Immer günstigere Onlinezugänge selbst im Mobilfunkbereich erlauben heute die Arbeit von jedem erdenklichen Ort aus: Eigentlich benötigt man nur noch einen Laptop mit Browser sowie einen Internetzugang, um jederzeit und überall sein virtuelles Büro zu betreiben. Teuere Software und ein betreuungsintensives Computernetzwerk tauscht man dabei gegen vorkonfektionierte Onlinelösungen ein, die es für kleinere und unaufwändige Projektgruppen meist sogar kostenfrei gibt.
Vier dieser virtuellen Büroräume nehmen wir für Sie genauer unter die Lupe und klären, wie alltagstauglich die oft noch als Beta bezeichneten Angebote bereits arbeiten. Außerdem interessiert uns, wie leicht eine kleinere Projektgruppe zueinander findet, ohne externe Software wie Chat- oder E-Mail-Programme zu bemühen.
Die Kandidaten
Neben der wohl bekanntesten Lösung von Google [1] bietet sich als Alternative das in den letzten Jahren stark gewachsene Zoho.com [2] an. Beide Suiten basieren auf Ajax-Technologie, die dafür sorgt, dass Internetseiten mit HTML und Javascript wie eine Desktopoberfläche aussehen.
Auf Java basiert dagegen Thinkfree Online [3] der südkoreanischen Firma Hancom. Die Koreaner treten bereits seit geraumer Zeit mit ihrer – zumindest in Asien – recht verbreiteten Bürosoftware Hancom Office in Erscheinung. Neben der Büroarbeit im Browserfenster setzt Hancom vor allem auf die Verbindungsaufnahme zu Android-Smartphones, Apples iPhone und der Windows-Mobile-Plattform.
Adobe benutzt das hauseigene Adobe Flash für seinen Auftritt und versucht der Öffentlichkeit zu beweisen, dass die durch Sicherheitslücken unter Druck geratene Softwarebasis nicht nur für Filmchen und einfache Spiele taugt.
Google Docs
Die bekannteste Idee, Bürosoftware in einen Browser zu integrieren, stammt von Google. Das Unternehmen wuchs durch die allseits beliebte Suchmaschine und den für damalige Verhältnisse revolutionären E-Mail-Dienst Google Mail zu einem unverzichtbaren Giganten der Internetwelt. Nun schickt sich die Firma an, alle wichtigen Computertätigkeiten von bezahlter und stationär installierter Software in das Internet zu verlagern.
Googles Büropaket namens Google Docs wuchs mittlerweile auf fünf Dienste an. Neben den Butter- und Brot-Applikationen, die der Suite den deutschen Namen "Google Text & Tabellen" eintrugen, finden Sie auch eine Software für Präsentationen und das neue Zeichenprogramm Drawings. Mit Formular erstellen Sie äußerst intuitiv Abfragen für optionale Antworten.
Nach dem Login mittels Ihres Google-Accounts wählen Sie in der obersten Seitenzeile Text & Tabellen, um zum Bürodesktop zu gelangen. Google sammelt alle Ihre Daten und Möglichkeiten in einem äußerst übersichtlich gehaltenen Dateimanager (Abbildung 1). Haben Sie sehr viele Dateien in unterschiedlichsten Ordnern der Google-Wolke anvertraut und greifen obendrein noch auf freigegebene Projekte anderer Mitglieder zu, hilft das Filtern nach verschiedenen Auswahlkriterien dabei, den Überblick zu behalten. In der linken Navigationsleiste sortieren Sie den Datenwirrwarr nach aussagekräftigen Gesichtspunkten, ohne für jedes Problem eine eigene Ordnerstruktur zu erstellen.
Die integrierte Suchfunktion durchforstet nicht nur Ihre persönlichen Dateien, sondern schlägt auch passende Vorlagen für ein neues Dokument vor. Freigaben erfolgen nach drei Prinzipien: Sie geben die Datei allgemein frei, so dass jedermann, der den angezeigten Link kennt, auch Zugriff auf das Dokument erhält. Dabei legen Sie fest, ob die fremde Person Ihre Datei nur ansehen oder auch bearbeiten darf. Erscheint eine so allgemeine Freigabe unangebracht, geben Sie die Informationen nur einem ausgewähltem Publikum preis, das Sie dazu per E-Mail einladen. Über Ihr Google-Mail-Konto versenden Sie die Datei bei Bedarf auch gleich direkt an den gewünschten Adressaten.



