Druckerfreigabe

Nachdem Apple das Unternehmen hinter dem freien Druckserver Cups [5] vor drei Jahren übernommen hat [6], erhielt auch dieser Unterstützung für Avahi. Die Druckerfreigabe läuft dabei weitgehend intuitiv ab.

In Gnome öffnen Sie beispielsweise die Druckereinstellungen unter System | Systemverwaltung | Drucken und steuern im Menü über Server | Einstellungen die Konfiguration des Druckservers an. Wie in Abbildung 1 dargestellt aktivieren Sie nun über die Option Freigegebene Drucker anderer Systeme anzeigen, dass entfernte Drucker automatisch angezeigt werden. Umgekehrt ermöglichen Sie über Alle freigegebenen Drucker veröffentlichen, die mit diesem System verbunden sind die Freigabe eigener Drucker.

Abbildung 1: Mit Avahi geben sie ihre Drucker über Cups frei.

Sollten ihre Drucker an einem Server ohne graphische Oberfläche angeschlossen sein, dann können Sie über den Befehl cupsctl die Druckerfreigabe sowie die Erkennung im Netzwerk freigegebener Drucker steuern. Die Option --remote-printers aktiviert die automatische Druckervermittlung, --share-printers gibt die lokalen Drucker im Netzwerk frei.

Alternativ rufen sie das Webfrontend des Druckservers über die URL http://Servername:631 in einem Browser auf. Die Optionen Zeige freigegebene Drucker von anderen Systemen und Freigeben von Druckern welche mit diesem System verbunden sind finden sie im Tab Verwaltung des Cups-Webfrontends.

Musikfreigaben

Als ebenso einfach erweist sich das Freigeben der eigenen Musiksammlung im lokalen Netz über das Protokoll DAAP. So können Sie ihre Songs und Alben auf dem Desktop-PC mit großer Festplatte oder dem Mediacenter-PC im Wohnzimmer zentral speichern und die Musik ohne große Umstände beispielsweise über ihr Notebook ein per WLAN im Netzwerk hängendes Smartphone abspielen.

Am einfachsten richten Sie solch eine Musikfreigabe über die Medienverwaltung Rhythmbox ein: Es ist das einzige Musikprogramm, das nicht nur DAAP-Audiofreigaben abspielen kann, sondern auch als DAAP-Server fungiert. Die meisten mit der Desktopumgebung Gnome ausgestatteten Distributionen installieren Rhythmbox bereits vor. Musik-Freigaben anderer Rechner zeigt Rhythmbox von Haus aus in der Wiedergabeliste auf der linken Seite unter Verteilt an. Das Verteilen der Musik-Datenbank an andere Rechner müssen Sie jedoch erst über Bearbeiten | Plugins | DAAP-Musikverteilung | Konfigurieren | Eigene Musik verteilen aktivieren.

Eine Alternative zu Rhythmbox bietet das Programm Tangerine [8]. Dieser DAAP-Server gibt sowohl Musiksammlungen aus Banshee, Rhythmbox oder Amarok als auch komplette Verzeichnisse via DAAP frei. Unter Gnome finden sie Tangerine nach der Installation nicht etwa im Anwendungsmenü, sondern unter System | Einstellungen | Tangerine Media Sharing. Das Erstellen der Freigabe beschränkt sich auf das Setzen des Häkchens bei Enable Music Sharing. Sobald sie das erledigt haben, tauchen ihre Freigaben bei DAAP-fähigen Musikprogrammen automatisch auf.

Zu den Programmen, die zwar Musik via DAAP abspielen, aber nicht als DAAP-Server agieren können, gehören Banshee, Amarok und auch Winamp unter Windows. Banshee (Abbildung 2) zeigt DAAP-Streams automatisch unter Freigegebene Musik in der linken Seitenspalte an. Einstellungen zu DAAP finden sie in Banshee unter Bearbeiten | Einstellungen | Erweiterungen | DAAP-Freigabe.

Abbildung 2: Rhythmbox und Banshee spielen Musik über DAAP ab.

Auch Amarok kann in der Theorie DAAP-Freigaben abspielen, erweist sich in der Praxis jedoch dabei als nicht sonderlich stabil und intuitiv. Es zeigt DAAP-Freigaben nicht automatisch an, stattdessen müssen Sie wie in Abbildung 3 gezeigt die Freigabe über Medien abspielen | Netzwerk | Netzwerk | Rechner auswählen | Musik von XXX erst von Hand laden. Allerdings wollte Amarok 2.2.0 (die Amarok-Version aus Kubuntu 9.10) partout keine Freigaben im LAN entdecken. Erst ein Update auf die gerade eben veröffentlichte KDE Software Compilation 4.4 (Amarok 2.2.2) brachte Amarok dazu, DAAP-Freigaben wieder zu finden. Allerdings stürzt das Programm ab, sobald man die Freigabe laden möchte.

Abbildung 3: In KDEs Mediaplayer Amarok ist DAAP leider gut versteckt.

DAAP arbeitet übrigens plattformübergreifend, sodass auch Programme für Windows oder Mac OS X DAAP-Freigaben von Rhythmbox oder Tangerine abspielen. Das gilt beispielsweise für iTunes auf Mac OS X und Windows, und auch für Winamp gibt es ein DAAP-Plugin [9].

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