Applikationen

Je mehr Applikationen beim Sammeln der Metadaten zusammenarbeiten, also den selben Index zum Speichern ihrer Meta-Informationen benutzen, desto attraktiver wird es für andere Applikationen, ebenfalls auf diesen Speicher zuzugreifen. Das befördert den Austausch von Informationen zwischen Applikationen und ermöglicht damit auch ergonomischere Workflows.

Der Bildbetrachter Gwenview demonstriert, dass die Integration von Metadaten auch weiter gehen kann, als nur ähnliche Dateien zu öffnen. Sobald sie im Menü Ansicht unter Vorschaubilder die Bewertung einschalten, können sie Bilder direkt im Übersichtsmodus bewerten (Abbildung 7). Dafür gibt es übrigens auch Kurzbefehle: Drücken sie beim Betrachten eines Bildes eine Zifferntaste zwischen Eins und Fünf, erhält das Bild die entsprechenden Bewertung. Auf diese Art verleihen Sie der Masse von Bildern schnell Klasse. Im Übersichtsmodus, in dem Gwenview startet, greifen Sie zudem direkt auf Schlagworte zu, sodass sie ihre Bilder auch "semantisch" betrachten können (Abbildung 8).

Abbildung 7: Metadaten im Bildbetrachter: In Gwenview bewerten Sie die Bilder direkt beim Betrachten.
Abbildung 8: Im Übersichtsmodus präsentiert Gwenview die Bilder bei Bedarf nach Schlagworten sortiert.

Nachrichten

Die mit KDE SC 4.5 im kommenden Sommer erwartete Umstellung von Kontact auf Akonadi [7] wird die semantischen Features auch in den PIM-Bereich bringen. Akonadi übernimmt dann in der KDE Software Compilation die Rolle des Nachrichtenzentrums. Die KMail-Hacker benutzen dann die Nepomuk-Technologien zur Indizierung von E-Mails, und auch deren Attachments bleiben dabei nicht außen vor. Da die zur Datenindizierung verwendete Libstreams wie beschrieben auch die Suche in einem verschachtelten Dokument ermöglicht, untersucht sie auch Dokumente, die beispielsweise in einem gezippten Archiv einer E-Mail beiliegen. Die aus den Nachrichten extrahierten Metadaten speichert das System über Nepomuk verlinkt, sodass sich eine semantische Struktur über die Mailbox legen lässt. Das verkürzt nicht nur die Suche nach bestimmten Nachrichten, sondern ermöglicht auch die Wiedergabe von E-Mails im Kontext anderer Daten.

Sicherlich fragen Sie sich nun, ob sie dann alle Daten per Hand verlinken müssen. Diese Arbeit nehmen Ihnen die KDE-Entwickler mithilfe von Nepomuk ab – zumindest zum Teil. Die Indizierung von Daten stellt nur einen Weg dar, um Dokumente zu verlinken. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Metadaten automatisch zu sammeln: Programme können zum Beispiel speichern, an welchen Dokumenten sie gleichzeitig arbeiten, und diese dann automatisch miteinander verbinden. Auch die Herkunft von Dokumenten lässt sich nutzen, um Dateien wertvolle Meta-Informationen zu verleihen. So werden Sie in Zukunft wohl auch sehr viel einfacher und schneller herausfinden, an wen Sie wann ein Dokument als E-Mail-Attachment verschickt haben.

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Kommentare
Und die Praxis heute?
Hans-Dieter Schulze, Freitag, 12. März 2010 18:42:12
Ein/Ausklappen

Schade, dass im Artikel nicht auf die derzeitigen Probleme eingegangen wird.
Ich nutze die aktuelle KDE-Version 4.4.1.
Die Volltextindizierung funktioniert bei vielen PDF-Dokumenten nicht.
Der Indexer läuft fast permanent mit hoher CPU- und Speicherlast.
Obwohl sich in den meisten Verzeichnissen nichts ändert, werden diese neu indiziert und die Anzahl der indizierten Dateien schwankt zwichen 31000, 0 und 31000 .

Es gibt also noch viel zu tun.


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