Fazit

Das große Plus der OpenSuse-VorKon-Ausgabe besteht – neben den wenigen Eigenentwicklungen – darin, dem Anwender Arbeit abzunehmen: Je nach Einsatzbereich erleichtern die VorKon-Pakete vor allem die Konfiguration zickiger Hardware und das Zusammensuchen der Software für multimediale Inhalte. Gelungen fanden wir die Zusammenstellung geballten Linux-Wissens in der Rubrik Dokumentation. Gerade neugierige Linux-Anfänger finden hier einen Einstieg nach Maß.

Nicolaus Millin im Interview

LinuxUser:OpenSuse gilt als umfassend ausgestattete und leicht zu bedienende Distribution. Warum haben Sie sich entschieden, trotzdem eine erweiterte Ausgabe zu vermarkten?

Nicolaus Millin: Gerade Ein- und Umsteiger stellen oft erst nach einer zähen Einarbeitungszeit fest, dass OpenSuse viel kann und nicht schwer zu bedienen ist. Anfangs dagegen haben sie ein Problem, erst einmal genügend Informationen zu finden. Diese Lernkurve abzukürzen, ist die hauptsächliche Idee hinter der VorKon: Wer dank vorkonfigurierter Software und umfangreicher Dokumentation zügig und ohne große Umwege zu einem zufriedenstellenden System gelangt, hat eine solide Basis, um von dort aus seine Erkundungen in die weitere Linux-Welt etwas entspannter anzugehen.

[?]Warum haben Sie sich ausgerechnet für das OpenSuse-Projekt entschieden? Könnte man nicht ebenso gut auf dem ebenfalls sehr erfolgreichen Ubuntu aufbauen?

[!] Ja, durchaus – nur komme ich selbst aus der OpenSuse-Welt und kenne dieses System daher besser als andere Distributionen. Prinzipiell wäre aber auch eine Ubuntu- oder Fedora-VorKon denkbar.

[?]Worin sehen Sie den wichtigsten Mehrwert der OpenSuse VorKon gegenüber dem Community-Produkt?

[!] Der Anwender erhält, ohne lange im Internet suchen zu müssen, eine ausführliche Dokumentation und jede Menge zusätzliche Software. Die vorkonfigurierten Anwendungen ersparen viele potenzielle Probleme mit Hardware, YiPI bietet ganz Ähnliches in Sachen Software: Man muss nicht mehr Programme auf Verdacht installieren, sondern kann schon vorher sehen, was sie bieten und wo ein paar Ecken und Kanten lauern. Und nicht zuletzt erleichtern der Installationssupport und die automatischen Updates gerade Einsteigern das Leben.

[?]Welche VorKon-Version verkaufte sich bisher am Besten, und welche war etwas träger im Geschäft?

[!] Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, insbesondere weil sich der Markt ständig ändert. Dazu trägt zum einen der Erfolg oder Misserfolg anderer Distributionen bei, zum anderen die im Fluss befindliche Infrastruktur etwa hinsichtlich der Verbreitung von DSL. Insgesamt bleibt bislang aber wohl OpenSuse 10.3 ein Tiefpunkt, sowohl technisch als auch in Bezug auf den Umsatz. Bei der aktuellen Version sieht das ganz anders aus.

[?]Wie sieht die Zukunft für die VorKon-Reihe aus? Führen Sie diese in gewohnter Art weiter, oder haben Sie auch Ambitionen, direkt Verbesserungen am System einzuarbeiten? An welchen Neuerungen arbeiten Sie für ein eventuelles OpenSuse 11.3 VorKon?

[!] Am System direkt zu arbeiten verbietet sich aus Zeitgründen. So viel Umsatz ist mit der VorKon bei meinem kleinen Unternehmen nicht möglich. Ich nehme vor allem Anregungen von Endanwendern auf und sehe zu, dass das System für sie leichter benutzbar wird. Für die Zukunft denke ich natürlich an Neuerungen – aber wer erzählt schon vorher, was im Überraschungspaket drin ist?

[?]Vielen Dank für das Gespräch, Herr Millin!

Infos

[1] Nicolaus Millin Verlag GmbH: http://www.millin.de

[2] Packman-Repo: http://packman.links2linux.de/

[3] Softmaker GmbH: http://www.softmaker.de/of.htm

[4] YiPI online: http://www.vorkon.de/vkd/vkd-vorkon-yipi/opensuse/11/2/

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  • Linux im Shop
    Wer freie Software "kauft", erwirbt in der Regel nicht das Programm, sondern eine damit verbundene Dienstleistung. So verhält es sich auch mit dem Online-Shop des Millin-Verlages.
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    Für 20 Euro bietet der Millin-Verlag eine besonders gut ausgestattete Ausgabe der 32-Bit-Version von OpenSuse 10.3 an.
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