Grundausstattung

Als reines Konsolentool gibt sich die Tarsnap-Software für Desktopanwender recht sperrig. Doch nach einigen Handgriffen kommen Sie in den Genuss vollautomatisierter Backups. Um den gesamten Upload abzusichern, verwendet Tarsnap selbstverständlich eine Verschlüsselung. Mit dem Befehl

$ tarsnap-keygen --keyfile Datei --user Mailadresse --machine Hostname

erstellen Sie einen Schlüssel, der auf Ihrem Rechner verbleibt. Außerdem benötigt Tarsnap ein Cache-Verzeichnis, das Sie bei Bedarf über die Option --cachedir Verzeichnis angeben. Die Beispielkonfiguration, die Sie mit dem Archiv erhalten, weist dieser Variable den Pfad /usr/local/tarsnap-cache zu. Achten Sie darauf, dass Sie Tarsnap mit Root-Rechten ausführen, falls das Cache-Verzeichnis außerhalb Ihres Home-Ordners liegt. Ein typischer Tarsnap-Aufruf sieht folgendermaßen aus:

$ tarsnap --keyfile Datei -c -f Backup-NamePfad

Die Option -c steht dabei für create und erstellt das Backup. Mit der Option -f geben Sie dem Archiv einen entsprechenden Namen. Abschließend geben Sie das Verzeichnis an, das Sie sichern möchten. Weitere grundlegende Funktionen entnehmen Sie der Tabelle "Tarsnap-Optionen". Eine Komplettbeschreibung der Tarsnap-Funktionen erhalten Sie über man tarsnap.

Tarsnap-Optionen

-c Backup erstellen
-d Backup löschen
-x Backup zurück auf die Festplatte spielen
-t Inhalt des Backups anzeigen
--list-archives Liste der bereits erstellten Backups anzeigen
--print-stats Übersicht zum verbrauchten Platz in Byte
--nuke Alle erstellten Backups löschen (erfordert die Eingabe des Strings No Tomorrow)

Möchten Sie zum Beispiel am nächsten Tag ein weiteres Backup anlegen, verwenden Sie unbedingt einen anderen Namen für das Archiv: Ein Überschreiben funktioniert nicht. Trotzdem läuft die Sicherung nun deutlich schneller, weil Tarsnap dank des Cache-Verzeichnisses erkennt, welche Dateien tatsächlich neu hinzukamen oder sich geändert haben. In der Statistik (--print-stats) zeigt der Server deshalb sowohl die Größe aller Archive an als auch die Menge der eigentlichen Daten (unique data) ohne doppelte Blöcke. Tarsnap berechnet nur den Unique-Data-Wert (Abbildung 2).

Praxistest

In der Praxis möchte natürlich niemand täglich lange Befehlsketten für ein Backup eingeben. Über eine Konfigurationsdatei kürzen Sie den Befehl schon einmal ordentlich ab. Erstellen Sie hierfür die Datei .tarsnaprc in Ihrem Home-Ordner oder systemweit als /etc/tarsnap.conf. Geben Sie dort in zwei Zeilen den Ort des Schlüssels und des Cache-Verzeichnisses ein:

chachedir Verzeichnis
keyfile Datei

In der Befehlskette entfallen damit die Optionen --cachedir und --keyfile. Weitere Konfigurationsmöglichkeiten verrät die zugehörige Manpage man tarsnap.conf.

Über einen Cronjob automatisieren Sie letztendlich den täglichen oder wöchentlichen Aufruf. Für das tägliche Pflichtupdate um 22 Uhr öffnen Sie als Benutzer root die Datei /etc/crontab und geben eine Zeile wie in Listing 1 ein.

Listing 1
00 22 * * * tarsnap --keyfile Datei --cachedir Cache-Verzeichnis -c -f backup-`date +\%Y\%m\%d` /home/Benutzer

Haben Sie bereits eine Konfigurationsdatei erstellt, benötigen Sie die Optionen für das Cache-Verzeichnis und den Schlüssel nicht. Die Zeichen nach backup- hängen dem Archivnamen zur besseren Übersicht noch das Systemdatum an. Prinzipiell darf jeder Benutzer einen solchen Cronjob ausführen. Dann müssen sich aber Konfigurationsdatei, Cache-Verzeichnis und ein individueller Schlüssel in dessen Rechtebereich befinden.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Schnappschuss
    Wichtige Dokumente gehören ins Backup. Das Konsolen-Tool Duplicity verschlüsselt für Sie Daten und Transfer ausschließlich mit Bordmitteln.
  • Backups mit Rsnapshot
    Mit Rsnapshot legen Sie auf einfache Art sowohl lokale Backups als auch Sicherungen auf entfernten Maschinen an. Das Rotationsprinzip des Tools gibt Ihnen dabei schnellen Zugriff auf ältere Dateiversionen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 01/2018: FLINKE BROWSER

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Linux Mint als Zweitsystem
Wolfgang Robert Luhn, 13.01.2018 19:28, 1 Antworten
Wer kann mir helfen??? Habe einen neuen Laptop mit vorinstaliertem Windows 10 gekauft. Möchte g...
externe soundkarte Kaufempfehlung
lara grafstr , 13.01.2018 10:20, 3 Antworten
Hallo Ich bin auf Suche nach einer externen soundkarte.. Max 150 Euro Die Wiedergabe is...
Prozessor-Sicherheitslücke Meltdown und Spectre
Wimpy *, 06.01.2018 10:45, 2 Antworten
Ich habe heute ein Sicherheitsupdate "ucode-intel" für openSuse 42.3 erhalten. Ist damit das Prob...
LENOVO ideapad320 Touchpad Linux Mint 18
Peter Deppen, 23.12.2017 16:49, 3 Antworten
Hallo, bin Linux Anfänger und habe das Problem, dass das Touchpad auf dem LENOVO ideapad320 mit L...
PClinuxOS
Günter Beckmann, 20.12.2017 09:51, 1 Antworten
Hi, LUC, hat jemand von Euch Erfahrung mit dem in Heft 12/2017 vorgestelletn PClinuxOS? Ich...