Einsteigertauglich
Gambas, KBasic und Real Studio im Vergleich
Mit der Sprache Basic verbinden viele Programmierer und Anwender noch immer Begriffe wie "Spaghetticode" und unendliche GOTO-Springereien. Längst hat sich das Urgestein Basic aber zu einer ernstzunehmenden Alternative für die Anwendungsentwicklung gemausert.
Moderne Basic-Dialekte haben mit dem GWBasic aus den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts nur noch einige Befehle gemein, ansonsten hat sich vieles zum Besseren gewandelt. Aktuelle IDEs wie Gambas [1], KBasic [2] und Real Studio [3] integrieren alle notwendigen Entwicklungswerkzeuge, bieten einen grafischen Designer für Programmoberflächen und erleichtern mit objektorientierten Erweiterungen den Umgang mit der Programmiersprache Basic. KBasic und Real Studio erlauben zudem das Entwickeln von Programmen über Betriebssystemgrenzen hinweg: Einmal erstellter Code lässt sich ohne Nacharbeit unter Linux, Windows und Mac OS X übersetzen.
Die Nutzungsbedingungen der hier vorgestellten Programme fallen recht unterschiedlich aus. Bei Gambas handelt es sich um GPL-lizenzierte freie Software. KBasic steht unter einer dualen Lizenz [4] aus GPLv3 und einem proprietären Anteil. Für Programme, die unter der GPLv3 vertrieben werden, dürfen Sie es kostenlos einsetzen. Für das Schreiben von kommerziellen Anwendungen und die Ausführungen für Windows und Mac OS X müssen Sie eine Lizenz erwerben. Real Studio schließlich ist ein kommerzielles Closed-Source-Produkt, das der Hersteller drei Varianten von "Personal" bis "Enterprise" anbietet.
Gambas
Die grafische Basic-Entwicklungsumgebung Gambas [1] entstand quasi auf dem klassischen Weg: Der Franzose Benoît Minisini suchte nach einem benutzbaren Basic für das Programmieren unter Linux. Enttäuscht von dem, was er vorfand, begann er Gambas zu schreiben. In den letzten Jahren entwickelte sich Gambas Schritt für Schritt zu einer vollwertigen Lösung für das Programmieren von grafischen Anwendungen. Die IDE steht unter der GPLv3, es fallen weder für die Entwicklungsumgebung selbst noch für die damit geschriebenen Programme Lizenzkosten an.
Gambas ist in höchstem Maß modular. Beim Compiler selbst handelt es sich um ein Kommandozeilenprogramm. Alle Erweiterungen, auch die Entwicklungsumgebung und der Debugger, sind als Komponenten ausgelegt. Dadurch lässt sich Gambas auf einfache Weise um Funktionen erweitern. Zurzeit existieren Komponenten für grafische Oberflächen, die Programmierung von XML und OpenGL, für den Zugriff auf Datenbanken und für das Arbeiten im Netzwerk.
Installation
Auf der Projekt-Homepage von Gambas finden Sie fertig gepackte Binärpakete [5] für CentOS, Debian, Fedora, Mandriva, OpenSuse und Ubuntu, die Sie mit der distributionseigenen Paketverwaltung installieren.
Um Gambas aus den Quellen zu installieren wollen, müssen Sie zunächst eine Reihe von Bibliotheken und deren Entwicklerpakete auf das System spielen. Die Gambas-Homepage hält eine Liste der Abhängigkeiten [5] für Mandriva und Ubuntu nebst der zur Installation der Bibliotheken notwendigen Kommandos bereit.
Nach dem Bereitstellen aller Abhängigkeiten entpacken Sie das von der Projekt-Homepage heruntergeladene Quelltextarchiv gambas2-2.20.2.tar.bz2 und wechseln in das neu entstandene Verzeichnis gambas2-20.2. Dort erzeugen Sie mit dem Befehl ./configure -C die zur Übersetzung nötigen Makefiles und starten das Compilieren mit make. Ein abschließendes make install als Superuser root kopiert die Entwicklungsumgebung an die richtige Stelle in der Verzeichnisstruktur. Durch Eingabe von gambas2 & in einer Terminalemulation starten Sie das Programm.



