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© amr_safey, sxc.hu

Schmökerhilfe

Comics digital lesen und archivieren auf dem Linux-PC

28.05.2010 Comics erleben im Augenblick eine ungeahnte Renaissance: Ob Kick-Ass oder Iron Man, die gezeichneten Heroen erreichen in Kinosälen und gedruckt ein Millionenpublikum. Der Reader Comix hilft, die Stories bequem auf dem PC zu lesen.

Als Superman 1938 das Licht der Welt erblickte, ahnte noch kein Leser etwas von der Leistungsfähigkeit zukünftiger elektronischer Rechenmaschinen. Comics erschien auf billigem Papier oder als kurze Strips in der Tageszeitung. In der Ära der Informationsgesellschaft, in der Festplatten inzwischen Terabyte-Größe erreicht haben, existieren natürlich eine Reihe von Werkzeugen, um Comics wie in einem Webbrowser darzustellen. Zu den ausgefeiltesten Leseprogrammen gehört dabei das Tool Comix [1].

Installation

Moderne Distributionen halten den Reader im Repository parat. So genügt bei Ubuntu der Befehl sudo aptitude install comix zum Installieren des Programms. Sollten Sie im Softwarevorrat der von Ihnen benutzten Linux-Variante das Programm nicht finden, dann besuchen Sie die Website des Projekts.

In der Sektion Download [2] bieten die Entwickler ein Tar-Archiv mit dem Quelltext des Programms samt einer ausführliche, englischsprachigen Anleitung zur Installation an. Neben dem Quelltext benötigen Sie zudem die Python-Umgebung PyGTK, um Python mit der Oberfläche GTK zu verbinden, sowie die Bibliotheken PIL (Python Imaging Library). Gegebenenfalls kommen weitere Pakete hinzu – etwa unrar für mit RAR gepackte Comics (Endung .CBR). Die Installationsanleitung auf der Comix-Website gibt darüber Auskunft.

CBZ und CBR

Der Reader arbeitet mit den speziellen Dateiformaten CBZ (für Comic Book Zip) und CBR (für Comic Book Rar). Im Grunde verbergen sich dahinter sowohl bei CBZ als auch bei CBR nichts anderes als gewöhnliche ZIP- oder RAR-Archive, die Sie sogar mit den entsprechenden Tools auf der Textkonsole entpacken können.

Wie Sie in Listing 1 sehen, enthält die Beispieldatei comic.cbz die Grafikdateien bild_00.jpg, bild_01.jpg, bild_02.jpg und so fort. Der Clou bei der Sache: Comix entpackt die einzelnen Bilder der Reihe nach im Hintergrund und ermöglicht so ein flüssiges Lesen und Blättern wie in einem Webbrowser oder digitalen Buch.

Listing 1

$ unzip comic.cbz
Archive:  comic.cbz
  inflating: bild_00.jpg
  inflating: bild_01.jpg
  inflating: bild_02.jpg
  inflating: bild_03.jpg
  inflating: bild_04.jpg
[…]

Auf in die Bilderwelt!

Nach dem Start des Readers durch den Befehl comix in der Textkonsole oder über das Anwendungsmenü Ihres Desktops präsentiert sich das Programm zwar aufgeräumt, die (immerhin deutsch lokalisierte) Oberfläche aber insgesamt noch ziemlich leer. Um sich mit Lesestoff zu versorgen, wollen Sie sicherlich weder selber einen Comic zeichnen und digitalisieren, noch bei einem Sharehoster illegal kopierte Comic-Hefte herunterladen. Müssen Sie auch nicht: Sie greifen einfach auf freie Stories zurück.

Als erster Anlaufpunkt bietet sich in diesem Fall eine Suche bei "The Collins Compendium of Free Online Comic Books" [3] an. Freilich finden Sie auch über eine Suchmaschine Ihrer Wahl interessante Werke. Von dort aus gelangen Sie beispielsweise zu "Cory Doctorow's Futuristic Tales of the Here and Now" [4] oder entdecken "Sword of My Mouth" [5].

Sobald Sie eine Geschichte, die Ihnen gefällt, aus dem Netz auf die Festplatte des Rechners geladen haben, öffnen Sie sie im bereits gestartetem Reader über den Menüpunkt Datei | Öffnen oder die Tastenkombination [Strg]+[O]. Alternativ starten Sie Comix in der Shell mittels des Befehls comix Dateiname (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Der Reader Comix präsentiert Bildergeschichten in einer übersichtlichen, deutsch lokalisierten Oberfläche.

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