Tabellendschungel lichten
Datenbanken mit MySQL Workbench planen
Routinen
Auch Ansichten, die bereits erwähnten Views, legen Sie bei Bedarf ähnlich wie Tabellen im EER-Diagramm an. Dagegen konstruieren Sie Prozeduren und Funktionen (Stored Procedures und Functions) nicht im Diagramm, sondern im physikalischen Schema. In MySQL Workbench heißen gespeicherte Prozeduren und Funktionen auch Routinen. Im vorliegenden Beispiel kommt eine kleine Prozedur zum Einsatz, die ermittelt, wie viele Gegenstände derzeit verliehen sind.
Dazu wechseln Sie vom EER-Diagramm zum MySQL-Modell und klicken hier auf Add Routine im Bereich Routines. Im unteren Fensterbereich öffnet sich der Editor für Routinen, mit dem Sie Ihre Prozedur schreiben (Abbildung 4). Das EER-Diagramm zeigt lediglich Gruppen von Routinen an. Dazu erstellen Sie ähnlich der Routine eine Gruppe, und ziehen hinterher die gewünschten Routinen per Drag & Drop in den Routine Group Editor.
Reverse Engineering
Haben Sie Ihr Modell fertig geplant, übertragen Sie es entweder direkt an einen Datenbank-Server oder in eine Datei ("Forward Engineering"). Um das zu tun, verwenden Sie den Menüpunkt File | Export | Forward Engineer Create SQL Script ([Umschalt]+[Strg]+[G]), geben einen Dateinamen an (ohne Dateinamen zeigt die Applikation das Skript nur an, speichert es aber nicht) und markieren gegebenenfalls die gewünschten Optionen. Im zweiten Schritt fragt die Software ab, welche Objekte Sie in den Export einbeziehen möchten (Abbildung 5), um letztendlich das ersehnte Skript zu erzeugen.
Möchten Sie das Modell direkt an einen Datenbank-Server übertragen, geben Sie vorab unter Database | Manage Connections die nötigen Parameter zum Verbinden mit dem Server an. Um das frisch entworfene Schema gleich an den Server zu schicken, nutzen Sie nun den Eintrag Forward Engineering unter Database. Hier genügt es, sich Schritt für Schritt durchzuklicken, und schon landet die Datenbank am gewünschten Ort.
Ähnlich geschwind lesen Sie bereits vorhandene Datenbankmodelle ein ("Reverse Engineering"). Sie importieren das Modell entweder über ein SQL-Skript oder von einem laufenden Datenbankserver. Für letztere Methode existiert ein Wizard unter dem Menüpunkt Databases. Hier fragt das Programm neben den Verbindungsdaten noch das gewünschte Schema ab. Enthält ein Schema mehr als 15 Tabellen, gerät die Hauptansicht leicht unübersichtlich: Die im Test importierten 145 Tabellen eines Krankenhausinformationssystems überlagerten sich so stark, dass eine große Aufräumaktion erforderlich war (Abbildung 6).
Über Forward und Reverse Engineering hinaus lässt sich MySQL Workbench auch dazu verwenden, die Schemata vorhandener Datenbanken zu ändern und anschließend zu synchronisieren (Database | Synchronize Model oder File | Export | Synchronize with SQL Create Script).



