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© Sebastian Kaulitzki, Fotolia

LinuxUser-Benchmark-Suite aufgefrischt

Messdiener

Leistung messen unter Linux leicht gemacht: Unsere umfangreiche und praxisorientierte LinuxUser-Benchmark-Suite ist nun fit für aktuelle Linux-Versionen und bietet zahlreiche Detailverbesserungen.

Als wir die LinuxUser-Benchmark-Suite [1] (kurz: LUbench) – im April des letzten Jahres erstmals auf der Heft-DVD ausliefern wollten, wurde daraus erst einmal nichts: Ein Fehler im Presswerk führte dazu, dass die Datenträger-Seite, auf der sich der Benchmark befinden sollte, komplett unbespielt blieb. So mussten wir die Suite erst einmal auf dem Download-Weg anbieten und lieferten sie einen Monat später noch einmal auf DVD nach.

Neuere Linux-Distributionen, wie etwa das kurz nach der Benchmark-Suite veröffentlichte Ubuntu 9.04 oder später auch OpenSuse 11 brachten diverse Änderungen unter der Haube, die dazu führten, dass manche Einzeltests des LUbench nicht mehr richtig funktionierten. Der Grund dafür: LUbench wurde im Hinblick auf die Vergleichbarkeit der Messwerte und die einfacheren Handhabung so konzipiert, dass er ohne Installation der verwendeten Programme im Standalone-Betrieb funktioniert. Das bringt jedoch nicht nur Vorteile mit sich, sondern auch den Nachteil, dass bei größeren Änderungen von Systembestandteilen gewisse Tests nicht mehr funktionieren.

Modernisiert

Die aktuelle Version 2.1.1 bringt LUbench nun wieder auf den neuesten Stand und läuft auf den meisten aktuellen Linux-Distributionen fehlerfrei. Für unseren Sauerbraten-Grafikshader-Benchmark (Abbildung 1) mussten wir die libdirectfb in Version 1.0 dazupacken, da die in neueren Distributionen wie Ubuntu 9.10 enthaltene Version nicht abwärtskompatibel ist. Gelegentlich treten Grafikfehler beim Start unter Distributionen mit neueren libdirectfb-Versionen auf, der Benchmark selbst sollte aber problemlos laufen.

Abbildung 1: Sauerbraten protzt dank der selbstentwickelten Cube-2-Engine mit grafischen Effekten.

Neben kleineren Detailverbesserungen und Bugfixes haben wir viele zusätzliche Checks eingebaut, die Problemen beim Lauf vorbeugen sollen – beispielsweise unter Linux-Distributionen mit SELinux. Bei den mitgelieferten Librarys räumten wir ordentlich auf und entfernten einige Bibliotheken, die alle getesteten Distributionen mittlerweile standardmäßig enthalten. Zusätzlich gibt der Benchmark nun an, ob der Subtest auf einem (ST) oder mehreren (MT) Prozessorkernen läuft. Am Ende des Benchmark-Logs finden Sie jetzt die Werte auch auf Größer-ist-besser-Manier umgerechnet – also so, wie wir sie bei unseren Tests im Heft abdrucken.

Die im Benchmark enthaltenen Binaries und Testdateien blieben bis auf zwei Ausnahmen unverändert, und so lassen sich auch die Messwerte weiterhin direkt mit dem im Heft abgedruckten oder mit der alten Version selbst ermittelten Werten vergleichen.

Povray und RAR

Eine Ausnahme stellt hier Povray dar: Da es aber immer noch keine Release-Version des multiprozessortauglichen Povray 3.7.0 gibt, müssen wir weiterhin mit der Beta testen. Die mussten wir neu kompilieren, da die Beta-Periode gleich doppelt abgelaufen war (einmal unsere Version im November und noch einmal allgemein Ende Dezember). Die Ergebnisse unterscheiden sich aber nur marginal um etwa fünf bis sieben Prozent von dem Binary in LUbench v2.1.

Signifikanter ist die zweite Ausnahme, RAR, allerdings nur unter 64-Bit-Distributionen: Hier stellte sich bei näherer Analyse heraus, dass die aus Ubuntus 64-Bit-Repositories heruntergeladene Version im alten Benchmark tatsächlich nur eine 32-Bit-Version war – was das völlige Fehlen von Leistungszugewinnen im 64-Bit-Modus erklärt. Damals war überhaupt noch keine 64-Bit-Version verfügbar. Diese gibt es nun [2] – allerdings immer noch nicht in den Ubuntu-Repositories – und sie leistet je nach CPU rund 14 bis 25 Prozent mehr.

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