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© Tuxfarm

Solides Arbeitsgerät

Dual-Core-Notebook mit vorinstalliertem Kubuntu

02.04.2010
Mit Tuxfarm betritt ein neuer, auf Linux spezialisierter Hardware-Versender das Feld und offeriert in Form des Basalt I ein schnörkelloses Notebook samt Support.

Es gibt nicht viele Anbieter in Deutschland, die ausschließlich für Linux geeignete Computer oder Hardware verkaufen. Die großen Versandhändler geben meist keinerlei Informationen zur Linux-Tauglichkeit ihrer Produkte, nur Tuxhardware [1] oder Tuxman [2] halten sich schon länger auf dem Markt und richten sich ganz bewusst an Linux-Benutzer.

Mit Tuxfarm [3] tritt nun ein neuer Versender auf den Plan, der Computer mit vorinstalliertem Linux verkauft. Neben dem Notebook Basalt I [4] findet sich auch ein Desktop-Rechner im Angebot, in Zukunft soll ein Netbook das Portfolio ergänzen.

Software komplett

Tuxfarm liefert das Basalt I mit vorinstalliertem Kubuntu 9.10 aus, als Benutzeroberfläche dient KDE 4.3.2. Der Desktop des Notebooks entspricht weitgehend der für Kubuntu üblichen KDE-Installation, jedoch finden sich einige Zusatzprogramme wie der Audio-Editor Audacity oder das DTP-Programm Scribus.

Der Hersteller zielt darauf ab, ein komplett konfiguriertes System zu liefern. Daher existiert ein ab Werk angelegter Benutzeraccount mit Passwort, so dass Sie sofort starten können. Für dieses Benutzerkonto hat Tuxfarm zusätzlich noch ein paar Plasma-Widgets sowie ein individuelles Hintergrundbild eingebaut (Abbildung 1). Auf eine OEM-Installation, in Sie selbst einen Konto mit selbst gewähltem Benutzernamen anlegen, verzichtete Tuxfarm bewusst.

Abbildung 1: Das Basalt I kommt mit einem vorkonfiguriertem KDE-4.3-Desktop.

Dass das System den Benutzer automatisch anmeldet, zieht allerdings die Konsequenz nach sich, dass der Schüsselverwalter KWallet sich beim Einloggen nicht aktiviert. Trotz der automatischen Anmeldung müssen Sie also das eigene Passwort eingeben, um eine WLAN-Verbindung aufzubauen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das automatische Login verhindert, dass sich die digitale Brieftasche KWallet beim Start aktiviert.

Solide Hardware

Das Notebook verfügt über einen mit 2,2 GHz getakteten Intel Core 2 Duo T6600. Der Intel-Grafikchipsatz des Typs GMA X4500M eignet sich zwar nicht für leistungshungrige 3D-Spiele, wohl aber für HD-Videos. Die mit Ogg Vorbis kodierte 1080p-Version von Big Buck Bunny [5] spielte der Laptop im Test ruckelfrei ab.

Auch die Desktopeffekte von Compiz beziehungsweise der KDE-Oberfläche stellen die Hardware vor keine Probleme, und dank der freien Intel-Treiber brauchen Sie keine proprietären Treiber nachzuinstallieren. Die installierten 4 GByte Speicher und die 320-GByte-Festplatte entsprechen den derzeit marktüblichen Standards. Weitere Informationen zur verbauten Hardware finden Sie in der Tabelle "Hardware-Übersicht".

Hardware-Übersicht

CPU Intel Core 2 Duo T6600 (2,2 GHz)
RAM 4 GByte DDR2
Grafik Intel GMA X4500M, max. 512 MByte Shared Memory
Festplatte 320 GByte SATA
Optisches Laufwerk DVD-Brenner (DVD+/-RW)
LAN 10/100/1000 Mbit/s (Realtek RTL8111/8168B)
WLAN 802.11b/g (Broadcom RTL8187B)
Display 15,6 Zoll WXGA, 1366 x 768 Pixel (matt, 16:9)
Webcam 1,3 Megapixel (BisonCam NB Pro)
Maße 380 x 38 x 260 mm
Gewicht 2600 g
Preis 599 Euro
OEM-Gerät, Typ Nexoc S634 [9]

Das recht ordentlich verarbeitete Gerät liegt ungefähr auf dem Niveau der Einstiegsmodelle von Markenherstellern. Die Tastatur klappert zwar nicht, hat aber einen dumpfen Anschlag, wobei die Leertaste besonders unangenehm auffällt: Es gelingt nicht, sie gleichmäßig zu drücken. Sie hängt wie eine Wippe am vorderen Rand, beim Tippen erwischt man sie aber eher am hinteren Rand. Vor allem Vielschreibern dürfte das unangenehm auffallen. Hier sollte der Hersteller definitiv nachbessern.

Freud und Leid

Die Hardware spielt mit Linux gut zusammen. Kubuntu 9.10 unterstützt den WLAN-Chipsatz (Broadcom RTL8187B) ohne den Einsatz proprietärer Treiber, auch der Kartenleser funktionierte im Test problemlos. Einzig das eingebaute Modem benötigt einen proprietären Modem-Treiber, den Sie jedoch über den in Kubuntu eingebauten Hardwaremanager schnell einspielen.

Standby und Suspend funktionierten in den Tests gut. Der Lüfter der CPU blieb im Leerlauf komplett aus und unter Last (via md5sum /dev/urandom) auch nach mehreren Minuten angenehm leise. Die Akkulaufzeit des Notebooks pegelte sich in unseren Tests bei rund vier bis fünf Stunden ein.

Als einziger Wermutstropfen bleibt die eingebaute Webcam: Sie verweigert unter Kubuntu 9.10 "Karmic Koala" den Dienst, erst mit etwas Bastelei anhand einer ausführlichen Anleitung [6] von Tuxfarm gelingt die Inbetriebnahme. Allerdings gilt es dazu einen aktuellen Kernel zu kompilieren sowie eine neuere Version der Libv4l zu installieren. Diesen Patch sollte Tuxfarm in Zukunft in einem Repository pflegen und damit seinen Kunden den beträchtlichen manuellen Einrichtungsaufwand ersparen.

Supportangebot

Das Konzept von Tuxfarm endet nicht mit dem Verkauf des Notebooks. Neben 24 Monaten Garantie bietet das Unternehmen Support an. Zum einen pflegt es ein Wiki [7], das die Mitarbeiter mit aktuellen Informationen zu den verkauften Geräten füttert. Zum anderen bietet die Firma Kunden, denen das Wiki nicht ausreicht, auch kostenpflichtige Unterstützung via Telefon [8] und VNC an. Für 15 Minuten Hilfe fallen 20 Euro Gebühr an, wobei die Mitarbeiter im Vorfeld kostenlos abklären, ob sich das Problem nicht auch via Telefon lösen lässt.

Fazit

Suchen Sie ein unkompliziertes Linux-Notebook ohne großen Schnickschnack, dann liegen Sie mit dem Tuxfarm Basalt I richtig. Es bietet ausreichend Leistung für sämtliche Tätigkeiten im Büro oder zu Hause. Der Händler garantiert die Lauffähigkeit unter Linux und bietet zur Not sowohl kostenlosen wie auch kostenpflichtigen Support. In Sachen Webcam sollte Tuxfarm sein Angebot allerdings noch nachbessern. 

Der Autor

Christoph Langner arbeitet für die PTV AG Karlsruhe in Karlsruhe im Bereich des Testmanagements und beschäftigt sich seit Jahren mit Open-Source-Software. Sie finden sein Blog und um Linux auf http://linuxundich.de.

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Kommentare
zu Tutnixzursache ixsoft
Lutzy (unangemeldet), Mittwoch, 05. Januar 2011 20:14:28
Ein/Ausklappen

Nun dann hattest du Glück .Als ich mich bei isoft umgehört habe suchte ich ein Laptop das problemlos unter Linux läuft. Die Antwort lautete läuft super -kein Problem.Nach einiger Zeit kam das zurück,es wäre doch nicht so wie in der Werbung versprochen.Weil da wären so einige Hardware die sich nicht mit Linux vertragen.Man darf nicht immer alles so nehmen wie es in der Werbung steht.Ach ixsoft ist nur ein Vertreiber von Hardware.Es kommt immer darauf an wie gut die Profis sind und das Unternehmen im Kostenrahmen bleibt.Linux ist für die Hardwarefirmen immer noch ein ungeliebtes Einzelkind.

Nicht alles was glänzt ist Gold


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und was ist mit ixsoft
tutnixzursache (unangemeldet), Freitag, 02. April 2010 22:17:15
Ein/Ausklappen

"nur Tuxhardware [1] oder Tuxman [2] halten sich schon länger auf dem Markt und richten sich ganz bewusst an Linux-Benutzer"

Also ich kenne noch www.ixsoft.de

Die bieten eine ganze Palette Windows-freier Geräte an bzw. wo es nicht anders geht als Dual-Boot. Habe meinem Schwiegervater dort einen Nettop besorgt und bin recht angetan von dem Gerät. ist keine Wundermaschine, aber für den Preis durchaus OK. Man kann sich auch aussuchen welche Distri man gerne drauf hätte Ubuntu/Suse/Mandriva. Ich hatte Mandriva gewählt und was kam war nicht eine Mandriva Free Edition vorinstalliert und sonst nix, sondern das Mandriva Power-Pack vorinstalliert und auf DVD. Ohne Aufpreis zum Gerät. Aka fluendo codecs und DVD Player-Software gratis obenauf. Nvidia-Treiber vorinstalliert, 3D vom Start weg.


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