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Rasend schnell

Alltagstaugliche Mini-Distribution

Exotische Software

Detailliertere Einstellmöglichkeiten – und die im Softwarefundus der Live-CD befindlichen Programme – finden Sie nach einem Klick auf das rote Slitaz-Icon ganz links in der Panelleiste am unteren Displayrand. Hier steht eine stattliche Softwareauswahl aus verschiedenen Untergruppen bereit.

Dabei fallen sofort einige ungewöhnliche Anwendungen ins Auge: So präsentiert zum Beispiel das Menü Internet den als Netznavigator bezeichneten Webbrowser Midori. Zu Unrecht kaum bekannt, handelt es sich bei Midori um einen ähnlich rasanten Browser wie Dillo, der jedoch deutlich mehr Standardfunktionen mitbringt. So kennt Midori unter anderem Tabbed Browsing, Erweiterungen, Lesezeichen und auch eine Chronik. Versehentlich geschlossene Tabs holen Sie per Mausklick zurück. Durch unterschiedliche Sicherheitseinstellungen steuern Sie den Umgang mit Cookies und Proxy-Servern entsprechend Ihren Bedürfnissen.

Neben Midori offeriert Slitaz im Bereich der Netzwerkdienste und -applikationen einige aus dem Gnome-Fundus entliehene Programme sowie diverse Kommunikationssoftware für die Teilnahme an Social Networks. Mit Osmo liegt ein kleiner, aber für den täglichen Gebrauch bestens geeigneter Personal Information Manager bei, und mit Burnbox ein intuitiv zu bedienendes CD- und DVD-Brennprogramm. Beim Dateimanager setzen die Entwickler auf PCMan in Version 0.5.2, der eine ähnliche Oberfläche wie Nautilus oder Thunar bietet, jedoch beide in Sachen Tempo abhängt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Trotz geringem Umfang bringt die Distribution Slitaz eine Menge Software mit.

Während die vorgegebene Auswahl an multimedialen Programmen zwar die Grundbedürfnisse befriedigt, jedoch aufwendige Arbeiten wie Videoschnitt oder Audio-Encoding nur in sehr engen Grenzen zulässt, zeigt sich Slitaz im Bereich der Systemtools gut ausgestattet: So finden Sie hier nicht nur die üblichen Programme wie einen Partitionseditor, den Paketmanager und Werkzeuge zur Prozessverwaltung, sondern auch Software, mit der Sie eine modifizierte Live-CD zusammenstellen oder ein USB-Stick mit Slitaz bootfähig einrichten.

Als besondere Goodies fallen jedoch im Menü System Tools die diversen "Boxen" ins Auge, mit deren Hilfe Sie weite Teile der Systemkonfiguration über einheitlich zu bedienende grafische Tools erledigen (Abbildung 2). Zur Kategorie der kleinen Helfer gehören unter anderem:

  • die Control Box zur Konfiguration grundlegender Einstellungen beim Login und der Lokalisation,
  • Manage servers für das Verwalten der Dienste,
  • Configure networking und Wireless networks connections, mit deren Hilfe Sie die Netzwerkkonfiguration anpassen, sowie
  • Mount devices, mit dem Sie bequem Laufwerke ein- oder aushängen.

Abbildung 2: Verschiedene "Boxen" bilden einen Pool an Konfigurationstools.

Trickreich

Um den Speicherbedarf der Distribution nicht aufzublähen, greifen die Entwickler auf einen Trick zurück: Ressourcenhungrige Programme lädt das System per Download aus dem Repository nach, sobald Sie diese benötigen. Daher arbeiten einige Menüeinträge quasi als Placebo: Klicken Sie diese an, startet der Installer, und nach Erlangen administrativer Rechte lädt er das betreffende Paket aus dem Internet nach und richtet es ein.

Auf diese Weise ziehen Sie Boliden wie das Bildbearbeitungsprogramm Gimp oder auch die aus der Gnome-Welt bekannten Büroanwendungen Abiword und Gnumeric nach. Auch das Browser-Plugin Gecko-Mediaplayer, das in Slitaz für das Betrachten von Videos und Filmen verantwortlich zeichnet, gelangt so ins System.

Um die Nutzer anzusprechen, deren Computermodell mangels LAN- oder WLAN-Karte keinen Netzzugang hat, haben die Entwickler einen weiteren Trick aus dem Hut gezaubert: Der komplette Inhalt der Repositories steht als ISO-Image im Internet bereit [3]. Das erlaubt es, dieses als Offline-Repository auf DVD zu nutzen.

Die Repositories des stabilen Zweigs umfassen etwa 1,5 GByte. Hier finden Sie auch für die sogenannte Cooking-Version (den Development-Snapshot) ein eigenes ISO-Image von etwa 30 MByte Größe sowie ein ISO-Image für das passende Repository, das wie die Sammlung der stabilen Variante einen Umfang von etwa 1,5 GByte hat.

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Kommentare
Bootfähiger USB-Stick - Randthema
Dieter Drewanz, Samstag, 24. Juli 2010 18:07:25
Ein/Ausklappen

1) Leider ist oftmals die Bootfähigkeit bei den USB-Sticks nicht auf den Verpackungen angeben.
Unter den USB-Sticks, die zugleich USB 1.0, 1.1 und 2.0 unterstützen (ab Win 98SE oder auch Mac OS/Linux angeben), befinden sich die meisten bootfähigen USB-Sticks.

2) Besonders praktisch sind USB-Sticks, die so klein sind, dass diese nur wenig überstehen (z.B. Intenso micro line). Beim Einpacken des Netbooks muss daher der Stick nicht unbedingt abgezogen werden. Der Nachteil, ist allerdings, dass der Stick die Abwärme (vor allem bei hohen Datenraten) nicht so gut weg bringt. Verstärkt wird das noch, wenn sich der USB-Anschluss an einer warmen Seite vom Notebook befindet. Der Stick kann dadurch früher ausfallen. Beim eeepc 1005 ist dies der USB-Anschluß auf der linken Seiten neben VGA und Netzteil-Anschluß, der daher nicht für Mini-USB-Sticks verwendet werden sollte.



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