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Multitalent

Englisch lernen leicht gemacht

30.03.2010 Das Pauken von Vokabeln halten die meisten Schüler für eine höchst lästige Angelegenheit. Doch das Longman Dictionary of Contemporary English nimmt dieser Aufgabe ihren Schrecken.

Wie eh und je benötigen Sprachschüler auch im digitalen Zeitalter ein Wörterbuch, um sich die Vokabeln der zu erlernenden Sprache anzueignen. Heute gesellen sich elektronische Wörterbücher den herkömmlichen gedruckten Werken hinzu – meist aber, ohne die Möglichkeiten des Computers auszunutzen. Anders das einsprachige Longman Dictionary of Contemporary English (DCE) – mit ihm wird das Erlernen der englischen Sprache zum echten Erlebnis.

Dabei beeindruckt das Lexikon bereits quantitativ: Laut Hersteller [1] bietet das einbändige Nachschlagewerk 250 000 Erklärungen zu Begriffen und Phrasen, 165 000 Beispiele sowie 18 000 Synonyme und Antonyme. Zudem finden sich grammatikalische Hinweise in großer Zahl. Besonderen Wert legte der Hersteller ganz offensichtlich auf eine gute Verständlichkeit der Erklärungen auch für weniger versierte Nutzer. So genügt das Verständnis von nur etwa 2000 Wörtern des Allgemeinwortschatzes für alle wichtige Definitionen, so dass auch Anfänger sie leicht erfassen.

Auf den ersten Blick erscheinen diese Zahlen wenig spektakulär. Die wahren Qualitäten des Longman DCE offenbaren sich erst, wenn man die sowohl zur Paperback- als auch zur gebundenen Ausgabe erhältliche DVD-ROM näher in Augenschein nimmt.

Longman DCE im Überblick

Longman Dictionary of Contemporary English -- New Edition

Langenscheidt, München 2010

2112 Seiten, DVD-ROM

Hardcover: ISBN 978-3-526-51679-8, 35,95 Euro

Kartoniert: ISBN 978-3-526-51680-4, 30,95 Euro

Systemvoraussetzungen: CPU 350 MHz, 256 MByte RAM

Komplett überarbeitete Installation

Während sich die ältere, noch auf zwei CD-ROMs gelieferte Ausgabe des Longman DCE unter Linux nur etwas umständlich installieren ließ und bei manchen weniger gängigen Distributionen ernste Probleme bereitete, wurde die Installationsroutine für die aktuelle fünfte Ausgabe des Nachschlagewerks komplett modifiziert. Laut Hersteller gestalten sich die Hard- und Softwarevoraussetzungen eher moderat. So reichen eine CPU mit 350 MHz Taktfrequenz sowie 256 MByte Arbeitsspeicher aus, als Betriebssystem genügt das nicht mehr ganz taufrische Ubuntu 5.10. Selbstverständlich lässt sich das Longman Dictionary jedoch auch auf anderen, nicht der Debian-Entwicklungslinie abstammenden Distributionen problemlos installieren und nutzen.

Wir testeten das Lexikon unter Ubuntu 8.04.1 und 9.10 sowie OpenSuse 11.1. Die Einrichtung auf der Festplatte geht denkbar einfach vonstatten: Nach dem Einlegen und Mounten der DVD-ROM wechseln Sie im Terminal in deren Unterverzeichnis linux und führen das Shellskript setup.sh aus. Daraufhin startet entweder eine Routine im Textmodus mit blauem Hintergrund oder (unter Ubuntu 8.04.1) – ein grafischer Installer.

Der Einrichtungsassistent lässt sich zunächst die proprietäre Lizenz bestätigen, um dann den Installationspfad und die zu konfigurierenden Komponenten des Nachschlagewerkes abzufragen. Möchten Sie alle Komponenten des DCE nutzen, belegt die Vollinstallation rund 2,4 GByte Platz auf der Platte. Die Einrichtungsroutine prüft, ob der angegebene Pfad genügend freien Speicher bietet, und verweigert die Installation, falls die Kapazität nicht ausreicht. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, packt der Installer das Nachschlagewerk ohne weitere Abfragen auf die Festplatte.

Zum Abschluss legt der Installer zwar einen Starter auf der Arbeitsoberfläche an, nimmt aber keine Einträge in Menüs vor: Die müssen Sie gegebenenfalls manuell anlegen. Mit einem Klick auf den Starter aktivieren Sie das Lexikon. Lediglich Ubuntu 9.10 fällt hier aus dem Rahmen, indem es beim ersten Aufruf des Longman DCE in einem Fenster nachfragt, ob die Software vertrauenswürdig sei? Sofern Sie auf den Schalter Als vertrauenswürdig markieren klicken, startet es die Software ordnungsgemäß, und die überflüssige Abfrage entfällt zukünftig.

Etwas behäbig

Die Retrieval-Software des Longman DCE basiert auf einer älteren Version des Mozilla-Browsers mit diversen Plugins und startet daher auch auf schnellen Rechnern mit leichter Verzögerung. Im laufenden Betrieb zeigen sich jedoch keinerlei Geschwindigkeitseinbußen. Nach dem Start präsentiert sich das Wörterbuch in einem aufgeräumten Fenster mit insgesamt zwölf bebilderten Kategorien. Eine klassische Menüleiste sucht man im Hauptfenster vergebens (Abbildung 1).

Abbildung 1: Aufgeräumt und übersichtlich: Das Hauptfenster des Longman DCE.

Anstelle einer herkömmlichen Dokumentation haben sich die Entwickler etwas Besonderes einfallen lassen, um den Anwender mit den Möglichkeiten des Nachschlage- und Übungswerks vertraut zu machen: Unten links findet sich im Programmfenster eine Schaltfläche Guided Tour, die in ein zweigeteiltes Fenster verzweigt. Dort finden sich links die wichtigsten Funktionen des eigentlichen Wörterbuches übersichtlich aufgelistet, rechts stehen thematisch geordnet Stichwörter zu den besonderen linguistischen Funktionen, die die Software bietet (Abbildung 2).

Abbildung 2: Multimediale Hilfestellung soll den Umgang mit dem Lexikon erleichtern.

Hierzu gehören unter anderem ein sogenannter Language Activator, ein Writing Assistant, ein Vocabulary Trainer sowie Übungs- und Lehrmaterialien. Die hier aufgeführten Kategorien korrespondieren mit den Schaltflächen im Hauptfenster der Software. Wenn Sie nun auf einen der Themenbereiche klicken, öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem ein hochauflösendes Flash-Video die jeweilige Funktion quasi live demonstriert. Dazu gibt ein Sprecher Erläuterungen in englischer Sprache.

Hier zeigten sich jedoch leichte Schwächen, da die Filmsequenzen sehr viel Rechenleistung beanspruchen. Das führt gelegentlich selbst auf Rechnern mit hohen Taktfrequenzen zu einer stotternden Tonwiedergabe, sodass die Videos für weniger geschulte Anwender nur eingeschränkte Hilfestellung bieten. Leider scheint die Ursache für dieses Manko in dem beim Longman DCE mitgelieferten, veralteten Flash-Player in der Version 9.0.31.0 zu liegen. Verschiedene Änderungen an der Audiokonfiguration der einzelnen Testdistributionen brachten keine Besserung. Lediglich die Verminderung der Wiedergabequalität (durch Rechtsklick im Flash-Player und entsprechende Auswahl im Menü) verbesserte die Audiowiedergabe rudimentär.

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