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Flinker Flachmann

Testbericht: Sony Vaio X

10.02.2010 Sonys karbonhäutiges Notebook-Leichtgewicht Vaio X kooperiert auch mit Linux – jedoch nur mit einiger Überredung.

Es ist das wohl flachste und leichteste Notebook der Welt: Das Sony Vaio X [1]. Dank seiner Spezifikationen mit Intel-Atom-Prozessor und "Poulsbo"-Chipsatz zählt die Branche das Vaio X zur Klasse der Netbooks. Zu den Adjektiven "flachstes" und "leichtestes" gesellt sich noch ein weiterer Superlativ: Es ist nämlich auch das wohl teuerste Netbook der Welt. In der Grundausstattung kostet das Vaio X beachtliche 1499 Euro – und nach oben bleibt noch Luft. Wer eine größere Festplatte oder andere Zusatzausstattung ordert, der darf bis zu 2000 Euro auf den Ladentisch legen. Bei diesem stolzen Preis fragt man sich: Wie gut läuft das von Sony zum "Prestige Notebook" geadelte Netbook unter Linux?

Noch schnell ein paar Worte zum Vaio X (Abbildung 1) an sich. Das tatsächlich herrlich flache und leichte Netbook fällt im Reisegepäck fällt so gut wie gar nicht auf. Das kohlefaserummantelte Gerät glänzt durch die Sony-typische hochwertige Verarbeitung und angenehme Haptik. Die Tastatur gerät für große Hände einen Tick zu klein, auch der Tastaturanschlag könnte etwas deutlicher ausfallen. Am Touchpad hingegen kann man nichts mäkeln. Das subjektiv sehr gute, hochauflösende Display wird von den LEDs im Hintergrund nicht gleichmäßig beleuchtet: Helle Flecken zeigen sich am Display-Rand und in der Mitte. Eine Zusammenfassung der wichtigsten technischen Daten des Netbooks finden Sie in der Tabelle "Sony Vaio X: Technische Daten".

Abbildung 1: Das kohlefaserummantelte Sony Vaio X glänzt durch niedriges Gewicht, hochwertige Verarbeitung und angenehme Haptik.

Sony Vaio X: Technische Daten

Modell VPCX11S1E/B
Betriebssystem Windows 7 Professional
CPU Intel Atom Z540 (1,86 GHz)
Chipsatz Intel US15W Poulsbo
RAM (int./max.) 2 GByte / 2 GByte
Display 11 Zoll, 1366 x 768 Pixel
Grafik Intel GMA500 integriert
Festplatte 128 GByte (SSD), S-ATA
Opt. Laufwerk keines
Netzwerk 10/100/1000 Mbit/s
WLAN 80.211 b/g/n
WAN Quad-Band HSDPA+HSUPA/UMTS/EDGE/GSM
max. Bandbreite WAN 7,2 Mbit/s down / 5,76 Mbit/s up
Bluetooth v2.1 + EDR
Anschlüsse VGA, 2 USB 2.0, RJ45, Audio-out, SD-Card-Slot, Memory-Stick-Slot
Besonderheiten Kohlefasergehäuse, Webcam, Multitouch-Touchpad
Akku Lithium-Ionen
Laufzeit(1) Standard-Akku 480 min, Langzeit-Akku (optional) 960 min
Maße (B x T x H) 278 x 185 x 13,9 mm
Gewicht 0,78 kg (inkl. Akku)
Preis 1499 Euro
Bezugsquelle http://www.sonystyle.de

(1) Herstellerangabe

Einige Unzulänglichkeiten

Hinsichtlich der Distribution fällt unsere Wahl auf das weit verbreitete Ubuntu in Version 9.10. Bereits der ersten Start im Live-Modus der Installations-CD überrascht positiv, das Vaio X läuft besser als gedacht: Die Bildschirmauflösung wird korrekt erkannt und eingestellt, WLAN und Bluetooth sind sofort einsatzbereit. Lediglich das integrierte UMTS-Modem versagt noch den Dienst. Bei genauerer Betrachtung zeigen sich noch einige weitere Kleinigkeiten, die nicht so funktionieren, wie sie sollen. So ruckelt die Grafik noch sehr heftig, und auch der Anschluss eines externen Monitors will nicht recht gelingen.

Um Ubuntu den Weg auf das Netbook zu bahnen, verändern wir zunächst von der Live-CD aus die Partitionen. Im Auslieferungszustand finden sich drei Bereiche auf der SSD-Festplatte des Vaio X: Im ersten befindet sich das Wiederherstellungssystem des vorinstallierten Windows 7. Partition zwei bleibt für einige spezielle Windows-Systemdateien reserviert, im dritten Bereich hat sich das Microsoft-Betriebssystem samt Nutzerdaten niedergelassen. Diesen dritten, NTFS-formatierten Bereich verkleinern wir mit Hilfe von Gparted auf die Hälfte, starten wir den Ubuntu-Installer und legen im frei gewordenen Bereich eine System- und eine Swap-Partition an. In den restlichen Dialogen wählen wir jeweils die Vorgabe. Nach rund 20 Minuten Installationsdauer startet Ubuntu zum ersten Mal.

Eine Frage des Treibers

Jetzt gilt es als erstes das Problem der ruckeligen Grafik anzugehen. Ein kurzer Blick in die Suchmaschine offenbart sofort den Grund der Unzulänglichkeiten: den Grafik-Chipsatz GMA500. Ihn hat Intel nicht selbst entwickelt, sondern extern eingekauft [2], und kann daher nicht wie gewohnt einen quelloffenen Treiber anbieten. Eine Lösung hält die Open-Source-Szene aber trotzdem bereit: Wie im Ubuntu-Wiki [3] zu lesen steht, gilt es nur den richtigen Treiber zu installieren. Dazu liegt bereits ein fertiges Script vor, das alle notwendigen Softwarebestandteile herunterlädt, übersetzt und installiert. Folgende Befehlszeile stößt den Installationsvorgang an:

# wget http://gma500re.altervista.org/scripts/poulsbo_ppa.sh && sh ./poulsbo_ppa.sh

Nach dem Durchlauf des Skripts liegt zwar der neue Treiber im System, doch ein Neustart an dieser Stelle würde in einem nicht funktionsfähigen System münden. Es steht noch etwas Arbeit auf der Konsole an. Mit sudo su - erlangen wir Root-Rechte und öffnen mit einem Kommandozeileneditor das Grub2-Script /etc/grub.d/10_linux. Dort suchen wir die Zeile

linux ${rel_dirname}/${basename} root=${linux_root_device_thisversion} ro $2

und fügen an deren Ende mem=2000MB an. Nach dem Speichern der Datei übermitteln wie die geänderte Konfiguration via update-grub an den Bootloader und stoßen den Neustart an. Nach rund 30 Sekunden Bootzeit steht die volle 2D/3D-Unterstützung des Grafik-Chips zur Verfügung (Abbildung 2).

Abbildung 2: Ausgelagert: Mit dem proprietären Treiber lässt sich auch ein externes Display am Vaio X betreiben.

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