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Puppy Linux spricht Deutsch

22.04.2010
Die fehlende Lokalisierung hielt bislang viele Anwender davon ab, sich mit dem schlanken Puppy Linux anzufreunden. Jetzt gibt es die flinke Distribution auch in deutscher Sprache.

README

Das deutsche Puppy Linux vereint die Vorzüge des Originals mit einigen Modifikationen, die das System noch bedienerfreundlicher machen, ohne Einbußen in Sachen Performance oder Funktionalität zu verursachen.

Puppy Linux hat sich aufgrund seiner ressourcenschonenden Konzeption sowie seiner guten Ergonomie und Praxistauglichkeit zu einer festen Größe in der Linux-Szene entwickelt. Auch im deutschsprachigen Raum erfreut sich die nur rund 100 MByte große Distribution stetig wachsender Beliebtheit. Das einzige größere Manko stellt die fehlende deutsche Lokalisierung dar. Weitgehend unbemerkt hat sich jedoch bereits 2009 ein neues Puppy-Derivat etabliert [1], das nicht nur Deutsch spricht, sondern obendrein einige interessante Neuerungen aufweist.

Die deutsche Version von Puppy 4.3.1 erhalten Sie unter [2]. Der Zugang erfordert die Eingabe des Benutzernamens puppy und des Passworts linux. Anschließend schaufelt Ihr Browser ein ISO-Image mit einer Größe von rund 117 MByte auf die Festplatte. Damit bleibt das System im Vergleich anderen Distributionen immer noch sehr schlank, ist jedoch im Verhältnis zum Vorbild etwas gewachsen. Nach dem Brennen des Images auf eine CD steht Ihnen ein boot- und installationsfähiges, vollwertiges Betriebssystem zur Verfügung.

Puppy Linux fühlt sich von Haus aus sowohl im LAN wie auch im Internet zu Hause. Die guten Hardware-Erkennung erkennt und initialisiert sogar viele der in Notebooks verbauten Winmodems. Daneben bringt das schlanke Betriebssystem auch eine umfangreiche Sammlung von Werkzeugen mit, die das Einbinden des Rechners in nahezu jedes Netz ermöglichen.

Technische Daten

Name Puppy Linux (deutsch)
Version 4.3.1
Release 9.11.2009
Kernel 2.6.30
Desktop XFCE 4.6
X-Server 1.3.0
Paketmanagement eigenes
Architektur i386
Orientierung PCs mit geringer Hardware-Ausstattung

Dezente Erscheinung

Das deutsche Puppy Linux lehnt sich beim Betrieb von der Live-CD eng ans Original an: So lässt es Ihnen beim Hochfahren die Auswahl zwischen einem X.org-Server und dem XVesa-Betrieb, der sich vor allem dann empfiehlt, wenn sich X.org nicht starten lässt. Eine Sprachauswahl und die Einstellung des Tastaturlayouts fallen jedoch weg, diese Arbeiten nimmt Ihnen das deutsche Puppy Linux gleich ab.

Beim Start des Windowmanagers sticht bereits der erste Unterschied zum englischen Original ins Auge: Während das Original als Desktop den sehr schlanken und rasend schnellen JWM nutzt, orientiert sich die deutsche Version am Puppy-NOP-Derivat ("Nearly Office Puppy") und setzt auf die XFCE-Arbeitsoberfläche. Die gibt sich zwar nicht ganz so schlank wie der JWM-Desktop, bietet dafür jedoch mehr Funktionalität.

Auch das Artwork hat sich geändert: Statt der verspielten Oberfläche es Originals verwendet das deutsche Puppy einen Desktop in dezenten Blautönen mit nüchternen Icons. Im rechten Bildschirmbereich visualisieren Widgets die Uhrzeit, einen Kalender und den Zustand der Massenspeicher. Auch die Schnellstartleiste für wichtige Applikationen, die beim Original am oberen Bildschirmrand aus- und einklappt, behält das deutsche Puppy-Derivat bei.

Einfache Installation

Ein Klick auf die Schaltfläche Menü unten links auf dem Desktop fördert eine große Zahl an Untermenüs zutage. Um das deutsche Puppy Linux auf der Festplatte zu installieren, wählen Sie hier Einstellungen | Puppy Universal Installer.

Hier geben Sie zunächst an, wo Puppy Linux installiert werden soll. Der (noch nicht eingedeutschte) Installationsassistent bietet dazu neben Festplatten und USB-Geräten auch Massenspeicher wie Flash-Laufwerke an (etwa SSDs oder die in Subnotebooks beliebten CF-Flashkarten). Daneben stehen auch inzwischen aus der Mode gekommene Medien wie SCSI-Festplatten oder ZIP- und LS120-Laufwerke zur Auswahl.

Dann führt Puppy Linux Sie in wenigen Schritten durch die Installation und packt anschließend rund 300 MByte Daten auf die Zielpartition. Nun bietet die Routine noch die Konfiguration des Bootmanagers Grub an. Hier gilt es besondere Vorsicht walten zu lassen, falls auf dem Rechner bereits eine Linux-Distribution installiert ist, die den neuen Grub2 nutzt: Aufgrund der unterschiedlichen Bedienkonzepte der beiden Grub-Varianten kann es hier zu Problemen kommen. Sie sollten in diesem Fall entweder Grub2 mit dem neuen Betriebssystem vertraut machen oder ein Downgrade auf den älteren Grub-Legacy vornehmen.

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