Vierradantrieb
Core i7 Laptop mit Blu-ray-Brenner
Burn, Blu-ray, burn
Als einer der ersten Laptops integriert das Aspire 8942G einen Blu-ray-Brenner im Slimline-Format: den Matshita BD-MLT UJ240AS, der im freien Handel alleine schon 200 Euro kostet. Er liest und schreibt nicht nur Single-Layer-BDs mit sechsfacher Geschwindigkeit, sondern auch CDs (24x), DVDs (8x), DVD-DLs (4x), Dual-Layer-BDs (4x) und BD-REs (2x).
Gerade Linux-Anwendern nützt dieser Brenner deutlich mehr als ein nur lesefähiges Blu-ray-Laufwerk: Deren Einsatzspektrum schränkt momentan das Fehlen von Blu-ray-Playersoftware für Linux sehr ein. Mit dem Matshita brennen Sie bis zu 50 GByte an Daten in einem Rutsch weg. Obwohl die meisten Linux-Brennprogramme immer noch nur CD und DVD erwähnen, unterstützen alle auch das Brennen auf Blu-ray – egal ob Nero 4 [3], Brasero, K3b oder das Brennprogramm von Nautilus. Letzteres identifiziert beim Einlegen eines BD-Rohlings diesen vorbildlich als solchen und fragt, was man denn darauf brennen möchte.
Wollen Sie Video-BDs brennen, müssen Sie zu Nero Linux 4 greifen: Bei der kommerziellen Software handelt es sich um das einzige uns derzeit bekannte Linux-Brennprogramm, in dem Sie die notwendige UDF-Version einstellen können – für Video-BDs (und deren DVD-Version AVCHD) ist UDF 2.5 zwingend vorgeschrieben. Nero warnt zwar beim Einstellen von UDF 2.5, dass Linux dies nicht brennen könne, doch das dürfen Sie getrost ignorieren. Wahrscheinlich handelt es sich bei der Meldung um ein Relikt aus der Zeit vor Kernel 2.6.26, der erstmals UDF 2.5-Unterstützung integrierte. Im Test brannten wir mit Nero 4 problemlos eine Blu-ray mit UDF 2.5.
Dagegen erstellt selbst das Paket udftools [4] Disk-Images bestenfalls in UDF-Version 2.01. Beim darin enthaltenen Programm mkudffs bestimmen Sie über den Parameter --udfrev=0x0201 die UDF-Version (0x0201 entspricht der maximal möglichen Version 2.01). Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf auf Linux-Seite.
Fazit
Das Aspire 8942G ist nicht billig, bietet aber auch viel fürs Geld. Selbst Desktop-Arbeiter, die des öfteren ordentlich Leistung abrufen müssen, unterliegen mit diesem Gerät keinen Einschränkungen. Der integrierte Blu-ray-Brenner bietet erfreulichen Mehrwert. USB 3.0 wäre allerdings in einem Laptop dieser Preisklasse zu erwarten, muss ein solcher doch üblicherweise einige Jahre halten.
Unbefriedigende Leistung zeigt lediglich der Grafikchip Radeon HD 5850, der eigentlich zur absoluten Oberklasse gehören sollte, sich aber kaum von Midrange-Chips vom letzten Jahr absetzt. Auch die Akkulaufzeit liegt enttäuschenderweise nicht über jener vergleichbarer Laptops mit dem betagten CPU-Vorgänger Core 2 Quad.
Momentan empfiehlt sich für das sehr leise Gerät Ubuntu 10.04, denn nur damit funktioniert die Grafik reibungslos – außerdem entfaltet erst hier der Core i7 sein volles Leistungspotenzial. Bis auf wenige Hardwarekomponenten, bei denen sich das verschmerzen lässt, läuft unter Ubuntu 10.04 alles Wichtige.
Infos
[1] ALSA-Homepage: http://alsa-project.org
[2] Test HP Pavilion dv7: Daniel Kottmair, "Groß und günstig", LinuxUser 09/2009, S. 78, http://www.linux-community.de/artikel/19261
[3] Nero Linux 4: http://www.nero.com/deu/linux4.html
[4] UDFtools: http://sourceforge.net/projects/linux-udf/



