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© Jean Scheijen, sxc.hu

Sechs-Kern-Prozessoren von AMD und Intel

Rauchende Cores

Nach Dual- und Quadcore gibt es nun Hexacore für den Desktop. Sechs Kerne wollen nun ausgelastet werden, was sich als gar nicht so leicht erweist.

Nachdem die CPU-Hersteller vor einigen Jahren nicht mehr weiter an der MHz-Schraube drehen konnten, begann die Ära der Mehrkern-Prozessoren. Ursprünglich von IBM für Großrechner erfunden, sind Mehrkern-CPUs inzwischen auch auf dem PC der Standard. Längst treiben Doppelkerne die Mehrzahl aller verkauften Rechner an, und selbst Quadcore stellt schon lange keine Nische mehr für ständig leistungshungrige Spieler und Workstation-Benutzer dar: Vierkern-Prozessoren wie der Athlon X4 wandern schon für unter 100 Euro über den Ladentisch.

Intel läutet nun mit dem ersten Desktop-Sechskern Core i7 980X Extreme Edition, Codename "Gulftown", eine ganz neue Runde ein. Die 9 als erste Ziffer der Modellbezeichnung und der Namenszusatz "Extreme Edition" verraten schon: Dies ist ein Chip für die teureren X58-Systeme mit LGA1366-Sockel.

Laut Intel bleiben sechs Kerne vorerst auch exklusiv für LGA1366-Systeme: Da sechs Kerne auch mit Daten gefüttert werden wollen, bieten die drei DDR3-Speicherkanäle in X58-Systemen die beste Lösung. Das dürfte Early Adopters freuen, die bei der Vorstellung der ersten "Bloomfield"-Core-i7 [1] eines der teuren Systeme kauften. Bei den kurz nach Bloomfield veröffentlichten "Lynnfield"-Core-i7 der 800er-Serie [2] war der Ärger groß, denn diese LGA1156-Systeme boten dieselbe Leistung wie der Bloomfield-Core-i7 – für deutlich weniger Geld.

Intel liefert die Box-Versionen des Core i7 980X mit dem neuen DBX-B-Kühler aus, der deutlich größer ausfällt als der bisherige Rundkühler. Er bläst die Luft nun seitlich durch die zum Motherboard parallel laufenden Kühlrippen statt von oben auf den Rundkühler. Die Montage gestaltet sich etwas verzwickt, da man bei eingesetzten Speichermodulen nicht richtig an die hinteren Rändelschrauben kommt: Wohl dem, der einen sehr langen, dünnen Schraubenzieher sein Eigen nennt, denn damit kann er durch entsprechende Löcher im Kühler diesen auch festschrauben.

Preis

Intel verkauft den Core i7 980X (Abbildung 1) ab sofort zum Preis von 999 US-Dollar (OEM-Preis bei Abnahme von 10 000 Stück). Erstaunlicherweise kommt der Gulftown also nicht teurer als seine Vorgänger, denn das ist der Standard-Preis für Intels Extreme-Editions: Der Vierkern-Vorgänger Core i7 975 Extreme Edition steht immer noch zum selben Preis in Intels Preisliste [3]. Hier wird aber nur noch der Bestand abverkauft, da Intel stets nur ein Extreme-Edition-Modell im Angebot hat.

Abbildung 1: Das Chip-Layout des Core i7 980X: Sechs "Westmere"-Kerne und 12 MByte L3-Cache.

Aufbau

Der aus nicht weniger als 1,17 Milliarden Transistoren bestehende Core i7 980X (zum Vergleich: "Bloomfield"-Core-i7: 731 Mio) integriert Hyperthreading. Durch diese virtuelle Kernverdopplung sieht das System nun 12 Kerne. Dank Turbo-Modus übertaktet der Gulftown sich von 3,33 GHz je nach Auslastung in zwei 133-MHz-Schritten ("Speed Bins") auf bis zu 3,6 GHz. Er beherrscht jetzt auch die Encryption-Befehlserweiterung AES-NI, die Intel mit den neuen Dualcore-"Clarkdales" (Core i5/i3 [4]) eingeführt hat, den ersten 32-Nanometer-CPUs (Abbildung 2) aus Santa Clara.

Abbildung 2: Ein 30-cm-Wafer in 32 Nanometer Strukturgröße mit Gulftown-Dies.

Dies stand zu erwarten, denn schließlich besteht der Gulftown aus denselben "Westmere"-Kernen wie der Clarkdale – nur eben dreimal so vielen. Den L3-Cache vergrößerte Intel von 8 auf 12 MByte vergrößert. Keine Veränderungen gibt es beim QPI-Link, der den Gulftown mit dem Rest des Systems verbindet: Er bewegt wie bei allen bisherigen Core i7 der Extreme-Edition bis zu 25,6 GByte/s – das entspricht exakt der Speicherbandbreite der drei DDR3-1066-Kanäle, die der Chip mit seinem integrierten Speichercontroller (IMC) anbindet.

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