Keine Überraschungen

Beim Auspacken der Testgeräte bietet sich uns in nahezu jeder Schachtel das gleiche Bild: Der oder die Adapter obenauf, dazu je ein Netzwerkkabel pro Adapter und – um das ganze abzurunden – eine CD und ein paar kleine Zettelchen. Bei letzteren handelt es sich wahlweise um die Schnellstartanleitung, die Konformitätserklärung oder gar ein Hinweis auf die GPL. Letzteren fanden wir jedoch nur bei einem Hersteller. Zwei weitere versteckten den Hinweis darauf, dass sie freie Software nutzen, auf der CD oder erst auf der Website. Die verbleibenden zwei Anbieter verwenden entweder tatsächlich keine Open-Source-Bestandteile oder haben nur "vergessen", es bekannt zu geben. Was sich in keiner Verpackung fand, war eine vollständige Bedienungsanleitung_ Diese gab es bei allen Herstellern nur von CD oder wahlweise aus dem Internet.

Warum wir das fehlende Handbuch so explizit erwähnen? Ganz einfach: In sechs von acht Schnellstartanleitung findet sich kein Hinweis darauf, wie man die Adapter verschlüsselt in Betrieb nimmt. Nur Netgear und Zyxel (beim PLA-491) weisen darauf hin, wie schnell die sichere Verbindung steht. Hier hätten wir etwas mehr Information erwartet. Bei so mancher CD versteckte sich das Handbuch zudem tief in der Verzeichnisstruktur und war auf dem Linux-PC nicht schnell zu finden. Per Autostart auf dem Windows-PC wäre das zwar schneller gegangen, aber nicht jedermann hat so etwas zur Hand.

Glücklicherweise waren wir bei der Inbetriebnahme dann doch nicht ausschließlich auf die nicht gedruckten Informationen angewiesen. Alle Adapter lassen sich nämlich nahezu gleich bedienen. Allen gemein ist auch ihr technisches Grunddesign: Je Adapter gibt es drei LEDs – je eine für den Netzwerk-, den Powerline- und den Betriebsstatus. Hinzu kommt ein Knopf, der meist als Encrypt oder ähnlich bezeichnet ist.

Schwarz und Weiß

Beim optischen Design und bei der Ausstattung hingegen gehen die Hersteller ganz unterschiedliche Wege. Das Pärchen Allnet 168205 (Abbildung 2) und der Netgear-Adapter XAV101 (Abbildung 3) sind ganz schlicht weiß gehalten und bringen einen einzelnen Netzwerkanschluss mit. Der zweite Netgear-Adapter XAV1004 (Abbildung  4) hat derer gleich vier und dient – wie auch einer der beiden Powerline-Adapter von Linksys (PLS300 und PLE300, Abbildung 4 und**5) – auch als Switch.

Die beiden Linksys-Geräte stechen aus dem Testfeld hervor, da sie einen Aufsteller mitbringen und sich so mit ihrem ansprechenden Design gut in Wohnumgebungen einpassen sollen. Zyxels PLA-407 (Abbildung 6) und Devolos 200 AVplus (Abbildung 7) sind schneeweiß und mit einer Steckdose ausgestattet. Dahinter sitzt jeweils noch ein Entstörfilter, der Komplikationen mit Netzteilen verhindern sollen, sowie eine Schutzschaltung gegen Überspannungen. Die Adapter F5D4074de (Abbildung 8) und F5D4076de (Abbildung 9) von Belkin weisen wieder je nur einen Netzwerkanschluss auf und hüllen sich in ein hochglänzendes schwarzes Plastikgehäuse.

Als echter Hingucker fällt der Zyxel PLA-491 auf (Abbildung 10): Er integriert in einem Gehäuse Powerline-Adapter, Switch und eine Vierfach-Steckdosenleiste. Praktisch: Sowohl der Powerline-Switch als auch die Verteilerleiste lassen sich jeweils über einen eigenen Schalter an der Oberseite des Gehäuses abschalten.

Abbildung 2: Allnet 168205
Abbildung 3: Netgear XAV101
Abbildung 4: Linksys PLS300 und Netgear XAV1004
Abbildung 5: Linksys PLE300
Abbildung 6: Zyxel PLA-407
Abbildung 7: Devolo 200 Avplus
Abbildung 8: Belkin F5D4074de
Abbildung 9: Belkin F5D4076de
Abbildung 10: Zyxel PLA-491

Die erste Installation der Powerline-Pärchen ist schnell abgeschlossen: Auspacken, einstecken, Kabel anschließen, fertig. Adapter des selben Herstellers finden ohne Probleme innerhalb von Sekunden zu ihresgleichen. Beim Plug'n'Play-Verbinden verschiedener Fabrikate untereinander klappt es nicht ganz so reibungslos. Das führen wir darauf zurück, dass einige Modelle schon ab Werk mit eingeschalteter Verschlüsselung arbeiten, andere nicht. Unverschlüsselt klappt auch fabrikatsübergreifend die Verbindung – doch so will man sein Netz natürlich nicht aufbauen.

Bei allen Adaptern erfolgt die verschlüsselte Verbindung wie folgt: Sie stecken den ersten Adapter ein und drücken dann für eine Sekunde die Taste Encrypt beziehungsweise eine entsprechend äquivalent bezeichnete. Daraufhin beginnen ein oder mehrere Lämpchen zu blinken. Innerhalb der nächsten ein bis zwei Minuten müssen Sie nun den zweiten Adapter einstecken und auch hier die Verschlüsselungstaste drücken. Nun blinken beide Adapter wie wild um die Wette, und fünf bis dreißig Sekunden später steht die Verbindung. Um einen weiteren Adapter hinzuzufügen, gilt es das Prozedere mit einem der bereits im Netz befindlichen Adapter neu durchzuspielen.

Das Prinzip dahinter ist einfach: Für eine kurze Zeitspanne darf der eine Adapter sein Passwort an den zweiten Adapter weitergeben. Nach dem Ende des Initialisierungszeitraums können nur noch solche Adapter miteinander in Verbindung treten, die über das richtige Passwort verfügen.

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