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© Alex White, 123rf.com

Neues Media Center von Fluendo

Alleskönner

Mit dem Fluendo Media Player schnürt der spanische Multimediaspezialist preisgünstig ein komplettes Bündel aus komfortabler Medienzentrale, legalem DVD-Player und Codecs für alle wichtigen Formate.

Im Zeitalter der Digitalisierung von Inhalten rücken Computer und Unterhaltungselektronik immer enger zusammen. Dabei bietet das freie Betriebssystem Linux aufgrund seiner Vielfalt unterstützter Formate in allen Bereichen eine hervorragende Basis und hat sich in der Multimedia-Industrie bereits fest etabliert. Damit Sie Ihren heimischen PC zur Schaltzentrale für Audio-, Video- und Bildinhalte machen können, bringt Linux bereits von Haus aus alle nötigen Programme mit und bietet auch verschiedenste Codecs dazu an. Noch bequemer geht es, wenn Sie statt der verschiedenen Applikationen für audiovisuelle Daten eine einzige Software nutzen, die alle Inhalte darstellen kann – ein Media Center.

Vielfalt statt Einfalt

Während Sie andernorts bei proprietären Systemen ab Werk mit einer einzigen Applikation vorlieb nehmen müssen, die meistens wegen fehlender und obendrein kostenpflichtiger Codecs nur einen schwarzen Bildschirm anzeigt, bietet Linux verschiedene Media-Center-Applikationen an. Bei der professionellen Entwicklung von multimedialen Codecs für Linux hat sich die spanische Firma Fluendo [1] auch hierzulande einen Namen gemacht. Fluendo bietet nunmehr sein Codec-Paket gemeinsam mit einem DVD-Player und dem Moovida Media Center [2] als Paket an. Die Software gibt es sowohl für 32-Bit- als auch 64-Bit-Systeme in Fluendos Online-Shop und daneben auch im einschlägigen Fachhandel.

Nutzen Sie das Fluendo Media Center, müssen Sie nur noch in den seltensten Fällen zusätzliche Codecs installieren: Die Software bringt nicht nur die proprietären Codecs und das Plugin-Set von Fluendo mit, sondern setzt auf das GStreamer-Framework auf, sodass das Media Center von Haus aus auch alle freien Formate problemlos wiedergibt. Der ins Gesamtpaket integrierte Fluendo DVD-Player ermöglicht den legalen Zugriff auf verschlüsselte Video-DVDs. Das Paket unterstützt unter anderem die Video- und Audio-Formate: DivX, H.264, AVI, ASF, FLV, OGG, MOV und WMV. Auch MPEG-2 und MPEG-4 sowie MP3 und WAV bereiten der Software keine Probleme.

Installation mit Hürden

Die Systemvoraussetzungen, die Fluendo für sein Media Center nennt, erscheinen auf den ersten Blick moderat: ein Rechner mit einer 1-GHz-CPU, sowie mindestens 512 MByte Hauptspeicher. Außerdem benötigt das Fluendo Media Center eine Grafikkarte, die bei 32 Bit Farbtiefe den OpenGL-Standard ab der Version 1.3 unterstützt. In der Praxis reichen diese Hardwarevoraussetzungen jedoch nicht zum Betrieb des Media Centers aus. Bei unseren Tests gelang es sogar auf einer etwas besser ausgestatteten Maschine weder unter OpenSuse 11.1 noch unter Ubuntu 9.10 oder Mandriva Spring 2009 das Media Center zur Mitarbeit zu bewegen.

Erst auf Rechnern, deren Prozessoren jenseits von zwei Gigahertz takten und die mit aktuellen Grafikkarten aufwarten, gelang es, die Software zu testen. Für ATI-GPUs sollten Sie zudem die von AMD bereitgestellten proprietären Treiber [3] nutzen: Mit den freien Treibern lässt sich aufgrund extremer Reaktionszeiten bei einige Grafikkarten-Typen die Software kaum bedienen. Auch auf Rechnern mit Intel-Grafikchips gilt es sich beim Betrieb des Media Centers auf Einschränkungen einzustellen: Bei unseren Tests gelang es zwar, die Applikation zu starten, jedoch war eine flüssige Bedienung nicht möglich.

Nach abgeschlossener Installation und Auswahl des Grafiktreibers können Sie das eigentliche Media Center auf die Platte packen. Fluendo stellt dazu sowohl 32-Bit- als auch 64-Bit-Pakete für RPM- und DEB-basierte Distributionen bereit. Zusätzlich gibt es auch Tarballs, mit deren Hilfe Sie das Media Center auch auf Systemen installieren, die keinen der beiden großen Paketmanager nutzen.

Während der Installation legt die Routine unter Gnome im Menü Anwendungen | Unterhaltungsmedien einen Starter an. Nach einem Klick darauf öffnet sich das Media Center im Vollbildmodus und gibt eine intuitiv zu bedienende, selbsterklärende Oberfläche frei. Hier ordnen sich die verschiedenen Menüs nach Medien und Einstellungen sortiert in Spalten an (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Oberfläche des Fluendo Media Centers fällt weitgehend selbsterklärend aus und lässt sich intuitiv bedienen.

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