AA_superbike_sxc1126901_DaniAlvarez.jpg

© Dani Alvarez, sxc.hu

Klarer Favorit

Freie und proprietäre PDF-Editoren im Vergleich

16.02.2010
Brauchbare PDF-Editoren für Linux sind noch Mangelware. Im Vergleichstest stellen sich Suns PDF-Extension für OpenOffice, PDFedit und Cabaret Stage einigen kniffligen Aufgaben.

Möchten Sie PDF-Dateien nicht nur betrachten, sondern Dokumente in diesem Format (siehe Kasten "PDF im Überblick") auch bearbeiten und speichern, blieb lange Zeit nur der Griff zum proprietären und sündhaft teueren sündhaft teuren Adobe Acrobat. Den gibt es zudem nur für Windows und Mac, Linux-Anwendern blieb daher die Modifikation von PDF-Dateien zunächst verschlossen.

Erst die PDF-Exportfunktion der freien Bürosuite OpenOffice ermöglichte es Linux-Nutzern zumindest, entsprechende Dokumente zu generieren. Inzwischen haben die Entwickler für die Bürosuite auch eine Importfunktion freigegeben, und es drängen unter Linux neue Programme auf den Markt, die sich der Modifikation vorhandener Dokumente nach der PDF-Spezifikation verschreiben.

Neben dem Importer von OpenOffice stehen in diesem Test noch die beiden führenden Softwarepakete in diesem Bereich auf dem Prüfstand: das freie PDFedit sowie das proprietäre, jedoch in einer kostenlosen Variante verfügbare Cabaret Stage.

PDF im Überblick

PDF hat sich als plattform- und applikationsübergreifendes Anzeigeformat für Dokumente seit mehr als zehn Jahren fest etabliert. Aufgrund der auf den meisten Systemen gleichbleibend hohen Darstellungsqualität, aber auch wegen vieler Hilfefunktionen wie etwa der Seitenvorschau oder eines verlinkten Inhaltsverzeichnisses, erfreut sich das Format neuerdings zusätzlich im expandierenden Segment der E-Books wachsender Beliebtheit.

Um PDF möglichst schnell und nachhaltig als Standard zu etablieren, entwickelte Adobe Systems bereits in der Frühzeit des Internet den Adobe Reader als kostenloses Programm zum Anzeigen von PDF-Dateien für alle gängigen Betriebssystemplattformen.

Nur zögernd kam unter Linux freie Software auf den Markt, die das Betrachten von PDF-Dateien erlaubte. Diese Programme weisen jedoch gelegentlich Darstellungsschwächen auf [10], was nicht zuletzt an der von Adobe mehrfach modifizierten Formatspezifikation liegt.

Sun PDF Import Extension

Die zu OpenOffice und dessen kommerziellem Pendant StarOffice kompatible PDF-Import-Extension von Sun steht in der aktuellen Version 1.0 sowohl für 32- als auch 64-Bit-Linux-Systeme bereit [1]. Die Installation gestaltet sich einfach: Laden Sie die Datei zunächst herunter. Klicken Sie in OpenOffice in der oberen Menüzeile auf Extras | Extension Manager und dann auf die Schaltfläche Hinzufügen. In dem sich nun öffnenden Dateimanager-Fenster wählen Sie bequem die heruntergeladene Datei aus und klicken auf die Schaltfläche Öffnen. Die Extension steht nun bereit.

Wählen Sie nach erfolgreicher Installation des Importfilters eine PDF-Datei über den Dialog Datei | Öffnen aus, landet diese im Zeichenprogramm Draw. Je nach Größe der ursprünglichen Datei und Anzahl der darin vorhandenen grafischen Elemente (Cliparts, Fotos, Screenshots, Hintergründe) dauert der Ladevorgang einige Sekunden. Bei der Anzeige des Dokumentes stimmen selbst bei komplexen Dokumenten erfreulich viele Details: Grafiken, Bilder, Schriftattribute und Rahmen stellt die Applikation weitgehend korrekt dar (Abbildung 1).

Abbildung 1: Selbst bei komplexen Dokumenten gibt sich Suns PDF-Import-Extension keine Blöße.

Die Funktionen für das Bearbeiten beschränken sich jedoch auf das reine Modifizieren des Textes. Bilder oder Grafiken zu verändern oder wahlfrei einzubinden gelingt damit hingegen nicht. Zum Bearbeiten markieren Sie einen Text und dürfen dann die Textboxen nicht nur ändern oder deren Inhalte löschen, sondern auch als Ganzes durch fortgeschrittene Layoutoptionen aufbereiten. Dazu gehört zum Beispiel das Verschieben der Textboxen.

Negativ fiel im Test allerdings die äußerst behäbige Reaktion der Software bei größeren Absätzen oder aufwändig formatierten Textbausteinen ins Auge. An ein flüssiges Arbeiten ist dann nicht mehr zu denken. Bei komplex gestalteten Dokumenten, in denen sich mehrere grafische Elemente und Text überlagern, gelang es im Test nicht, neue Textboxen korrekt zu positionieren. Somit eignet sich die Extension lediglich für grundlegende Modifikationen an einfachen PDF-Dokumenten.

PDFedit

Die unter der GPL veröffentlichte Software PDFedit [2] hat sich zu einem Standardprogramm zum Bearbeiten von PDFs unter Linux entwickelt. Daher findet sich PDFedit bereits in den Repositories der gängigen Debian- und Ubuntu-Versionen. Von hier aus installieren Sie es bequem per grafischem Frontend (Synaptic) oder über die Kommandozeile (Aptitude).

Für Anwender, die mit der älteren Ubuntu-Version 8.04 LTS arbeiten, empfiehlt es sich, aufgrund eines deutlich erweiterten Funktionsumfangs anstelle der im offiziellen Universe-Repository vorgehaltenen PDFedit-Version 0.4.1 die neue 0.4.3 zu verwenden. Diese finden Sie in einer vorkompilierten und unter Hardy Heron problemlos über Gdebi zu installierenden Variante [3]. Binärpakete für verschiedene Varianten von OpenSuse [4] finden sich ebenso im Web wie Versionen für Fedora, Red Hat, CentOS und Mandriva [5]. Auf der Website des Projekts bei Sourceforge steht darüber hinaus der Quellcode zum Herunterladen bereit [6].

Nach gelungener Installation findet sich unter Gnome der Eintrag PDF Editor im Menü Anwendungen | Grafik, unter KDE nistet sich das Programm im Menü Programme | Grafik ein. Ein Klick auf das Icon aktiviert die Software, die schnell startet, sich aber zunächst wenig einladend mit einem in vier Bereiche aufgeteilten Fenster präsentiert.

Nach dem Einlesen einer PDF-Datei fällt die hervorragende Darstellungsqualität auf: Selbst Dokumente mit sehr komplexem Layout stellt die Applikation nahezu fehlerfrei im links oben angeordneten Anzeigebereich dar. Lediglich transparente Objekte weisen von Fall zu Fall Darstellungsfehler auf, sofern Text sie überlagert (Abbildung 2).

Abbildung 2: PDFedit kommt mit komplexen Dateien gut zurecht.

Über Lupensymbole verändern Sie bei Bedarf per Mausklick die Vergrößerungsstufe der Dokumentenanzeige, wobei die Stufen von 25 bis 400 Prozent reichen. Auch das Blättern in mehrseitigen PDF-Dokumenten erfolgt per Mausklick auf die entsprechenden Buttons. Im Bedarfsfall schließen Sie durch Drücken von [F8] die so genannte Kommandozeile im linken unteren Fensterbereich, was das Dokumentenfenster deutlich vergrößert. Zahlreiche weitere Optionen finden Sie in einem gesonderten Dialog, den Sie über [F9] erreichen (Abbildung 3).

Abbildung 3: In einem übersichtlichen Dialog konfigurieren Sie PDFedit ganz nach ihren Wünschen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Bühne frei!
    PDF-Dokumente anzeigen – das kann Linux schon lang. Endlich kann man Sie jetzt aber auch bearbeiten: Cabaret Stage macht's möglich.
  • Seiten-Puzzle
    Im zweiten Teil unserer Serie zu Postscript und PDF geht es Werkzeuge zum Zerlegen und Zusammenfügen von Dokumenten.
  • Kleine Tricksereien
    PDF-Dokumente gelten gemeinhin als starr, was das Bearbeiten betrifft. Mit PDFedit verändern Sie trotzdem unkompliziert Texte und Grafiken in solchen Dateien.
  • Notizen in PDFs anzeigen und bearbeiten
    Digitale Post-Its im PDF helfen beim Teamwork. Aber nur wenige Applikationen kleben den virtuellen Zettel an die richtige Stelle.
Kommentare
Schlechte Erfahrung beim Kauf von CABAReT Stage Basic
E.K. (unangemeldet), Dienstag, 16. Februar 2010 23:10:47
Ein/Ausklappen

Hallo,

aus meiner rein persönlichen Erfahrung heraus würde ich nichts mehr bei CABAReT Stage kaufen. Ich habe Online die Software CABAReT Stage Basic gekauft und gleich per PayPal bezahlt. Ich habe bis heute keinen Lizenzschlüssel von denen bekommen, auch keine Kaufbestätigung. Auch zwei Anfragen per Mail an den Support blieben unbeantwortet. Mir bleibt wohl nur noch Käuferschutz bei PayPal zu beantragen.


Grüße
E.K.



Bewertung: 131 Punkte bei 9 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: Schlechte Erfahrung beim Kauf von CABAReT Stage Basic
B.A (unangemeldet), Mittwoch, 21. April 2010 12:15:19
Ein/Ausklappen

Hallo Zusammen,

Hmm also diese Erfahrung konnte ich bis anhin nicht teilen, ich habe Ende letztes Jahr im Namen meiner Firma eine Lizenz bestellt und die Abwicklung hat eigentlich problemlos geklappt (per Rechnung). Auch Privat habe ich (im Februar) anstatt Adobe das Cabaret Stage Profi gekauft und zwar auch über PayPal. Die Lizenz hatte ich innerhalb von wenigen Stunden in meinem Mail-Postfach.

Grüsse


Bewertung: 128 Punkte bei 9 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Infos zur Publikation

title_2014_09

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...
Öhm - wozu Benutzername, wenn man dann hier mit Klarnamen angezeigt wird?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:30, 1 Antworten
Hallo Team von Linux-Community, kleine Zwischenfrage: warum muß man beim Registrieren einen Us...