Rechenleistung

Wir testen den Core i5 661 auf einem DH55TC-Motherboard von Intel mit H55-Chipsatz und zweikanaligem DDR3-1333. Für die CPU-Tests verwenden wir zur besseren Vergleichbarkeit mit anderen Chips Ubuntu 9.04, bei den GPU-Tests nutzen wir Ubuntu 10.04 Beta mit dem neuesten Kernel 2.6.33rc7, der Intels neue 2009Q4-X.org-Treiber [2] schon mitbringt.

Unter dem Codenamen IGDNG arbeitet Intel bereits seit Juni 2009 an Linux-Unterstützung für den neuen Grafikkern. Ein Kernel neuer als 2.6.32 ist Pflicht, für Video-Overlay per Kernel Mode Settings gar 2.6.33. Ein Versuch, den Treiber in früheren Ubuntu-Versionen einzubinden, schlug fehl. Saubere Unterstützung des integrierten GMA-HD-Grafikchips mit der PCI-ID 8086:0042 ist also erst für die Mitte des Jahres kommenden aktuellen Linux-Varianten zu erwarten.

Der Core i5 661 schlägt sich in Rechentests gut (siehe Tabelle "CPU-Benchmarks (64 Bit)"). In Singlethread-Tests zeigt er sich dank deutlich höherer Taktrate dem gleich teuren Core i5 750 mit 2,66 GHz überlegen. In Multithread-Tests (x264, Povray) allerdings arbeitet letzterer trotz fehlendem Hyperthreading jedoch dank vier echten Kernen einen klaren Vorsprung von bis zu 40 Prozent heraus. In der Summe aller Tests übertrifft der Core i5 750 den 661 um rund 17 Prozent. Ein Core i7 870 mit Hyperthreading ist satte 46 Prozent schneller als der i5 661 – kostet allerdings auch fast drei Mal so viel.

Im Vergleich zur AMD-Konkurrenz liegt der Core i5 661 knappe acht Prozent vor einem Athlon II X4 630 mit vier echten Kernen, aber nur 2,8 GHz Takt und ohne L3-Cache. Nach der Einführung des 2,9 GHz schnellen Athlon II X4 635 im Januar kostet der 630 allerdings nur noch 99 US-Dollar – halb so viel wie der Core i5 661. AMDs schnellster Phenom, der Phenom II X4 965 Black Edition, werkelt wiederum 14 Prozent schneller als der Core i5 661. Der Phenom schluckt zwar deutlich mehr Strom, kostet aber exakt genausoviel.

CPU-Benchmarks (64 Bit)

  Kompilieren (Files/s) Encoding (Faktor / Frames/s)     Kompression (MByte/s)     Raytracing (Pixel/s)   1080p-H.264-Replay (fps)
  Compilebench OGG MP3 x264 Bzip2 7zip Rar Povray Yafray Mplayer LUbench-Wert1
Core i5 870 2,93 GHz+ 774,14 50,05 22,63 18,43 12,6 4,39 9,61 4767,12 5346,95 335,2 694,77
Core i5 750 2,66 GHz 779,69 44,41 20,19 14,04 11,27 4,14 8,76 3194,93 3578,89 246,9 549,58
Phenom II X4 965 3,4 GHz 779,5 41,16 19,09 14,1 11,36 3,76 6,77 3560,29 3432,79 225,7 531,6
Athlon II X4 630 2,8 GHz 787,29 33,88 15,74 11,69 7,82 2,87 4,71 2934,89 2834,91 188,97 430,88
Core i5 661, 3,33 GHz+ 730,84 45,38 21,62 10,05 10,45 3,55 6,53 2552,52 3047,92 183,1 468,43
größer = besser, Test unter Ubuntu 9.04 mit LUbench v2.1.1, "GHz+" bedeutet mit Turbo; 1 addierte egalisierte Durchschnittswerte pro Disziplin * 100

Pixelpower

Testberichten aus dem Windows-Lager zufolge soll Intels GMA HD zumindest der Chipsatzgrafik von ATI und Nvidia nun endlich das Wasser reichen können [3]. Unter Linux trifft das momentan definitiv nicht zu, was wohl größtenteils auf (noch) nicht ausgereifte Treiber zurückzuführen ist. Immerhin scheinen auch unter Windows die Treiber noch nicht ganz optimal zu arbeiten [4].

Im Test unter Ubuntu 10.04 sieht der GMA HD gegen eine ATI Radeon HD 4200 in einem 785G-AM3-Chipsatz mit ATIs eigenen Treibern kein Land (siehe Tabelle "Grafiktests"). Der im ATI-System verwendete Phenom 965 mit 3,4 GHz hat zwar vier echte Kerne; da die Grafiktests allerdings nur einen davon nutzen, bleibt die CPU-Leistung sogar schwächer als bei einem dank Turbo-Modus auf 3,6 GHz selbstübertakteten Core-i5-661-Kern.

Die neue Radeon HD 4200 (RV620) Chipsatzgrafik ist nahezu baugleich mit dem Vorgänger Radeon HD 3200 (RV610) von Januar 2008 mit 40 Shader-Units, zwei GTexel/GPixel Füllrate, 500 MHz Kerntakt und 533 oder 666 MHz Speichertakt (DDR3-1066 beziehungsweise DDR3-1333) – lediglich die Video-Beschleunigung hat ATI auf UVD2 modernisiert. Wie sich im Nachhinein herausstellte, hat das in Heft 02/2010 [5] getestete Acer Ferrari One einen mit nur 380 MHz Kern- und 266 MHz Speichertakt stark gebremsten Radeon HD 3200, was wohl der Hauptgrund für dessen deutlich schlechtere Grafikperformance war.

Im besten Fall war unter SpecViewperf die Radeon HD 4200 über zehn Mal leistungsfähiger als der GMA HD, im schlechtesten Falle immer noch 69 Prozent schneller. Im Durchschnitt erzielt ATI einen Vorsprung von satten 377 Prozent. Und selbst in Nexuiz und GTKperf zeichnete ATIs Chipsatz-Konkurrenz 63 beziehungsweise 73 Prozent schneller. Unser Sauerbraten-Shadertest verweigerte aus unerfindlichen Gründen unter beiden Chipsatzlösungen seinen Dienst.

Grafiktests

GPU Intel GMA HD IGP ATI Radeon HD 4200 IGP Nvidia Geforce 8800 GTS
CPU Core i5 661 Phenom II X4 965 Core i5 661
Nexuiz 2.4 (FPS Durchschnitt) 40 65 298
Gtkperf 0.4 (Durchläufe/s) 14,3 24,7 28,33
SpecViewperf 10.0 (FPS)
3DS Max-04 6,8 14,8 19,5
Catia-02 4 15,2 19,2
Ensight-03 2,9 9,6 20,3
Maya-02 16 27 52,5
ProE-04 2 12,5 19,3
Solidworks-01 3,3 25,7 34,4
NX Teamcenter Vis-01 0,7 6,8 6,9
UG NX-01 1,5 4,2 4,4

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Kommentare
ubuntu 10.04 LTS desktop works
Robbie Morrison (unangemeldet), Samstag, 01. Mai 2010 10:20:14
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Hope English is okay. Your last sentence reads:

"Linux supports chipset graphics from kernel 2.6.33, until then you need a dedicated graphics card."

I just completed a flawless install of 10.04 desktop on a new Intel Core i5-520M chipset with QM57 on-board graphics. This indicates that the Ubuntu version of 2.6.32 works fine too.



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