Netz und System

Gemäß Prestos Ausrichtung beschränken sich die Konfigurationsmöglichkeiten des Systems auf ein absolutes Minimum. Mit einem Klick auf Presto Settings, das als Symbol einen gekreuzten Schraubendreher und -schlüssel verwendet, öffnet sich der Werkzeugkasten. Allerdings enthält er nur Tools zum Einstellen des Tastaturlayouts und der Bildschirmgröße. Das Importwerkzeug für Bookmarks, das die Lesezeichen aus Microsofts Internet Explorer importieren sollte, verweigerte im Test seinen Dienst.

Die Xandros-Oberfläche zum Einrichten des Netzwerks nennt sich Network Connections und erinnert an das Pendant von Ubuntu. Sie ermöglicht das Verwalten von (W)LAN-Verbindungen und DSL-Zugängen. Darüber hinaus enthält sie einen einfach zu bedienenden VPN-Einrichtungsassistenten (Abbildung 5).

Abbildung 5: Der Netzwerkmanager von Presto ermöglicht neben der Konfiguration der Netzzugänge auch das einfache Erstellen von VPN-Verbindungen.

Presto lässt jegliche Art von Benutzerverwaltung oder Authentifizierung vermissen. Es kennt nur die beiden Nutzer user und root, jeweils ohne Passwort. Jeder Anwender, der das System mit Presto bootet, erhält also automatisch vollen Zugriff auf sämtliche Ressourcen des Rechners. Auch die Windows-Partition hängt Xandros' Quickstart-Linux beim Booten automatisch im Lese- und Schreibmodus ins Dateisystem ein.

Allerdings haftet dieser Makel nicht Presto alleine an: Auch Puppy Linux fehlt eine Nutzerverwaltung. Es verwendet als Default-User root – ebenfalls ohne Passwort. Auch die freie Distribution hängt die gefundenen Partitionen des Systems automatisch mit Lese- und Schreibrechten ins System ein.

Puppys Konfiguration öffnen Sie über das Desktop-Icon setup. Es erlaubt Ihnen unter anderem das Einstellen des Tastaturlayouts, der Bildschirmauflösung und des Netzwerks. Das Icon Setup Cups printing... startet die webbasierte Konfigurationsoberfläche des Printservers, Setup ALSA sound... den ALSA wizard. Sowohl die Konfigurationstools als auch den Paketmanager und den Installer fasst Setup im Startmenü zusammen.

Ressourcenverbrauch und Geschwindigkeit

Puppy benötigt beim normalen Start üppige 250 MByte freien Hauptspeicher. Das liegt daran, dass es sich in der Grundeinstellung beim Systemstart in den Hauptspeicher lädt. Der damit verbundene Vorteil: Alle aufgerufenen Programme benötigen nur wenige Sekunden, bis sie einsatzbereit sind. Der Systemstart vom Ende des POST-Tests bis zum Bereitstellen der grafischen Oberfläche dauerte auf unserem Testrechner im Schnitt 22 Sekunden.

Hier spielt Presto seinen größten Trumpf aus: Es benötigte im Schnitt nicht einmal 10 Sekunden, bis es einsatzbereit war. Allerdings dauerten die Programmstarts deutlich länger als bei Puppy. Während dort die Mozilla-Suite Seamonkey nicht einmal drei Sekunden zum kompletten Laden brauchte, ließ sich Firefox unter Presto stolze 8 Sekunden dafür Zeit. Der Hauptspeicherverbrauch lag auch bei der Xandros-Distribution bei etwa 250 MByte.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Presto soll Windows-Rechner schnell booten
    Xandros möchte mit seinem Schnellstartlinux Presto Windows-Nutzer zu einer parallelen Linux-Installation bringen.
  • Distribits
  • Puppy Live-CD
    Klein, aber fein: Die Live-Distribution Puppy tritt den Beweis an, dass trotz sparsamen Umgang mit Ressouren Komfort und Ausstattung nicht auf der Strecke bleiben müssen. Auf nur 60 MByte bringt Puppy alles mit, was das Herz begehrt.
  • Flinker Welpe
    Die fehlende Lokalisierung hielt bislang viele Anwender davon ab, sich mit dem schlanken Puppy Linux anzufreunden. Jetzt gibt es die flinke Distribution auch in deutscher Sprache.
  • Schmalspur-Linux
    Moderne Distributionen auf alten Rechnern – wie gut das klappen kann, demonstriert Puppy Linux.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Installation Linux mint auf stick
Reiner Schulz, 10.12.2017 17:34, 0 Antworten
Hallo, ich hab ein ISO-image mit Linux Mint auf einem Stick untergebracht Jetzt kann ich auch...
Canon Maxify 2750 oder ähnlicher Drucker
Hannes Richert, 05.12.2017 20:14, 4 Antworten
Hallo, leider hat Canon mich weiterverwiesen, weil sie Linux nicht supporten.. deshalb hier die...
Ubuntu Server
Steffen Seidler, 05.12.2017 12:10, 1 Antworten
Hallo! Hat jemand eine gute Anleitung für mich, wie ich Ubuntu Server einrichte? Habe bisher...
Tinte sparen bei neuem Drucker
Lars Schmitt, 30.11.2017 17:43, 2 Antworten
Hi Leute, ich habe mir Anfang diesen Monats einen Tintenstrahldrucker angeschafft, der auch su...
Für Linux programmieren
Alexander Kramer, 25.11.2017 08:47, 3 Antworten
Ich habe einen Zufallsgenerator entworfen und bereits in c++ programmiert. Ich möchte den Zufalls...