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Schneller Wechsel

Tux International (13): Brlix aus Brasilien

23.02.2010 Mit einem Mix aus bewährtem Unterbau und Windows-ähnlicher Oberfläche will das brasilianische Brlix vor allem Umsteiger von den Vorteilen freier Software überzeugen.

Wer an Brasilien denkt, sieht vor dem inneren Auge in erster Linie luftig bekleidete Strandschönheiten, den Karneval in Rio de Janeiro oder die Wasserfälle von Iguaçu. Jenseits von Copacabana und Zuckerhut und Corcovado hat sich Brasilien jedoch zu einer Hochburg freier Software entwickelt, aus der verstärkt neue Betriebssysteme mit dem Pinguin als Maskottchen stammen.

Steckbrief Brlix

Name Brlix

Aktuelle Version/Codename Brlix 1.1
Land Brasilien
Basiert auf Debian
Medien Live-CD
Paketmanager DPKG/Apt
Primärer Desktop KDE 3.5.10
Alternative Desktops -
Kernel-Version 2.6.27.27
Entwicklerteam Epidemus Ltda., Jaraguá do Sul, SC, Brasil
Release-Zyklus unregelmäßig
Stärken sehr gute Stabilität, sehr leicht erlernbar für Umsteiger, sehr gute Hardware-Erkennung
Schwächen standardseitig nur eine GUI, deutsche Lokalisation teils unvollständig

Während das ästhetisch anmutende Dreamlinux sich inzwischen fest etabliert hat und international großer Beliebtheit erfreut, fristet Brlix (http://www.brlix.com), eine aus dem ehemaligen Famelix hervorgegangene Distribution, zu Unrecht noch ein Nischendasein.

Brlix wendet sich in erster Linie an Anwender, die bisher proprietäre Betriebssysteme genutzt haben und auf Linux umsteigen wollen. Deshalb ahmten die Entwickler das Design von Brlix dem Look & Feel der verschiedenen Windows-Versionen nach, sodass der Linux-Einsteiger auf den ersten Blick kaum Unterschiede zu diesen System feststellt. Das minimiert den Aufwand beim Einarbeiten.

Bewährte Innereien

Mit der äußerlichen Ähnlichkeit erschöpfen sich allerdings schon die Gemeinsamkeiten von Brlix und den Produkten aus Redmond: Unter der Haube des Linux aus Santa Catarina werkelt ein Debian-System, das die Entwickler um den grafischen Desktop KDE in der bereits etwas älteren, jedoch bombenstabil arbeitenden Version 3.5.10 bereichert haben. Mit einem modifizierten Kernel 2.6.27 setzt Brlix ebenfalls auf ein solides Fundament, führt jedoch im Gegensatz zum originalen Debian im Bereich der Applikationssoftware durchgängig aktuelle Versionen ein.

Schon beim Start der Live-CD fällt angenehm ins Auge, dass der Grub-Bootmanager in Brlix verschiedene Sprachen zur Auswahl anbietet: So bootet die Distribution auf Wunsch in brasilianischem Portugiesisch, Italienisch, Spanisch oder Deutsch. Sollten Probleme mit der Hardware auftreten, startet das System in jeder Sprachvariante in einem abgesicherten Modus, der auf nahezu jedem System zum Erfolg führt. Nach dem recht schnellen Bootvorgang präsentiert sich das System zunächst in einem Look, der stark an Windows Vista erinnert (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Brlix-Oberfläche bietet Umsteigern von Windows kaum nennenswerte Hindernisse.

Selbst die Widgets mit Analoguhr und Kalender bietet Brlix dank Superkaramba. Das Control-Panel ähnelt dem anderer Systeme, und wer das Look & Feel älterer Plattformen aus Redmond bevorzugt, stellt dies über das Menü Erscheinungsbild | Ändern Design und einen Klick auf das Control-Panel-Icon ein (Abbildung 2).

Abbildung 2: Auch für ehemalige Anwender älterer Microsoft-Betriebssysteme bietet Brlix einen reibungslosen Umstieg.

Jede Menge Applikationen

Brlix bringt – wie von Linux-Distributionen gewohnt – eine stattliche Menge an Applikationen mit, wobei jedoch in einigen weniger häufig genutzten Bereichen Standardprogramme fehlen. So suchen Sie in der Live-Version den Bildbearbeitungsboliden Gimp vergeblich. Auch der Audioplayer Amarok schaffte es nicht auf die CD: Statt seiner integrierten die Entwickler kurzerhand den schlanken und schnellen Player Audacious.

Für die Wiedergabe von Video- und Filmdateien zeichnet der SMPlayer in der Version 0.6.1 verantwortlich, der erfreulicherweise von Haus die meisten Codecs beherrscht, sodass umständliche Nachinstallationen in aller Regel entfallen. Damit Sie auch CDs und DVDs zuverlässig selbst herstellen können, liefert Brlix als Brennprogramm das intuitiv zu bedienende Standardprogramm K3b in Version 1.0.5 mit. Das einziges Manko des K3b-Brenners liegt im bislang noch fehlenden Support für Blu-ray, sodass Sie auf das Erstellen von BD-Medien verzichten müssen.

Zum Einbinden in ein heterogenes Netzwerk bringt Brlix den Samba-Client mit, und damit Sie Software von anderen Plattformen einsetzen können, legten die Entwickler eine Java-Runtime-Engine sowie den Emulator Wine in Version 1.01 dazu. Somit darf Brlix zu Recht als Integrationsplattform gelten, die auch den Einsatz Linux-fremder Programme ohne Zusatzinstallationen ermöglicht.

Für die Kommunikation via Internet stehen Programme aus dem KDE-Fundus bereit (Kontact, AMSN, KGet), als Webbrowser kommt das Firefox-Derivat Iceweasel in Version 3.5.5 zum Einsatz. Damit findet sich für jene Anwender, die verschiedene Internet-Dienste intensiv nutzen, faktisch jede wichtige Applikation. Mit Kontact liegt zudem ein kompletter Personal Information Manager bei.

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Kommentare
X läuft nicht ...
Bernd (unangemeldet), Dienstag, 16. März 2010 19:28:53
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habe eine Radeon 128 (keine Kommentare) - Wie kann ich den passenden Grafiktreiber beim Start auswählen?


Bewertung: 127 Punkte bei 4 Stimmen.
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Re: X läuft nicht ...
Bernd (unangemeldet), Dienstag, 16. März 2010 19:51:36
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kennt Jemand den Nutzer und das Kennwort? Kann mich nicht an der Konsole anmelden.


Bewertung: 58 Punkte bei 2 Stimmen.
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Re: X läuft nicht ...
Brick (unangemeldet), Montag, 29. März 2010 13:06:16
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Du kannst dich als normaler User mit Brlix/Brlix oder als Root mit root/root anmelden.


Bewertung: 72 Punkte bei 5 Stimmen.
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Sprachsupport
Johann Karsten (unangemeldet), Mittwoch, 24. Februar 2010 13:23:42
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Es ist interessant zu sagen, dass die BRLix hat auch Sprachunterstützung für Deutsch, Italienisch, Spanisch und Englisch.


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Re: Sprachsupport
Eduardo Klein (unangemeldet), Mittwoch, 24. Februar 2010 13:33:14
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Jaragua do Sul ist eine Stadt in Santa Catarina, ein Brasilianischestaat, dass eine große Gruppe von deutschen Einwanderern hatte. Diese Arbeit BRLix alt schon ist. Begann im Jahr 2003 als Famelix. Es erhielt mehr als 13 Millionen Downloads von einem einzigen Site (www.codigolivre.org.br).

Der Schwerpunkt der Arbeit war schon immer Der Windows-Anwender, um es in der Linux-Welt zu bringen.


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