Self made

Möchten Sie mit Git ein eigenes Projekt verwalten, benötigen Sie andere Kommandos, um auf dem Server ein zentrales Repository anzulegen. Statt der genannten Anweisung clone legen Sie ein Repository für das Programm helloworld analog zur Anleitung oben mit der Befehlsfolge aus Listing 3 an, die sie im Ordner helloworld ausführen.

Listing 3

$ git init
$ git add .
$ cd /home/git && git clone -bare /Pfad/zum/helloworld-Ordner helloworld
$ git update-server-info
$ cd /home/git/helloworld && touch git-daemon-export-ok
$ cd /Pfad/zum/helloworld-Ordner
$ git remote add origin /home/git/helloworld
$ git push origin master

Die ersten beiden Befehle initiieren Git-Metadaten im Ordner der entpackten Quellen von helloworld, der dritte erstellt auf dieser Grundlage ein echtes Git-Repository im Verzeichnis /home/git/helloworld. Die Befehle in den Zeilen 4 und 5 sorgen dafür, dass der Git-Server das neue Repository exportiert.

Die drei letzten Befehle legen als zukünftige Quelle für die Sourcen von helloworld in dessen Quelltextordner Ihr gerade erstelltes Repository fest und kopieren die dort zu enthaltenen Dateien und Verzeichnisse erstmalig in das Repository. Auf der Workstation handhaben Sie dieses Verzeichnis genauso, wie zuvor beschrieben den Linus-Kernel – mit der Ausnahme, dass Sie das Tracken des Upstream-Zweiges von Linus Torvalds nicht konfigurieren können.

Arbeit mit Repositories

Um eigene Kernel-Patches zu entwickeln, empfehlen sich zwei Maßnahmen: Zunächst sorgen Sie dafür, dass die lokale Kopie Ihres Repositories die aktuelle stabile Kernel-Version enthält. Zum anderen nehmen Sie Veränderungen nicht im Default-Branch vor, sondern erstellen Ihren eigenen Zweig.

Der Aufruf git checkout -b my-2.6.34 v2.6.34 erstellt einen Branch namens my-2.6.34, der als Grundlage den Git-Stand mit dem Tag v2.6.34 verwendet. Hätten Sie statt 2.6.34 die Version 2.6.33 angeben, würden Sie die Dateien dieser Kernel-Version sehen. Bisher sind die Änderungen nur in Ihrem lokalen Ordner vorhanden. Schieben Sie diese jetzt mit git push -v origin my-2.6.34 in Ihr Server-Repository.

Achten Sie beim Bearbeiten darauf, dass Sie im Idealfall nach jeder Änderung den Befehl git commit -m Logeintrag vornehmen. Die Log-Einträge sollten Sie sinnvoll und vor allem aussagekräftig benennen, da das später die Fehlersuche enorm erleichtert. Vergessen Sie im Anschluss an die Änderungen nicht, diese mit dem Befehl git push -v origin an das Repository auf Ihrem Server zu übermitteln.

Falls Sie neue Dateien in die Versionskontrolle mit Git einfügen oder verwaiste Dateien löschen möchten, führen Sie vor dem Commit die Befehle git add Datei (Hinzufügen) oder git rm Datei (löschen) aus. Um den Stand Ihres Git-Repositories mit einer Versionsnummer zu versehen, setzten Sie mit git tag 2.6.34-local1 das Tag 2.6.34-local1. Damit kennzeichnen Sie den aktuellen Status.

Auch wenn Sie nur bestimmte Dateien im Kernel-Zweig verändern, möchten Sie sicher auch für die anderen Teile weiterhin die Updates von Linus Torvalds erhalten. Mit dem Befehl git pull bringen Sie die lokale Kopie Ihres Repositories auf den aktuellen Stand:

$ git pull git://git.kernel.org/pub/scm/linux/kernel/git/torvalds/linux-2.6.git

Wieder gilt: Vergessen Sie nicht, die gerade erhaltenen Änderungen von Linus auch in Ihr Server-Repository zu pushen. Übrigens: Es schadet nicht, Ihr lokales Repository mittels git pull http://git.example.org/linux-2.6-local mit dem Inhalt Ihres eigenen Server-Repositories abzugleichen, falls Sie über einen längeren Zeitraum hinweg nicht an der Entwicklung teilgenommen haben. Pullen und pushen funktioniert bei Git grundsätzlich in alle Richtungen und von allen Branches und Tags aus.

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