Kompatibilität

Testweise verbinden wir alles an USB-Geräten mit dem USB-3.0-Port, was wir im Testlabor finden. Deren Verhalten am USB-3.0-Port sollte mit jenem am USB-2.0-Ports identisch sein, sofern das neue XHCI-Kernelmodul seinen Dienst korrekt versieht. Und tatsächlich: Alle getesteten USB-Devices funktionieren auch am USB-3.0-Port bestens – von Speichersticks und externen Festplatten über Mäuse und Tastaturen bis hin zu Ethernet- und WLAN-Adaptern und DVB-T-Sticks.

Wie von Sarah Sharp angekündigt funktioniert mit geladenem XHCI-Modul der Schlafmodus allerdings noch nicht – egal ob an den USB-3.0-Ports Geräte stecken oder nicht. Mit versehentlichem Schlafenlegen hatten wir allerdings keine Probleme, nur einmal ließ sich die Intel-SSD partout nicht mehr über USB 3.0 mounten. Als Fehlermeldung monierte dmesg, es sei unable to enumerate USB device on port 5. Das Problem löst sich allerdings nach einem Neustart von selbst. Ein Booten von USB-3.0-Geräten war zumindest mit unserem Testgerät nicht möglich, wenigstens nicht am USB-3.0-Port. Am USB-2.0-Port funktionierte ein Systemstart von der externen Platte dagegen tadellos.

Auch mit den anderen Systemen mit dem neuen Kernel machen wir die Probe aufs Exempel. Sowohl Mandriva 2010 als auch Fedora 12 und Opensuse 11.2 erkennen beim Schnelltest einwandfrei das USB-3.0-Gerät und tauschen klaglos Daten mit diesem aus. Fedora 12 und Mandriva 2010 zeigen sich hierbei sogar noch einen Tick flotter als Ubuntu 9.10 und OpenSuse 11.2 – eventuell die Konsequenz neuer Stromspartechniken bei Novell und Canonical. Nur einmal erhielten wir beim Kopieren unter Fedora 12 in dmesg den Eintrag Bus Error, woraufhin die GUI teilweise einfror und das System unbenutzbar wurde.

Fazit

USB 3.0 verspricht endlich die Schnittstellen-Bremse USB zu lösen, die Linux-Implementierung funktioniert schon ganz gut – wenn auch noch mit leichten Kinderkrankheiten. Das Kopieren größerer Datenmengen geht nun endlich fast so flott, wie die Festplatten Daten liefern – zumindest bei der magnetischen Variante, für das Anbinden von SSDs erweist sich SATA immer noch als unverzichtbar.

Soll sich USB 3.0 schnell Etablieren, setzt das allerdings eine Akzeptanz auf breiter Front voraus – und die dürfte aufgrund des Zögerns von AMD und insbesondere Intel wohl deutlich langsamer Raum greifen als seinerzeit bei USB 2.0. Ohne Chipsatz-Integration wird sich USB 3.0 zunächst nicht nennenswert etablieren, das schon seit 2005 erhältliche eSATA kann hier zumindest schon einen Pool von vielen Millionen Geräten vorweisen. Dennoch findet man Endgeräte mit eSATA-Anschluss immer noch vergleichsweise selten in den Elektronikmärkten.

Infos

[1] Lieferengpässe bei Festplatten: http://tinyurl.com/festplatten-lieferengpass

[2] SATA Port Multiplier: http://en.wikipedia.org/wiki/Port_multiplier

[3] Intel-Werbespot: http://www.everythingusb.com/intel-usb-rock-star-16620.html

[4] EE Times über USB-Verzögerung bis 2011: http://tinyurl.com/usb3-2011

[5] USB 3.0 im Kernel 2.6.31: http://tinyurl.com/usb3-in-linux

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