Ruf doch mal an

Nach der Fritzbox steht nun das neue Fritzfon MT-F im Rampenlicht. Das sehr schmale und handliche DECT-Telefon verbindet sich zwar auch mit Nicht-AVM-Basisstationen, spielt aber erst mit den Boxen aus Berlin seine ganzen Stärken aus. Der augenfälligste Unterschied zum Vorgänger MT-D ist das Display: War es im alten Modell noch ein monochromes Dot-Matrix-Bildschirmchen mit einer Auflösung von 112 x 65 Pixel, sitzt im neuen Telefon ein vergleichsweise hochauflösendes LCD mit 240 x 320 Pixeln, das bis zu 262 000 Farben darstellt. Ob man das bei einem Telefon braucht, sei dahingestellt – schön anzusehen ist es allemal.

Dem Display geschuldet dürfte der neue Akku sein. Er besitzt nun eine Kapazität von 750 mAh bei einer Spannung von 3,7 V (entspricht 2,78 Wh). Der Energiespender des Vorgängermodells kam lediglich auf 600 mAh bei 2,4 V (1,44 Wh). Im Alltag bringen es beide Telefone sehr bequem auf eine Sprechzeit von mehreren Stunden, gefühlt hält das MT-F jedoch einen Tick länger. Besonders positiv fällt auf, dass die Kontakte für die Verbindung zur Ladestation gleich geblieben sind. So lässt sich das neue Telefon auch in der alten Ladestation aufladen und umgekehrt.

An der der Optik des neuen Telefons änderte AVM fast nichts, lediglich die Rückseite besteht jetzt aus mattschwarzem statt glänzendem Plastik. Das fühlt sich beim Telefonieren besser an und verspricht, nicht so schnell zu verkratzen. Die Front beließen die Berliner weitgehend gleich (Abbildung 3). Neu im MT-F ist ein 3,5-mm-Klinkenanschluss zur Verbindung mit einem Headset oder der heimischen Stereoanlage. Eine weitere Neuerung versteckt sich an der Oberseite in Form einer einer Infrarot-LED. Darüber, welche Funktion sie einmal übernehmen wird, munkelt man bereits in Foren. Denkbar wäre etwa die Steuerung der Mediabox, die AVM ebenfalls anbietet.

Abbildung 3: Die beiden Fritz-Telefone (links alt, rechts neu) unterscheiden sich optisch nur wenig.

Zu den Funktionen, die das Telefon nur zusammen mit einer DECT-bestückten Fritzbox wie der 7390 nutzen kann, gehört das Telefonbuch, das Sie über die Web-GUI der Box pflegen. Sie lädt die Liste via Funk ins Telefon. Darüber hinaus dient das Fritzfon als Wiedergabegerät für Live-Streams aus dem Internet (Abbildung 4) oder Podcasts, weswegen es auch die schon erwähnte Klinkenbuchse besitzt. Weiterhin zeigt das MT-F auch RSS-Feeds sowie E-Mails an, wofür sich das große Display als sehr nützlich erweist. All diese Funktionen steuert die Fritzbox, welche die Daten per DECT-Funkverbindung aufs Telefon transferiert.

Abbildung 4: Multimedia am Ohr: Über die Fritzbox greift das Fritzfon auf Internetradio-Streams und Podcasts zu.

Umgekehrt eignet sich auch das Telefon in begrenztem Umfang zum Verwalten der Fritzbox: So steuern Sie damit die WLAN-Funktion, lesen den Status der Box aus und stoßen das Aufspielen von Firmware-Updates an. Auch das Einrichten des Anrufbeantworters erledigen Sie mit dem Fritzfon. Liegen bereits Nachrichten in der digitalen Sprachbox, zeigt das MT-F diese übersichtlich mit Nummer des Anrufers und weiteren Details in einer Liste an.

Im täglichen Betrieb erweist sich das MT-F als sehr angenehmes Kommunikationsgerät. Grobe Aussetzer oder Fehlfunktionen fielen während des Tests nicht auf – unabhängig davon, an welcher Fritzbox wir es betrieben. Nur zwei kleine Kritikpunkte stehen daher am Ende unseres Test auf der Liste. Der erste betrifft die (meist sehr gute) Tonqualität: In einigen wenigen Fällen schnarrte der integrierte Lautsprecher, vor allem dann, wenn der Gesprächspartner mit sehr lauter Stimme sprach.

Der zweite Kritikpunkt betrifft das Energiemanagement des Displays, das nur zwei Alternativen zulässt: Wahlweise stellen Sie ein, dass sich das Display im Idle-Modus selbsttätig abdunkelt oder sich ganz abschaltet. Im ersten Fall nimmt allerdings auch das gedimmte Panel noch so viel Energie auf, dass es den Akku schnell leersaugt. Bei abgeschaltetem Display müssen Sie jedesmal auf die Tasten drücken, um das Telefon überhaupt zu aktivieren. Das nervt schnell, beispielsweise dann, wenn das Auflegen zwei Klicks erfordert, statt wie normal nur einen.

Android meets Fritzbox

Wer eine Fritzbox und zudem ein Handy mit Android-Betriebssystem besitzt, kann auf ein DECT-Telefon komplett verzichten. Bereits auf der CeBIT 2009 hat AVM eine kleine Anwendung vorgestellt, die das Smartphone mit der Fritzbox verbindet und es zu einem VoIP-Telefon macht (Abbildung 5). Das funktionierte auch in unserem Test recht gut. Eine iPhone-App will AVM ebenfalls bald nachlegen.

Abbildung 5: Mehr als nur ein Handy: Mit der einer neuen App macht AVM Android-Handys zu VoIP-Telefonen an der Fritzbox.

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