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© sxc.hu, nkzs

Künftig digital

E-Books verwalten und lesen mit Calibre

11.02.2010 Immer mehr Lektüre landet ausschließlich digital auf dem Rechner oder dem Reader. Mit Calibre haben Sie die E-Books im Griff und erstellen bei Bedarf neue Dateien.

Mit Calibre [1] lesen und verwalten Sie E-Books und kopieren sie auf den E-Bookreader. Das Programm unterstützt unterschiedliche Formate, streikt aber bei E-Books, die mit so genanntem Digital Rights Management (DRM) versehen sind. Diese Bücher nehmen Sie zwar problemlos in die Bibliothek auf oder kopieren sie auf einen E-Book-Reader, ein Bearbeiten erlaubt das Programm jedoch nicht.

Gleichzeitig eignet sich Calibre zum Konvertieren von E-Books von einem Format in ein anderes und bringt zusätzlich einen eigenen Reader zum Betrachten und Kommentieren der digitalen Werke mit. Über einen eingebauten Content-Server verteilt das Programm die gespeicherten Bücher im heimischen Netzwerk.

Neben der Linux-Version existieren Varianten für Windows und Mac OS X. Als Grundlage für diesen Artikel diente die Version 0.6.34. Als Distributionen kamen das aktuelle Ubuntu 9.10 und Mandriva 2010 zum Einsatz. Mehr zum Setup der Software lesen Sie im Kasten "Installation". Nach dem Einrichten starten Sie Calibre durch Eingabe von calibre & in einem Terminalfenster oder aus dem Programmmenü (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Calibres Programmoberfläche fällt ein wenig aus dem Rahmen.

Installation

Das Einrichten von Calibre funktioniert ganz einfach. Falls das Programm nicht ohnehin in der aktuellen Version im Repository Ihrer bevorzugten Distribution liegt, geben Sie in einem Terminalfenster folgenden Befehl ein:

$ sudo python -c "import urllib2; exec urllib2.urlopen('http://status.calibre-ebook.com/linux_installer').read(); main()"

Damit holt das Installationsskript die aktuelle Version vom Server des Projekts und installiert das Programm. Als Installationsverzeichnis sieht das Setup das Verzeichnis /opt vor, Sie haben aber die Möglichkeit, ein beliebiges anderes Verzeichnis anzugeben. Auch die Symlinks nach /usr/bin legt das Setup-Skript an.

Klappt die Installation mit Hilfe des Skriptes nicht klappen, übersetzen Sie das Programm aus dem Quelltext. Dazu holen Sie mit dem Befehl

$ wget -O- http://status.calibre-ebook.com/dist/src | tar xvz

den Quelltext vom Calibre-Server und entpacken das herunter geladene Archiv. Anschließend wechseln Sie mit cd calibre* in das neu entstandene Quelltextverzeichnis und übersetzen und installieren den Quelltext mit dem Befehl sudo python setup.py install, wofür Sie das Root-Passwort eingeben müssen.

Ungewohnte Ansicht

Sofort nach dem Programmstart fällt auf, dass sich die Oberfläche von Calibre nicht an bekannte Konventionen hält: Es gibt keine Menüs – alle Befehle erreichen Sie lediglich über Schaltflächen, die sich auf verschiedene Werkzeugleisten verteilen, sowie Tastenkürzel. Die Werkzeugleisten nehmen viel Platz auf dem Bildschirm ein. Indem Sie eine kleinere Symbolgröße wählen und die Beschriftung der Buttons abschalten, verringern Sie den Platzverbrauch durch die Schaltflächen etwas.

Unterhalb der Werkzeugleiste finden Sie eine Liste mit den vorhandenen Bibliotheken. Calibre zeigt die lokale Bibliothek, die Bücher auf einem angeschlossenen Reader und die Bücher auf einer Speicherkarte im Reader getrennt an.

Gleich unter der Werkzeugleiste findet sich ein Textfeld, in das Sie einen Begriff eingeben, nach dem Calibre das Archiv durchsucht. Die Suche unterscheidet bei den Suchbegriffen nicht zwischen Groß- und Kleinbuchstaben. Mehrere Suchworte verknüpfen Sie mit and oder or.

Für die Suche in bestimmten Feldern der Metadaten stellen Sie dessen Namen auf englisch vor den Suchbegriff: Der Ausdruck author:"Hinnak Hansen" durchsucht das Feld Autor nach dem Namen Hinnak Hansen. Beim Zusammenstellen der Suchausdrücke hilft ein Dialog, den Sie durch Klicken auf die Schaltfläche mit dem Fernglas erreichen.

Den größten Teil des Programmfensters nimmt die Bücherliste ein. Hier finden Sie Informationen über die vorhandenen E-Books, übersichtlich in einer Liste aufgearbeitet. Um die Bücher zu sortieren, klicken Sie auf den Spaltenkopf der Spalte, nach der die Liste geordnet sein soll. Im Kontextmenü der Liste finden sich hinter dem Menüpunkt Ähnliche Bücher Optionen, nur die Bücher eines Autors, E-Books der gleichen Reihe oder Bücher, die mit den selben Schlagworten ("Etiketten") versehen sind, anzuzeigen.

In der wiederum sehr hohen Statuszeile am unteren Bildschirmrand finden sich Informationen zum ausgewählten Buch und rechts unten drei große Symbole. Das Symbol mit dem Pfeil öffnet die Ansicht der Umschlagbilder, das Symbol mit dem Etikett zeigt die Schlagworte, nach denen die Bücher sortiert sind (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: Calibre zeigt zu jedem Buch Schlagworte und ein Umschlagbild an.

Die Ansicht der Titelbilder kostet wiederum sehr viel Platz auf dem Bildschirm, sodass auch in hohen Bildschirmauflösungen kaum noch Raum für die Bücherliste im Programmfenster übrig bleibt. Trotz des ungewohnten Aussehens lässt sich Calibre nach einiger Eingewöhnung leicht und relativ intuitiv bedienen.

E-Books verwalten

Beim ersten Start von Calibre müssen Sie ein Verzeichnis angeben, in dem es die E-Books speichert. Hier zeigt sich das Programm ein wenig zickig und akzeptierte im Test keine Verzeichnisse, die über Samba eingebunden waren. Daher diente ein lokales Verzeichnis als Speicherort für die E-Books. In diesem Verzeichnis bewahrt die Software alle erzeugten und importierten Dateien auf. Meta-Informationen verwaltet das Programm in einer Datenbank, die ebenfalls in diesem Verzeichnis liegt.

Um einer Sammlung Bücher hinzuzufügen, ziehen Sie die Dateien aus einem Dateimanager in die Bücherliste von Calibre oder wählen das Symbol mit dem Buch und dem Pluszeichen aus der Werkzeugleiste. Es erscheint ein Dateiauswahldialog, in dem Sie eine oder mehrere Dateien auswählen. Das Programm liest die Dateien ein und versucht, Metadaten aus diesen zu gewinnen, um die Bücher in der Liste zu sortieren.

Falls Metadaten fehlen oder Ihnen falsch erscheinen, korrigieren Sie diese, indem Sie ein Buch auswählen und das Symbol Meta-Informationen editieren aus der Werkzeugleiste wählen. Es erscheint ein Dialog, in dem Sie die Informationen des gewählten E-Books bearbeiten (Abbildung 3). Alternativ öffnen Sie den Dialog über [E].

Abbildung 3

Abbildung 3: Meta-Daten bearbeiten Sie in einem übersichtlichen Dialog.

Links im Dialog finden Sie eine Reihe von Textfeldern, in denen Sie Informationen zu Autor, Titel und ISBN-Nummer eingeben. Sie haben die Möglichkeit, das Buch zu bewerten. Die Listen Autor, Herausgeber, Etiketten und Reihen enthalten Daten zu bereits eingegebenen Büchern. Falls Sie schon einmal Informationen in dieses Feld eingegeben haben, schlägt Calibre bei der Dateneingabe passende Texte vor.

Die Schaltfläche Metadaten vom Server abrufen startet eine Suche bei Google Books [2] und Isbndb.com [3]. Falls es das E-Book dort gibt, trägt Calibre die Metadaten in die entsprechenden Felder ein.

Auf der rechten Seite des Dialog finden Sie das Titelbild des E-Books, falls eines existiert. Ansonsten haben Sie Möglichkeit, nach Klicken auf Umschlagbild laden eines hinzuzufügen. Oben rechts finden Sie eine Übersicht aller vorhandenen Formate des geladenen E-Books. Calibre verwaltet zu jedem Buch beliebig viele unterschiedliche Spielarten.

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LinuxUser 05/2014

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