Barcodes erzeugen

Strichcodes erzeugen Sie ohne großen Aufwand etwa mit dem Programm Kbarcode aus dem gleichnamigen Paket [5]. Es unterstützt mehr als 20 verschiedene Barcode-Varianten, die sich auch aus dem Programm als Bild exportieren und somit leicht in Dokumente einbinden lassen. Zuerst wählen Sie die Kodierungsart aus und tragen danach den Wert oder Text ein, den der Strichcode abbilden soll. Ein Klick auf Erstellen zeigt den fertigen Barcode an (Abbildung 6).

Abbildung 6: Ebenso simpel wie effektiv: Der Einstelldialog in Kbarcode.

Fehlt das Häkchen neben der Option Text anzeigen, erzeugt Kbarcode nur der Strichcode ohne den Text zur Überprüfung. Möchten Sie den Barcode noch weiter anpassen, erledigen Sie das über die vier Felder Abschneiden, Rand, Skalierung und Rotation. Letztere erfolgt in 90-Grad-Schritten.

Alternativen zu KBarcode bieten die Anwendung Gnubarcode ([6],[7]) sowie das DTP-Programm Scribus [8], das über einen Generator für Strichcodes verfügt (Abbildung 7). Möchten Sie selbst ein entsprechendes Werkzeug entwickeln, greifen Sie am Besten auf Zint [9] zurück: Die freie Bibliothek enthält Mechanismen zum Generieren von Barcodes. Auf Zint basiert auch ein freier Onlinedienst [10] zum Erzeugen der Strichcodes (Abbildung 8).

Abbildung 7: Der Einstelldialog für Barcodes in Scribus.
Abbildung 8: Der Einstelldialog für Barcodes in Scribus.

Barcodes mit LaTeX

Verwenden Sie regelmäßig Strichcodes in Dokumenten, führt früher oder später kein Weg mehr um eine automatisierte Lösung zur deren Erzeugung herum. LaTeX-Enthusiasten kommen dabei mit den beiden Paketen pstricks und pst-barcode[11] voll auf ihre Kosten. Diese Pakete bilden einen festen Bestandteil der TeTeX- und TeX-Live-Distributionen [12], die beispielsweise jeder Veröffentlichung von Debian und Ubuntu beiliegen. Zusätzliche Arbeit in Form von manuellem Nachbearbeiten der installierten TeX-Daten ist nicht erforderlich.

Bei den Pstricks handelt es sich um eine Sammlung von Postscript-basierten TeX-Makros, mit denen Sie graphische Zaubereien umsetzen. Dazu zählen zum Beispiel Farben und Farbverläufe sowie das Abbilden mathematischer Funktionen, Kurven und Datenmengen in exakt unterteilten und bezeichneten Koordinatensystemen. Ein ausführliches Handbuch finden Sie als PDF auf der Webseite des Pstricks-Projekts ([13],[14]).

Sie binden die beiden Pakete Pstricks und Pst-barcode mit dem Kommando \usepackage{paket} in der Präambel seines LaTeX-Dokuments ein. Wie Sie in den Zeilen 5 und 6 von Listing 2 zu sehen ist, benötigen die Pakete keine weiteren Optionen. Um den Barcode zu erstellen, brauchen Sie eine spezielle Umgebung: eine pspicture-Box aus dem Pstricks-Paket. Diese stutzen Sie mit den beiden nachfolgenden Parametern auf die passende Größe zurecht. Das Kommando \psbarcode schließlich generiert den Strichcode in der Box. Dabei steuern Sie sich das Aussehen des Barcodes mit drei Parametern.

Listing 2
\documentclass[10pt]{article}
\usepackage{a4}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage{pstricks}
\usepackage{pst-barcode}
\begin{document}
\huge{Rechnung Nr. 201001E15}
\begin{pspicture}(3.5,1.2in)
\psbarcode{201001E15}{includetext}{code39}
\end{pspicture}
(…)

Der erste legt den Inhalt des Codes fest – im Listing eine fiktive Rechnungsnummer 201001E15, die aus ASCII-Zeichen besteht. Der zweite Parameter bestimmt, welche Bestandteile des Strichcodes sichtbar werden. Die Option includetext sorgt für die Ausgabe der ASCII-Zeichen unterhalb des Barcodes. Je nach verwendeter Variante gibt es auch die weiteren Optionen includecheck (Prüfziffer einschalten) und includecheckintext (Prüfziffer als Text darstellen), die Sie innerhalb der beiden geschweiften Klammern und jeweils durch Leerzeichen voneinander getrennt eintragen.

Die Art des Barcodes steuern Sie über den dritten Parameter. Das Beispiel verwendet Code39, in dem sich Ziffern und Buchstaben darstellen lassen. Eine ausführliche Übersicht über die möglichen Strichcode-Art und deren Optionen geben der entsprechende Wikipedia-Eintrag [3] und die ausführliche Dokumentation zu Pst-barcode von Herbert Voß.

Übersetzen Sie das LaTeX-Dokument nun mit latex und dvips nach Postscript, erhalten Sie den Barcode aus Abbildung 9. Mit Pdflatex klappt das Umsetzen dagegen nicht, weil Pdftex nicht mit dem Paket Pstricks umgehen kann. Ähnliche Probleme traten auch mit dvipdf auf – mit dem Ergebnis, dass der Strichcode nicht ins PDF-File übernommen wurde. Wo die Ursache dafür liegt, ist derzeit noch unklar. Der Umweg über latex, dvips und ps2pdf funktioniert jedoch perfekt.

Abbildung 9: Die Darstellung des per LaTeX erzeugten Strichcodes im Ghostviewer.

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