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© Vitaly Valua, 123rf.com

Gut retuschiert

Bilder bearbeiten mit Fotoxx

05.05.2010
Fotoxx verwaltet nicht nur Bilder, sondern bietet auch leistungsfähige Bearbeitungsmöglichkeiten von der schlichten Rote-Augen-Korrektur bis hin zu HDR- und Panorama-Aufnahmen.

Digitalkameras gehören mittlerweile zum Alltag. Halbwegs gute Kompaktmodelle gehen für wenig Geld beim Discounter um die Ecke über die Ladentheke, Fortgeschrittene können digitale Spiegelreflexkameras schon für unter 500 Euro erstehen. Sind die ersten Fotos gemacht, wandern Schnappschüsse und Kunstwerke geschwind auf den heimischen PC und die Verwaltung und Nachbereitung der Urlaubserinnerungen beginnt. Dazu gibt es auch unter Linux mittlerweile einen bunten Strauß an Software für den Hobbyfotografen.

KDE- und Gnome-Nutzer kennen Digikam und F-Spot: Sie sind in der jeweiligen Desktopumgebung vorinstalliert und stellen Funktionen für das Verwalten und Nachbereiten von Fotos bereit. Allerdings hält sich der Funktionsumfang dieser Anwendungen hinsichtlich des Nachbereitens digitaler Aufnahmen in engen Grenzen: Beide legen den Fokus mehr auf die Verwaltung.

Genügen die Fähigkeiten von Digikam und F-Spot Ihren Ansprüchen nicht, dann müssen sie entweder zur Photoshop-Alternative Gimp greifen, oder Sie versuchen es einfach mal mit Fotoxx [1]: Das eignet sich hervorragend für ungeduldige Klicker, die trotzdem Wert auf ein solides Ergebnis legen. Mit Fotoxx kommen Sie schnell und intuitiv zu befriedigenden Arbeitsergebnissen, ohne sich umfangreich einarbeiten zu müssen.

Das Programm liefert alle gängigen Funktionen für das Aufhübschen von Schnappschüssen und anderen Fotografien: Rote-Augen-Korrektur, Anpassen von Kontrast, Helligkeit, Licht und Schatten, Schärfung, Farbregelung sowie das Generieren von HDR- und Panoramabildern. auch den Umgang mit RAW-Dateien beherrscht Fotoxx.

Fotoxx installieren

Auf der Fotoxx-Projektseite haben die Entwickler DEB- und RPM-Pakete [2] in 32- und 64-Bit-Varianten zum Herunterladen bereitgestellt. Unterstützt das Paketmanagement der von Ihnen eingesetzten Distribution eines dieser Formate, richten Sie Fotoxx auf diesem Weg ein. Anderenfalls gilt es Fotoxx selbst zu kompilieren.

Dazu laden Sie das Quelltext-Archiv [3] herunter und entpacken es auf Ihrem Rechner. Die Download-Seite nennt auch die zum Übersetzen notwendigen Abhängigkeiten. Das Fotoxx-Skript /dependencies.sh. testet, ob Sie noch Pakete nachinstallieren müssen. Sind alle Abhängigkeiten erfüllt, erstellen Sie mit dem Befehl make die Installationsdateien und richten abschließend mit sudo make install oder su -c "make install" Fotoxx ein.

Erste Impressionen

Fotoxx begrüßt Sie übersichtlich mit einem einfachen Fenster und einer unspektakulären Menüleiste. Als Ausgangspunkt für Ihre Aktionen öffnen Sie entweder eine einzelne Datei oder durchstöbern über das Menü Datei | Bildergalerie ganze Verzeichnisse (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Bedienung von Fotoxx erfolgt über die Menüleiste. Die Bildergalerie liefert Vorschauen eines auswählbaren Foto-Ordners.

Das Nutzen der Bildergalerie geht zunächst etwas stockend von der Hand: Fotoxx entzieht sich hier den gängigen Konventionen für das Navigieren in Ordnern und liefert keinen Schnelleinstieg über einen Verzeichnisbaum oder eine Favoritenliste. Sie müssen sich mühselig durch die Ordnerhierarchie auf der Festplatte klicken, um zu den Fotos zu gelangen. Auch Scrollbalken suchen Sie hier vergeblich. Passen die Bilder eines Ordners nicht in das Programmfenster, müssen Sie über die Pfeile in der Menüleiste blättern. Haben Sie das Foto Ihrer Wahl gefunden, lassen Sie es per Doppelklick im Hauptfenster anzeigen.

Fotoxx bietet wie die meisten Bildverwaltungsprogramme das Verschlagworten von Bildern an, um diese über Filterfunktionen schnell wiederzufinden. Bevor Sie dieses Feature verwenden können, müssen Sie über Tags | Tags indexieren einen so genannten Tag-Index erstellen. Im entsprechenden Dialog wählen Sie das oberste Verzeichnis Ihrer Bilderkartei und die Option Totaler Neuaufbau aus. Ein Klick auf Weiter startet die Indexierung. Diesen Vorgang müssen Sie jedesmal wiederholen, wenn Sie neue Bilder in das ausgewählte Verzeichnis einfügen.

Sie können sowohl einzelne Bilder als auch mehrere Fotos in einem Rutsch verschlagworten. Dazu wählen Sie im Hauptfenster den Menüpunkt Tags | Tags bearbeiten an, für mehrere Dateien dagegen Vielzahl Tags zuweisen. Es öffnet sich jeweils ein Dialog, in dem Sie Schlagworte anlegen und per Mausklick zuweisen. Zwar erfordert das Erstellen einer solchen Schlagwortbibliothek etwas Zeit, im Nachhinein jedoch ermöglicht eine gezielte und logische Dokumentation der Bilder deren schnelles Auffinden.

Über Tags | Tags durchsuchen stellen Sie mithilfe einzelner Schlagwörter eigene Suchfilter zusammen. Das Suchergebnis präsentiert Fotoxx anschließend im Fenster der Bildergalerie. Um den Filter wieder aufzuheben, müssen Sie ihn manuell aus dem Suchdialog entfernen und eine neue Suche ohne Filter starten.

TIPP

Im Menü Tags von Fotoxx sehen Sie bei Bedarf über die entsprechenden Einträge die Metadaten (EXIF-Daten) des angezeigten Bilds ein.

Bewährte Standardfunktionen

Die am häufigsten benötigten Funktionen für das Nachbereiten von Bildern hält Fotoxx unter den Menü-Einträgen Retuschieren, Umwandeln und Kunst bereit. Die Dialoge zu jeder Funktion erläutern kurz, wie diese funktioniert. Da Sie das Ergebnis simultan zum Anwenden der Funktion betrachten können, erkennen Sie die die Wirkung auf Ihr Bild sofort (Abbildung 2).

Abbildung 2: Vorher und Nachher: Wenige Mausklicks verwandeln eine Aufnahme mit starkem Blaustich in eine würdige Urlaubserinnerung.

Fotoxx begnügt sich aber nicht mit dem Ausgleich von Helligkeit und Farbe oder gezieltem Weißabgleich. Als besonders interessant erweist sich die Funktion Helligkeit Rampen, mit der Sie durch den Einsatz von Schatten- und Lichtakzenten interessante und stimmungsvolle Effekte erzielen. Hier heißt es ausprobieren, indem Sie die Punkte auf den beiden Linien verziehen. Auch in diesem Fall liefert Fotoxx eine Vorschau des Ergebnisses, mit einem Klick auf Fertig wenden Sie die Modifikationen auf das Bild an.

Mit Tone Mapping erhöhen Sie den Kontrast ihres Bildes an Stellen, die zu wenig davon aufweisen. Mit dem Regler Hemmen und einer Kurve steuern Sie den Kontrast zwischen dunklen und hellen Pixeln, die nahe beieinander liegen. Das Endergebnis kommt bei richtiger Dosierung schon nahe an die Qualität von HDR-Bildern heran, denn "Tone Mapping" bezeichnet nichts anderes als Dynamikkompression – ein Verfahren, das für HDR-Effekte ebenfalls zum Einsatz kommt.

Je häufiger Sie mit Blitz fotografieren, desto häufiger haben Sie es auch mit dem Rote-Augen-Effekt zu tun. Den korrigiert Fotoxx über Retuschieren | Rote Augen im Handumdrehen. Ein einfacher Klick auf das betroffene Auge entfernt die lästige Reflektion automatisch, für genauere Ergebnisse markieren Sie vorher bei gedrückter Maustaste den zu bearbeitenden Bereich

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