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Anatolischer Leopard

Pardus Linux 2009.1

18.02.2010 Die türkische Distribution Pardus Linux überzeugt mit einem runden Konzept, hoher Benutzerfreundlichkeit und topaktueller Software.

Das junge Pardus-Projekt [1] legt seit vier Jahren regelmäßig neue Versionen seiner auf Benutzerfreundlichkeit getrimmten Distribution vor. Dabei pegelten sich die 15 daran beteiligten Entwickler seit 2008 auf einen Halbjahreszyklus ein. Allerdings ist Pardus beileibe kein Feierabendprojekt, sondern steht unter der Aufsicht des Nationalen Forschungsinstitut für Elektronik und Kryptologie der Türkei.

Die Eigenentwicklung soll nicht nur zu mehr Transparenz und Kostenersparnis in der türkischen Verwaltung und nicht zuletzt bei den Streitkräften führen. Zahlreiche Institute setzen das System bereits ein oder befinden sich gerade in Migration. Pardus strebt tatsächlich einen flächendeckenden Einsatz zumindest im eigenen Land an [2].

So verwundert es kaum, das Pardus Linux in einem äußerst professionellen Gewand daherkommt. Auch unbedarfte Anwender haben keine Schwierigkeiten, Pardus einzurichten und zu benutzen. In wenigen, sauber ins Deutsche übersetzten Schritten bannen Sie mittels weniger Mausklicks die aktuelle und internationale Version 2009.1 auf Ihre Festplatte. Sie liegt ausschließlich in einer 32-Bit-Variante vor, der Sprung in die 64-Bit-Ära ist derzeit nicht vorgesehen.

Technische Daten

Name Pardus Linux
Version 2009.1
Codename Anthropoides Virgo
Release 15.01.2010
Kernel 2.6.31.11
Desktop KDE 4.3.4
X-Server 1.6.5
Paket-Mgmt. eigenes (PiSi)
Architektur i686
Besonderes Boot-Framework Murdur, Einstellungsmanager Kaptan

Eigene Note

Pardus Linux bedient sich eines schicken KDE-4-Desktops mit eigener Note. Die fein sortierte Software entspricht dem aktuellen Stand der Technik und verwirrt nicht durch mehrere Programme für die gleiche Aufgabe. Sämtliche Systemeinstellungen fasst die Distribution unter ebendiesem Namen sauber zusammen.

Für die Aufgaben des Büroalltags steht neben KDE-typischen Applikationen wie Kontact auch ein aktuelles OpenOffice zur Verfügung. Gimp und KDE-Tools wie Digikam und Showfoto verrichten ihre Arbeit in den derzeit aktuellen Versionen genauso gut wie die Multimedia-Tools K3b und Mplayer.

Während der Installation verspricht Pardus zwar eine aufgebohrte Amarok-Version, die jedoch noch fehlt – stattdessen beschallt Juk den Anwender. Über den Menüpunkt Anwendungen hinzufügen oder entfernen rufen Sie den distributionseigenen Paketmanager PiSi auf und gleichen den Verlust schnell und unkompliziert aus.

Durch die Eigenentwicklung PiSi trennt sich Pardus allerdings auch von den riesigen Repositories anderer Distributionen. Auf den ersten Blick fehlen aber keine notwendigen Softwarestücke in den deutlich kleineren Paketquellen. Außerdem baut sich natürlich auch um das Pardus-Projekt eine Community auf, die mit eigenen Repositories nachhilft [3].

Die hohe Benutzerfreundlichkeit des Systems zeigt sich auch in dem gelungenen Einrichtungsassistenten Kaptan. In wenigen Schritten führt er Sie zu gewünschten Einstellungen und Anpassungen. Hier aktivieren Sie auf Wunsch die Desktop-Suchengine Strigi und richten das Netzwerk ein. Die von Fedora bekannte Systemzusammenfassung Smolt schickt Hardwareinformationen an das Projekt. Der letzte Einrichtungspunkt erlaubt Ihnen die Paketquellen um ein Contrib-Repository zu erweitern und das Aktualisierungsintervall festzulegen (Abbildung 1). Danach starten Sie Ihre Arbeit.

Abbildung 1: Der Einführungsassistent hilft bei ersten Desktopanpassungen und richtet das Netzwerk ein.

Fazit

Wollen Sie sich um das System nicht groß kümmern und den Computer nur für die täglichen Arbeiten verwenden, sollten Sie unbedingt einmal einen Blick auf Pardus Linux werfen. Das abgerundete Konzept überzeugt und liefert bereits jetzt einen gelungenen Arbeitsdesktop.

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Kommentare

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


Infos zur Publikation

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LinuxUser 03/2012

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