Barrierefreie PDFs

Um möglichst barrierefreie PDF-Dokumente zu erzeugen, bedarf es einer Reihe von zum Teil recht komplexen Schritten. Wir stellen dies hier anhand des Textsatzsystems LaTeX und von OpenOffice Writer genauer vor. Für Entwickler ist daneben sicher PDFlib-8 interessant, womit sich ebenfalls PDF/A-1a-konforme Dokumente erzeugen lassen [21].

Generell gilt es zu beachten, Textdaten ausschließlich als Zeichen und nicht etwa als Bild einzubinden. PDF-Dokumente, die aus Bildern mit eingescanntem Text bestehen, sind zur automatisierten Verarbeitung in diesem Fall nahezu wertlos. Bei dieser Methode bleibt der Text unzugänglich, da ein Screenreader von Hause aus keine OCR-Funktionalität und Schrifterkennung mitbringt, um den Inhalt des Bildes zu analysieren und in Buchstaben zurückzuwandeln. Werkzeuge wie Pdftotext scheitern ebenfalls, da sie keine Bilddaten auswerten. Als Nebeneffekt gerät das PDF-Dokument mit dieser Methode unnötig groß und kann schnell mehrere MByte umfassen.

Den wichtigsten Punkt stellt das Tagging von PDF-Dokumenten dar. Solche Tags kennzeichnen die Textelemente. Anhand dieser Markierungen kann der Screenreader beispielsweise eine Überschrift auch als solche erkennen, korrekt verarbeiten und schließlich passend ausgegeben. als Dreh- und Angelpunkt kristallisiert sich bei der Erstellen des Dokuments die passende Struktur und korrekte Anwendung der Tags heraus.

Wie bei Webseiten gilt es die in das PDF eingebundenen Abbildungen mit dazu passenden Bildunterschriften und Alternativtexten zu versehen, damit der Screenreader diese Informationen auswerten kann.

Barrierefrei mit LaTeX

In ihrer Diplomarbeit beschreibt Babett Schalitz (TU Dresden, 2007), welche Schwachstellen LaTeX in Bezug auf Barrierefreiheit aufweist und wie man diese umgeht. Sie hat dazu ein eigenes LaTeX-Paket entwickelt [22]. Als Alternative dazu haben wir die beiden Standard-Pakete Hyperref und Pdfx unter die Lupe genommen.

Mit dem TeX-Paket Hyperref [23] lassen sich die PDF-Metainformationen festlegen, wie beispielsweise Autor, Titel und Schlüsselworte [24]. Daneben verfügt Hyperref (Abbildung 6) über eine Option pdfa: Sie erzeugt zwar kein PDF/A-konformes Dokument, sorgt aber immerhin dafür, dass durch Pdftex erzeugte Dokumente den PDF/A-Standard nicht verletzen, indem in diesem Kontext unzulässige TeX-Kommandos und Optionen nicht ausgeführt werden.

Abbildung 6: Mit einem schlichten \usepackage-Befehl binden Sie das Hyperref-Paket ins LaTeX-Dokument ein.

Das TeX-Paket Pdfx [25] gestattet das Erzeugen von Dokumenten, die zu den Standards PDF/A-1b und PDF/X-1a konform sind ([26],[27]). Daraus resultiert zwar eine eindeutige visuelle Reproduzierbarkeit (PDF/A-1b) und die Daten lassen sich als Druckvorlage nutzen (PDF/X-1a) – wirklich barrierefrei sind die Dokumente aufgrund fehlender Strukturinformationen für den Screenreader jedoch nicht.

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