Klebearbeiten

Damit der Samba-Server die Namensauflösung für das SMB-Netz übernehmen kann, müssen Sie ihm noch sagen, welcher Rechnername mit welcher IP-Adresse korrespondiert. Das erledigen Sie der Einfachheit halber über die Datei /etc/hosts, die Samba bei der Namensauflösung via WINS mit auswertet. In unserem Beispiel sähe der relevante Teil wie folgt aus:

192.168.178.24   samba
192.168.178.23   win7
192.168.178.26   linux

Bislang gibt es noch keine Samba-Benutzer, die auf Freigaben zugreifen könnten. Die erstellen Sie nun auf Basis von Linux-Benutzerkonten. Auch jeder Benutzer, der sich an einem Windows-7-Client anmeldet, benötigt dazu auf dem Samba-Server einen Linux-Account. Sie erstellen neue Benutzerkonten entweder via YaST oder auf der Konsole mit dem Befehl useradd.

Das Kommando smbpasswd -a User erzeugt anschließend ein Samba-Benutzerkonto in einer eigenen Datenbank und fragt auch gleich dessen Passwort ab. Genau das tat auch YaST, als es am Ende der Konfiguration nach einem Passwort für den Benutzer root fragte. Die Datei /etc/samba/smbusers legt fest, welcher Benutzer unter Linux welchem Windows-Benutzer entspricht. Einen solchen Eintrag – root = Administrator – erstellt YaST bei der Einrichtung von Samba bereits automatisch.

Was für Benutzer unter Linux und Windows gilt, gilt gleichermaßen für Gruppen. Hier muss der Samba-Server wissen, welche Gruppe unter Linux welcher Gruppe unter Windows entsprechen soll. Die entsprechende Zuweisung nehmen Sie über den Befehl net vor, den es auch unter Windows gibt, allerdings mit unterschiedlichen Optionen. Die Funktion groupmap etwa gibt es im Windows-Werkzeug net nicht; unter Linux bilden Sie damit Linux- auf Windows-Gruppen ab (Listing 2). Weitere Informationen zum net-Befehl von Samba erhalten Sie durch Aufruf des Befehls ohne Optionen. Einen noch genaueren Einblick verschafft die Manpage (man net).

Listing 2
# net groupmap add ntgroup="Domain Admins" unixgroup=root type=d
# net groupmap add ntgroup="Domain Users" unixgroup=users type=d

Sollen weitere Windows-Benutzer in dafür bestimmten Gruppen Zugriff auf die Daten erhalten, müssen Sie die entsprechenden Konten und Gruppen unter Linux mit useradd und groupadderstellen und dann wieder auf Linux-Pendants abbilden. Gibt es etwa die Windows-Benutzergruppe Accounting für die Finanzverwaltung eines Kleinunternehmens, erzeugen die beiden Befehle aus Listing 3 eine entsprechende Samba-Benutzergruppe:

Listing 3
groupadd finanzen
net groupmap add ntgroup=Accounting unixgroup=finanzen type=d

Willkommen

Damit ein Windows-7-Client den Samba-Server im Netz sieht und darauf zugreifen kann, muss die Windows-Namensauflösung klappen. Der dazu notwendige Eintrag findet sich in den Netzwerkeinstellungen des Clients. Klicken Sie in den Eigenschaften des Internetprotokolls TCP/IP der Version 4 (TCP/IPv4) auf den Schalter Erweitert. Im nun erscheinenden Dialog (Abbildung 7) tragen Sie die Adresse des WINS-Servers ein – in unserem Fall also diejenige des Samba-Servers.

Abbildung 7: Auf dem Windows-Client müssen Sie noch die Adresse des WINS-Server angeben.

Es liegt der Gedanke nahe, nun über den Befehl ping samba auf der Windows-Kommandozeile zu prüfen, ob die Namensauflösung via Samba-Server funktioniert. Noch aber schlägt der Versuch fehl: Die Firewall des Samba-Servers blockiert Zugriffe auf den entsprechenden Port, sodass die WINS-Anfragen den für die Namensauflösung verantwortlichen Daemon nmbd garnicht erreichen. In den YaST-Firewall-Einstellungen in der Rubrik Sicherheit und Benutzer wählen Sie den zu erlaubenden Dienst bequem aus einem Menü aus – in diesem Fall die Option Netbios Server (Abbildung 8).

Abbildung 8: In den Firewall-Einstellungen von YaST öffnen Sie bequem die für Samba benötigten Ports.

Jetzt klappt auch die Namensauflösung unter Windows. Bevor der Windows-7-PC aber Mitglied der Domäne TULPENSTRASSE beitreten kann, steht noch eine Änderung in der Registrierungsdatenbank von Windows 7 an. Einen passenden Patch für die Registry in Form einer REG-Datei, den Sie mit einem Doppelklick einspielen, stellt das Samba-Projekt bereit [2]. Windows 7 fragt dabei im Stil von Sudo nach erweiterten Benutzerrechten – nach dem Patch und einem Neustart klappt der Beitritt in die Domäne.

Dazu genügt es, im Windows-Startmenü mit einem Rechtsklick auf Computer die Systemeigenschaften aufzurufen holen und mit Einstellungen ändern der Domäne TULPENSTRASSE beizutreten (Abbildung 9). Die dabei erscheinende Fehlermeldung, dass es einen Fehler beim Ändern des DNS-Namens gegeben hätte, können Sie getrost ignorieren [3].

Abbildung 9: Über die Systemsteuerung treten Sie mit dem Windows-Client der neuen Domäne bei.

Abbildung 10 zeigt den Windows-Anmeldebildschirm nach dem Beitritt in die Domäne TULPENSTRASSE. Dabei existiert der Benutzer ruth auch unter Linux und hat dort eine zusätzliche Identität in der Samba-Datenbank Tdbsam. Das ebenfalls dort vorhandene, mit smbpasswd erzeugte Passwort nutzt Windows 7 für die Anmeldung.

Abbildung 10: So sieht die Domänenanmeldung auf dem Windows-7-Client aus.

Nach der Anmeldung zeigt das Windows-Startmenü einen Eintrag mit dem Benutzernamen in der rechten oberen Ecke. Mit einem Klick darauf gelangen Sie an die persönlichen Daten des Benutzers. Das Bibliotheksmodell von Windows 7 mit dem Prinzip, Daten in Rubriken aufzuteilen, spiegelt sich in diesem Ordner in Form des Desktops, von Downloads, Dokumenten, eigenen Bildern und weiteren Einträgen wieder. Alle Daten landen, wie im Abschnitt [profiles] der Samba-Konfiguration mit der Option path = %H angegeben (Listing 1, Zeile 28), im Home-Verzeichnis des Benutzers auf dem Samba-Server in einem Ordner namens .msprofile.V2.

Um nun unter Dokumente gespeicherte Daten auch auf dem Samba-Server verfügbar zu machen, verlegen Sie einfach den entsprechenden Pfad. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Dokumente, wählen die Eigenschaften und tragen im Reiter Pfad das neue Ziel ein. Dazu verwenden Sie den Pfad zum Netzlaufwerk des Home-Verzeichnisses unter Linux. Dank der Homes-Sektion (siehe Tabelle "Samba-Freigabenamen") in der Samba-Konfiguration (Listing 1, Zeile 18 bis 24) lässt sich dazu die Freigabe \\samba\ruth\Dokumente nutzen. Sollte das Verzeichnis auf dem Samba-Server noch nicht existieren, bietet Windows 7 an, es neu zu erstellen (Abbildung 11).

Abbildung 11: Den Speicherpfad für die Dokumente eines Nutzers biegen Sie ganz einfach auf dem Samba-Server um.

Standardmäßig schaltet Windows 7 Offlinedateien ein. Dabei hält Windows lokal Kopien der Dateien vor, die auf dem Samba-Server liegen. So können Sie auch dann mit den Inhalten arbeiten, wenn gerade keine Verbindung zum Server besteht, und die Änderungen später mit den Inhalten auf dem Server abgleichen. Falls Sie dieses Feature nicht nutzen möchten, schaltet Sie es für einzelne Order in deren Eigenschaften aus (Abbildung 12) oder deaktivieren es gleich ganz.

Abbildung 12: Über Offlinedateien arbeiten Sie mit lokalen Datenkopien, solange keine Verbindung zum Server besteht.

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Kommentare
...die Kirche im Dorf lassen
Marco Lohmann, Mittwoch, 30. Dezember 2009 21:38:53
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ich finde, man sollte hier nicht überragieren.

Die Community-Beiträge sind im Großen und Ganzen informativ und interessant.
Ich finde hier gebündelt die Informationen, die ich mir ansonsten von diversen anderen Seiten selbst zusammentragen müsste.
Und wenn ich für einen Beitrag, der in einem aktuellen Heft erschienen ist oder in einem kommenden Heft erscheinen wird, einen kleinen Betrag (1€ pro Monat) bezahlen muss, ist das m.E. nur recht und billig.
(es betrifft ja ohnehin nur schätzungsweise 1 von 10 Beiträgen, oder noch weniger).

Eventuell könnte der Vorschlag von Christian aufgegriffen werden, solche Artikel im Feed zu kennzeichnen.

In diesem Sinne, vielen Dank für die Arbeit aller Redakteure.
Einen guten Rutsch wünscht

Marco


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... und Morgen ist Vollmond
Martin (unangemeldet), Mittwoch, 30. Dezember 2009 13:15:59
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Was reagiert ihr so gereizt?

OK, das mit dem Name "Linux Community" ist schon ein Fehlgriff. Linux Pay Community" wäre schon besser.




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Das war's...
6b616e (unangemeldet), Mittwoch, 30. Dezember 2009 08:51:51
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Habe mich schon gefreut, weil der Artikel genaus das versprach, was ich wollte. Ein einfach Anleitung um Win7 und Linux in einer Arbeitsgruppe zu betreiben.

Sucht euch einen anderen Deppen. Ich bin weg, feed ist gekündigt und euer host ist beim Router in der Sperrliste. Abzocken lassen kann ich mich auch woanders.


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Nicht gerade produktiv
Bernd (unangemeldet), Mittwoch, 30. Dezember 2009 07:50:56
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Hallo,
es ist zwar nett, dass Ihr eine "Vorschau" von Artikeln der LinuxUser etc. hier einstellt, aber es nicht gerade super.

1.) Ist es irreführend.
2.) erscheint es eh nur im Magazin (bzw. ggf. nach einem Jahr im Archiv)
3.) verstehe ich unter Linux-"COMMUNITY", das Wir-Gefühl. Eine Art Unterstützung und FAQ für Linux.

Diese Art von Artikeln ist dahingehend leider fehl am Platz.

Grüße


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Re: Nicht gerade produktiv
Christian Schuglitsch, Donnerstag, 31. Dezember 2009 01:15:25
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Ich appelliere an euch, die Seite weniger an dem Domain-Namen zu messen, der Schall und Rauch ist, sondern die Seite sachlich als den Platz der New Media AG zu sehen, an dem alle Magazine zusammen ein wenig vorgestellt werden und nebenbei auch Fragen und Kommentare erstellt werden koennen. Diese Seite hat unabhaengig vom Namen doch gar nicht den Anspruch, eine Fuehrungsposition in der Community einzunehmen.
In Hilfeforen wie linuxforen.de, ubuntuusers.de oder debianforum.de usw. sowie auf Newsseiten wie pro-linux.de, phoronix.com oder slashdot.org kommt ein deutlich staerkeres Gemeinschaftsgefuehl auf. Es wird auch deutlich emotionaler diskutiert und mit Nachdruck politisch agiert.
Die LinuxUser schneidet zwar im Editorial immer mal politische Themen an und versucht die Leser zu mehr Pragmatismus und weniger Fundamentalismus anzuhalten, aber besteht doch zu 95% aus Artikeln fuer die Praxis. Da geht es z. B. im Heise-Newsticker ganz anders zu, wo wirklich jede Partei und jeder Minister einzeln fuer ihre/seine Schandtaten in Sachen Buerokratie, Buergerrechtseinschraenkungen, Lobbyismus oder einfach fehlendes, technisches Verstaendnis angeprangert wird.
Was dieses Community-Abo angeht, ist es wohl so, dass niemand von uns 3 mal am Tag daran erinnert werden moechte, obwohl wir uns schon 100 mal gegen ein Abo entschieden haben.
Ausserdem stiehlt es einem wertvolle Freizeit, wenn man sich jedes Mal in eine Artikelseite Blabla einliest und dann erst, wenn es ans Eingemachte gehen soll, unvermittelt den Bezahlbutton vorgesetzt bekommt. Da potenziert sich der Aerger.
Die schon fertigen Artikel fuer die jeweils kommende Ausgabe stellt man natuerlich nicht unentgeltlich ins Netz, weil man dann sein Printmagazin einstellen kann, aber man koennte z. B. auch einen Community-Abo-Artikel-Feed anbieten,wie es ihn fuer "News & Artikel", "Blogs" und "Fragen" auch schon gibt. und alle 15 Eintraege in "News & Artikel" eine gekennzeichnete Werbung dafuer machen.
Was ich akzeptiere, kann dem naechsten schon viel zu weit gehen, darum fuehlt eurer Community mal auf den Zahn.


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es reicht!!!!
sascha (unangemeldet), Mittwoch, 30. Dezember 2009 05:11:01
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das ist keine community, sondern nur noch abzocke. Leute werden geködert und dürfen dann nicht mal den Artikel lesen. Man soll auch noch ein Abo hier abschliessen. Mir reicht es, ich bin weg hier.


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Eigenwerbung solltet Ihr im Feed kennzeichnen
Christian Schuglitsch, Mittwoch, 30. Dezember 2009 02:08:38
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Ansonsten liegt der Beitrag in 3 Wochen mit der neuen LinuxUser eh im Briefkasten.


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Danke, das reicht.
Sascha Vogt (unangemeldet), Dienstag, 29. Dezember 2009 19:13:15
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Nach dem ich jetzt mit drei Überschriften geködert wurde deren zugehörige Artikel ich dann doch nicht lesen durfte, habe ich gerade des RSS-Feed aus meinem Reader geschmissen.

Ciao!


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Re: Danke, das reicht.
Hubi (unangemeldet), Dienstag, 29. Dezember 2009 19:53:20
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... dem schliesse ich mich an. Adieu


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