verminderter Deckkraft trotzdem, wenn auch mit abgeschwächter Farbintensität.

Um den Schriftzug ohne Hintergrundfarbe darzustellen, wählen Sie im Bearbeitungsfenster von Gimp aus dem Menü Farben den Punkt Farben zu Transparenz .... Im sich öffnenden Auswahlfenster Farbe zu Transparenz klicken Sie – um die gewünschte Farbe ohne aufwendiges manuelles Einstellen auszuwählen – auf den breiten mittigen Farbbalken.

Es öffnet sich das Fenster Auswahl der Transparenzfarbe, in dem Sie unten rechts ein kleines Pipettensymbol finden. Nach einem Linksklick darauf markieren Sie im Bearbeitungsfenster mit dem Schriftzug mittels der Pipette exakt jene Farbe per Mausklick, die Gimp durchsichtig darstellen soll. Nach zweimaligem Bestätigen über die Schaltfläche OK wandelt Gimp die Farbe um. Sie erkennen anschließend den transparenten Hintergrund Ihres Schriftzuges an einem grauen Karomuster (Abbildung 2).

Abbildung 2: Transparente Hintergründe erkennen Sie daran, dass Gimp in diesen Bereichen den Hintergrund des Fenster (Karomuster) anzeigt.

Entspricht der Schriftzug Ihren Vorstellungen, dann speichern Sie ihn als PNG-Datei. Gimp führt dabei die verschiedenen Bildebenen nach einer Sicherheitsabfrage automatisch zusammen. Nun steht Ihr Wasserzeichen zum Einbetten in die Fotos bereit.

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