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© Jana_koll, sxc.hu

Planspiele

Wohnungen zeichnen und einrichten mit Sweet Home 3D

15.06.2010
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Mit Sweet Home 3D bringen Sie Ihr Zuhause vom Grundriss in die dritte Dimension. So erhalten Sie einfach und schnell einen Überblick über Raumsituation und Platzbedarf für Möbel.

Umzug, neue Möbel oder einfach Lust auf was Anderes – es gibt viele Gründe, die Aufteilung eines Wohnbereichs neu zu planen. Passt der Sekretär noch ins Wohnzimmer oder findet er künftig im Flur seinen Platz? Spätestens, wenn Sie das Lineal zücken und Bleistifte spitzen, lohnt sich die Frage, ob ein digitales Planungstool nicht angebrachter wäre.

Mit Sweet Home 3D [1] zeichnen und möblieren Sie ohne Vorkenntnisse Räume und Wohnungen – und nicht nur das: Die Software erstellt aus einem Grundriss eine dreidimensionale Ansicht, um Ihnen bereits vor dem Möbelrücken eine Idee davon geben, wie die Wohnung künftig aussieht.

Installation

Prinzipiell gibt es zwei Wege, um Sweet Home 3D zu installieren: Über den Link Java Web Start auf der Homepage direkt aus dem Browser heraus oder über eine Installationsdatei, die Sie unter Download Sweet Home 3D installer [2] zuerst herunter laden müssen. Die lokale Installation bietet Performancevorteile, also empfiehlt es sich, den Download in Anspruch zu nehmen. Es stehen eine 32-Bit- und eine 64-Bit-Version bereit. Entpacken Sie die Installationsdatei in ein Verzeichnis Ihrer Wahl, und Sweet Home 3D ist schon betriebsbereit.

Die Software setzt Java in Version 5 oder 6 voraus. Zum Rendern des 3D-Modells braucht es auch eine halbwegs aktuelle Grafikkarten mit neuen Treibern. Beim Start auf einem älteren Rechner brach der Start mit der Meldung GLX version 1.3 or higher is required ab. Auf der Homepage gibt es einen Link zu einer älteren Version der Software, die der Hersteller zusätzlich anbietet. Startet auch diese nicht auf Ihrem Rechner, besteht laut Unternehmen keine Möglichkeit, das Programm auf der fraglichen Hardware zu betreiben.

Grundsätzlich braucht es keine Java-Installation für den Betrieb des Programms. Die Entwickler haben eine Laufzeitumgebung ins Installationspaket integriert. Ein wesentlich kleineres Paket auf der Homepage mit rund 15 MByte enthält nur die eigentliche Software und nutzt dann eine native Java-Installation. Der Begleittext rät aber aus verschiedenen Gründen von dieser Variante ab: Sie richtet sich in erster Linie an Entwickler.

Den Grundstein legen

Führen Sie die Datei SweetHome3D über eine Konsole oder per Doppelklick aus, um die Software zu starten. Die Applikation begrüßt Sie mit einem leeren Plan, den Sie nun mit Leben füllen. Das Interface teilt sich in vier Bereiche auf (Abbildung 1). Oben links finden Sie Objekte wie Möbel, Türen und Fenster nach Kategorien in einem Möbelkatalog eingeordnet, um den Grundriss nachher zu veredeln. Diesen erstellen Sie im Bereich oben rechts, wo Sie die wesentlichen Arbeiten verrichten. Die beiden unteren Abschnitte füllen sich erst dann richtig mit Leben, wenn Sie Wände zeichnen und Objekte auf dem Grundriss ziehen.

Abbildung 1: Im Planungsbereich oben rechts zeichnen Sie den Grundriss. Die 3D-Ansicht zeigt das Ergebnis, das Sie bei Bedarf über die grünen Pfeilsymbole drehen.

Fangen Sie zunächst damit an, den Grundriss für das Objekt zu erstellen (siehe Kasten "Zeichnen nach Vorlage"). Hier empfiehlt es sich, ein wenig voraus zu denken: Planen Sie zum Beispiel eine komplette Wohnung mit 200 Quadratmetern und Zwischenetage vollmöbliert in einem Plan unterzubringen, reizt das die Hardware-Ressourcen möglicherweise schnell aus. Beginnen Sie also zunächst mit einem Raum und speichern diesen separat ab. Arbeitet dass Programm ruckelfrei, fügen Sie einen weiteren hinzu.

Zeichnen nach Vorlage

Haben Sie einen Grundriss in digitaler Form zur Hand, können Sie diesen importieren und im Hintergrund der Zeichnung verankern. Anschließend zeichnen Sie die Wände und Türen einfach nach. Klicken Sie dazu im Menü Plan auf Hintergrundbild importieren, um den Hintergrundbild Assistenten zu öffnen.

Im ersten Schritt wählen Sie das Bild mit dem Grundriss aus, im zweiten müssen Sie den Maßstab des Bildes bestimmen. Dazu legt Sweet Home 3D eine Linie über das Vorschaubild des Grundriss. Die Länge der Linie passen Sie an eine Ihnen bekannte Länge auf dem Grundriss an. Danach legen Sie fest, an welcher Position Sie das Bild in Ihrem Plan platzieren möchten. Der Einfachheit halber belassen Sie es bei den vorgegebenen Koordinaten. Ein Klick auf Fertig beendet den Import.

Auf den Grundriss setzen Sie zunächst die Wände. Das entsprechende Werkzeug finden Sie in der Menüleiste rechts neben dem Handsymbol oder über das Menü Plan | Wand erstellen. Platzieren Sie den Mauszeiger an die entsprechende Stelle im Planungsraster und klicken Sie, um den Startpunkt festzulegen. Ziehen Sie nun den Mauszeiger an die Stelle für die nächste Ecke und klicken Sie erneut.

Jetzt ist die erste Wand fertig, aber Sie können gleich weitermachen. Erst über einen Doppelklick oder den Druck auf [Esc] beenden Sie die Funktion. So zeichnen Sie in einem Zug alle Wände eines Raumes. Die Länge der jeweiligen Mauern zeigt die Software während des Aufziehens an. Das Resultat erscheint bereits während des Zeichnens in der 3D-Ansicht.

Im Anschluss passen Sie die Wände Ihren Wünschen entsprechend an. Dazu rufen Sie die Eigenschaften jeder Wand per Doppelklick oder über den Menüeintrag Plan | Wände editieren auf (Abbildung 2). Es öffnet sich der Dialog Mauer ändern. Möchten Sie mehrere Räume gestalten, nutzen Sie die Eigenschaften in den Bereichen Startpunkt und Endpunkt, um zum Beispiel sicherzustellen, dass die Wände zweier Räume im Plan wirklich genau aneinander liegen, oder um einfach die Länge einer Wand manuell anzupassen. So gleichen Sie Ungenauigkeiten beim Positionieren mit der Maus geschickt aus.

Abbildung 2: Für jedes Objekt im Plan öffnen Sie per Doppelklick einen Eigenschaftsdialog. So passen Sie zum Beispiel eine Mauer an eine Dachschräge über Neigende Mauer an.

Mögen Sie es gerne bunt, färben Sie die Wänden über die entsprechenden Felder ein und wählen bei Bedarf eine Textur aus, um einen Wandputz zu simulieren. Eine im Vergleich zu Farben und Texturen ungleich wichtigere Eigenschaft ist die Höhe der Wand. Zeichnen Sie zum Beispiel gerade ein Zimmer im Altbau ohne Dachschrägen, wählen Sie alle Wände aus und legen dann im Dialog Mauer ändern die Deckenhöhe fest.

Sweet Home 3D kommt aber auch mit Dachschrägen zurecht. Im Bereich Höhe des Dialogs Mauer ändern wählen Sie dazu das Feld Neigende Mauer aus. Legen Sie nun fest, bei welcher Höhe die Wand beginnt und bei welcher Sie aufhört, und tragen Sie die entsprechende Werte in die dafür vorgesehenen Felder ein.

Haben Sie auf einem importierten Grundriss zunächst die Wände gesetzt, verwandeln Sie nun das Objekt in einen fertigen Raum, indem Sie das Werkzeug Plan | Raum erstellen auswählen und nacheinander in jede Ecke des Raumes klicken. Zur einfachen Navigation verändert sich der Mauszeiger zu einem transparenten, grauen Kreis, sobald Sie sich direkt in einer Ecke befinden. Drücken Sie [Esc], nachdem Sie alle Ecken markiert haben, oder klicken Sie alternativ doppelt auf die Wand, die einen Raum umgibt. Das Programm zeigt dann die Größe der Fläche des Raumes an.

Wände verschieben

Möchten Sie beispielsweise nachträglich einen kleinen Erker in eine Wand einfügen, klicken Sie auf den entsprechenden Wandabschnitt und wählen aus dem Kontextmenü Wand teilen. Das wiederholen Sie so lange, bis genügend Teilstücke für die Änderung vorliegen. Ziehen Sie die Teile dann in die richtige Position. Haben Sie schon einen Boden zum Raum hinzugefügt, löschen Sie diesen und fügen einen neuen hinzu. Das erledigen Sie über den Menüpunkt Plan | Raum erstellen und einen Doppelklick auf die umgebende Mauer.

Über den Dialog Plan | Räume ändern geben Sie dem Raum einen Namen und ordnen ihm einen Bodenbelag zu. Setzen Sie das Häkchen bei Boden anzeigen und wählen Sie über die Buttons neben Farbe oder Textur die Farbe für den Bodenbelag und eine Oberflächenstruktur aus.

Jetzt fehlen nur noch Türen und Fenster. Das Einfügen dieser Elemente funktioniert genau so wie das Einfügen von Möbeln: Über den Fensterbereich oben links suchen Sie das passende Element aus. Klappen Sie dazu die Baumstruktur unter Türen und Fenster auf und ziehen Sie das Objekt mit an die gewünschte Stelle im Grundriss. Je nachdem, wie Sie den Mauszeiger positionieren, verändert sich der Anschlag am Türrahmen und die Öffnungsrichtung der Tür. Um zum Beispiel die Maße der Tür anzupassen, müssen Sie wie bei Wänden doppelt auf die Tür klicken oder wählen im Menü Mobiliar | Ändern, um den Dialog Mobiliar ändern aufzurufen.

Türen, Fenster und auch Möbel erscheinen nach dem Einfügen in der Möbelliste unten links im Programmfenster. Dort sehen Sie die genauen Maße der Elemente. Damit Sie in Ihrem Modell nicht den Überblick verlieren, können Sie zudem in der Spalte Sichtbarkeit das jeweilige Objekt ausblenden, indem Sie über den Eigenschaften-Dialog den Parameter Sichtbar ändern.

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