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Mobile Eintracht

Handy-Synchronisation mit Gammu/Wammu

15.04.2010 Jeder Handy-Hersteller packt seiner Hardware auch Verwaltungssoftware bei – aber meist nur für Windows. Macht nichts: Für Linux gibt es ja das dynamische Duo Gammu/Wammu.

Jeder Mobiltelefon-Hersteller packt seiner Hardware meist auch eine Verwaltungssoftware bei – allerdings in vielen Fällen nur für Windows, bestenfalls auch noch für Mac OS X. Linux-Anwender schauen meist in die Röhre. In manchen Fällen lässt sich die Windows-Software wenigstens unter Wine zum Laufen bringen. Jedoch funktioniert in dieser Umgebung nicht immer alles, gelegentlich kommt es sogar zu Datenverlusten auf dem Handy. Problemen kann es sicherlich auch kommen, sofern Bluetooth für die Datenübertragung Verwendung findet. Daher empfiehlt es sich, auf native Linux-Programme zu setzen.

Wer sucht, der findet

Bis April 2002 sah es bei der Suche nach einem zur Handysynchronisierung geeigneten Programm für Linux noch sehr düster aus. Zu diesem Zeitpunkt veröffentlichte ein tschechischer Hacker dann die erste Version von Gammu [1], einer Bibliothek und eines Konsolen-Tools für die Kommunikation mit Mobiltelefonen. Wenig später, Anfang Dezember 2003, folgte die grafische Oberfläche zum Konsolen-Programm, die auf den Namen Wammu hört. Die Anwendung funktioniert sowohl unter Windows als auch unter Linux. Dazu verwendet der Autor die wxWidgets-Bibliothek: Sie ermöglicht, plattformübergreifend Programme zu erstellen, die auf dem jeweiligen Betriebssystem ein natives Look & Feel bieten. Unter Linux beispielsweise sieht Wammu aus wie ein mit GTK+  geschriebenes Programm.

Wammu installieren

Viele Distributionen bringen nur etwas ältere Versionen von Gammu/Wammu mit – damit funktioniert das eine oder andere Handy nicht. Den neuesten Quellcode sowie Links zu den aktuellen Paketen der beiden Programme für Debian, Fedora/RHEL/CentOS, Mandriva und OpenSuse/SLES finden Sie auf der Wammu-Downloadseite [2].

Unter Ubuntu 9.10 "Karmic Koala" führen Sie zum Einrichten die Befehlsfolge aus Listing 1 aus. Wammu findet sich anschließend im Gnome-Menüpunkt Anwendungen | Zubehör. In einigen Fällen – etwa, um Debug-Ausgaben mitverfolgen zu können – erweist es sich aber als sinnvoll, Wammu in einem Terminalfenster zu starten.

Listing 1

$ sudo add-apt-repository ppa:nijel/ppa
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install wammu

Was geht?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Apples iPhone oder Mobiltelefone mit Symbian-Betriebssystemen in neueren Versionen als v9.0 lassen sich nicht zur Zusammenarbeit mit Wammu überreden. Die meisten Handys der Hersteller Nokia, LG, Samsung, BenQ/Siemens oder Sony Ericsson vertragen sich hingegen bestens mit dem Programm. Generell gesagt funktionieren solche, die AT-Befehle [3] verstehen oder die über das Obex-Protokoll mit dem Computer kommunizieren. Eine Liste der unterstützen Mobiltelefone finden Sie auf der Wammu-Website [4]. Auch wenn Ihr Handy nicht in der Liste auftaucht, lohnt sich ein Versuch mit Wammu – hier heißt es ausprobieren und hoffen.

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Infos zum Autor

Christian Meyer

Linux-Nutzer seit 1996, aktiv bei Gnome zwischen 2000 und 2006.


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LinuxUser 06/2012

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