AA_antenne_sxc719026_DavidRitter.jpg

© David Ritter, sxc.hu

Remote-Linux

Linux via Internet booten und installieren

18.01.2010
Das schnelle Internet macht's möglich: Booten oder installieren Sie eine Vielzahl von Linux-Distributionen direkt aus dem Netz.

Wer auf herkömmlichen Wege eine Distribution auf seinem Rechner installieren möchte, muss zuerst das Image herunterladen, es auf eine DVD oder eine USB-Stick packen und abschließend davon installieren. GPXE [1] erspart Ihnen langwierige Downloads: Das nur wenige KByte große Bootimage überspielen Sie auf eine Diskette oder einen USB-Stick und booten anschließend davon booten. Danach stehen Ihnen direkt ein gutes Dutzend Distributionen zur Installation oder zum Live-Start zur Verfügung. Weil GPXE die notwendigen Dateien über das Internet herunterlädt, setzt diese Technik allerdings eine schnelle Netzanbindung voraus.

Funktionsweise

GPXE vom Projekt Etherboot basiert auf Intels PXE (Preboot eXecution Environment), erweitert dessen Möglichkeiten aber um zusätzliche Funktionen. So unterstützt es neben FTP auch HTTP und iSCSI, um die gewünschte Distribution zu booten. Diese Erweiterungen ermöglichen das Laden von Distributionsimages über das Internet, wo sie auf der Site http://boot.kernel.org (BKO, [2]) zum Download bereitstehen. Dank der Verwendung von Standard-Protokollen stellen auch restriktive Netzwerkzugänge kein Hindernis beim Betrieb dar.

Stick einrichten

Da praktisch alle modernen Rechner das Booten von USB-Devices ermöglichen, aber nur im Ausnahmefall ein Floppy-Laufwerk besitzen, verwenden Sie vorzugsweise die USB-Methode, die auch die Webseite favorisiert. Laden Sie dafür das zum Download bereitgestellte, etwa 200 KByte kleine Image gpxe.usb herunter und kopieren Sie es im Anschluss mit

# dd if=gpxe of=/dev/USB-Device

auf den USB-Stick. Vorsicht: Das Überspielen löscht sämtliche auf dem Datenträger enthaltenen Dateien. Wie Sie den Stick weiterhin als Massenspeicher verwenden, lesen Sie im Kasten "Booten und speichern". Wie Sie ein eigenes Bootimage erstellen, zeigt der Kasten "GPXE selbst bauen".

Booten und speichern

Um den Stick nach dem Aufspielen des Bootimages weiterhin als Massenspeicher verwenden zu können, müssen ihn neu partitionieren. Am einfachsten verwenden Sie dazu Gparted. Sie sehen darin, dass der USB-Stick nach dem Aufspielen eine einzelne, etwa 2 MByte große Partitionen beherbergt. Der Rest ist freier Speicher, auf dem Sie eine Partition mit beliebigen Dateisystem einrichten (Abbildung 1). Danach verwenden Sie den Stick wie gewohnt.

Abbildung 1: Mit Gparted machen Sie den Stick nach dem Überspielen des Bootimages wieder als Datenspeicher nutzbar.

GPXE selbst bauen

Zwar bietet Etherboot die Quellen von GPXE [1] zum Download an, doch ein Blick in die gut kommentierte Konfigurationsdatei macht schnell klar, dass ein Eigenbau aufgrund der vielen Einstellungsparameter kein einfaches Unterfangen darstellt. Einfacher geht es mit dem webbasierten Imagegenerator ROM-o-matic [7]. Es beschränkt die Konfiguration in einer grafischen Oberfläche auf das Notwendigste und baut auf Knopfdruck das individuelle Image.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare
boot.kernel.org ist spurlos verschwunden
Bergischweb (unangemeldet), Mittwoch, 23. April 2014 13:29:58
Ein/Ausklappen

Gibt es das Projekt nicht mehr? Weiß jemand Näheres?


Bewertung: 59 Punkte bei 7 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
Gab es da nicht auch mal ein Projekt, welches EXE-Dateien hatte?
Arthur (unangemeldet), Montag, 18. Januar 2010 15:45:59
Ein/Ausklappen

Fast alle kennen ja http://goodbye-microsoft.com. Aber da gab es doch mal ein Projekt, welches auch andere Distributionen den Start per Windows EXE ermöglicht hat!?


Bewertung: 105 Punkte bei 9 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: Gab es da nicht auch mal ein Projekt, welches EXE-Dateien hatte?
Bergischweb (unangemeldet), Mittwoch, 23. April 2014 13:28:27
Ein/Ausklappen

boot.kernel.org ist spurlos verschwunden. Gibt es das Projekt nicht mehr?


Bewertung: 80 Punkte bei 4 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Infos zur Publikation

title_2014_09

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...
Öhm - wozu Benutzername, wenn man dann hier mit Klarnamen angezeigt wird?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:30, 1 Antworten
Hallo Team von Linux-Community, kleine Zwischenfrage: warum muß man beim Registrieren einen Us...