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Sicher hinterlegt

Online-Backuplösung Tarsnap 1.0.26 im Test

Grundausstattung

Als reines Konsolentool gibt sich die Tarsnap-Software für Desktopanwender recht sperrig. Doch nach einigen Handgriffen kommen Sie in den Genuss vollautomatisierter Backups. Um den gesamten Upload abzusichern, verwendet Tarsnap selbstverständlich eine Verschlüsselung. Mit dem Befehl

$ tarsnap-keygen --keyfile Datei
 --user Mailadresse
 --machine Hostname

erstellen Sie einen Schlüssel, der auf Ihrem Rechner verbleibt. Außerdem benötigt Tarsnap ein Cache-Verzeichnis, das Sie bei Bedarf über die Option --cachedir Verzeichnis angeben. Die Beispielkonfiguration, die Sie mit dem Archiv erhalten, weist dieser Variable den Pfad /usr/local/tarsnap-cache zu. Achten Sie darauf, dass Sie Tarsnap mit Root-Rechten ausführen, falls das Cache-Verzeichnis außerhalb Ihres Home-Ordners liegt. Ein typischer Tarsnap-Aufruf sieht folgendermaßen aus:

$ tarsnap --keyfile Datei
 -c -f Backup-Name
Pfad

Die Option -c steht dabei für create und erstellt das Backup. Mit der Option -f geben Sie dem Archiv einen entsprechenden Namen. Abschließend geben Sie das Verzeichnis an, das Sie sichern möchten. Weitere grundlegende Funktionen entnehmen Sie der Tabelle "Tarsnap-Optionen". Eine Komplettbeschreibung der Tarsnap-Funktionen erhalten Sie über man tarsnap.

Tarsnap-Optionen

-c Backup erstellen
-d Backup löschen
-x Backup zurück auf die Festplatte spielen
-t Inhalt des Backups anzeigen
--list-archives Liste der bereits erstellten Backups anzeigen
--print-stats Übersicht zum verbrauchten Platz in Byte
--nuke Alle erstellten Backups löschen (erfordert die Eingabe des Strings No Tomorrow)

Möchten Sie zum Beispiel am nächsten Tag ein weiteres Backup anlegen, verwenden Sie unbedingt einen anderen Namen für das Archiv: Ein Überschreiben funktioniert nicht. Trotzdem läuft die Sicherung nun deutlich schneller, weil Tarsnap dank des Cache-Verzeichnisses erkennt, welche Dateien tatsächlich neu hinzukamen oder sich geändert haben. In der Statistik (--print-stats) zeigt der Server deshalb sowohl die Größe aller Archive an als auch die Menge der eigentlichen Daten (unique data) ohne doppelte Blöcke. Tarsnap berechnet nur den Unique-Data-Wert (Abbildung 2).

Abbildung 2: Tarsnap arbeitet ausschließlich auf der Konsole. Hier fragen Sie auch Ihre Statistiken ab.

Praxistest

In der Praxis möchte natürlich niemand täglich lange Befehlsketten für ein Backup eingeben. Über eine Konfigurationsdatei kürzen Sie den Befehl schon einmal ordentlich ab. Erstellen Sie hierfür die Datei .tarsnaprc in Ihrem Home-Ordner oder systemweit als /etc/tarsnap.conf. Geben Sie dort in zwei Zeilen den Ort des Schlüssels und des Cache-Verzeichnisses ein:

chachedir Verzeichnis

keyfile Datei

In der Befehlskette entfallen damit die Optionen --cachedir und --keyfile. Weitere Konfigurationsmöglichkeiten verrät die zugehörige Manpage man tarsnap.conf.

Über einen Cronjob automatisieren Sie letztendlich den täglichen oder wöchentlichen Aufruf. Für das tägliche Pflichtupdate um 22 Uhr öffnen Sie als Benutzer root die Datei /etc/crontab und geben eine Zeile wie in Listing 1 ein.

Listing 1
00 22 * * * tarsnap --keyfile Datei
 --cachedir Cache-Verzeichnis
 -c -f backup-`date +\%Y\%m\%d` /home/Benutzer

Haben Sie bereits eine Konfigurationsdatei erstellt, benötigen Sie die Optionen für das Cache-Verzeichnis und den Schlüssel nicht. Die Zeichen nach backup- hängen dem Archivnamen zur besseren Übersicht noch das Systemdatum an. Prinzipiell darf jeder Benutzer einen solchen Cronjob ausführen. Dann müssen sich aber Konfigurationsdatei, Cache-Verzeichnis und ein individueller Schlüssel in dessen Rechtebereich befinden.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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LinuxUser 06/2012

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