Als moderner und vor allem deutlich staubfreier als die grüne Schultafel gelten sogenannte Whiteboards: weiße, emaillierte Metallflächen, auf denen der Präsentierende eilig mit Spezialstiften herumquietscht. Das digitale Pendant dazu nennt sich ebenfalls so und hat spätestens seit den ersten Tagen von Microsoft Netmeeting einen festen Platz in vielen Büroetagen. Mit dem Redmondschen und ähnlichen Tools malen gleich mehrere, miteinander verbundene Anwender auf dem Desktop Gedankenblasen und Beziehungspfeile.
Der Entwickler Steven Sproat geht mit seiner in Python geschriebenen Software Whyteboard [1] noch einen Schritt weiter und benutzt als Grundlage zum Präsentieren und Erklären nicht nur eine weiße Oberfläche, sondern auch PDF- und Postscript-Dateien. Anders als beispielsweise im KDE-Werkzeug Okular speichert Whyteboard die Änderungen, indem es das PDF neu generiert.
Pakete für Alle
Die Installation von Whyteboard gelingt denkbar einfach: Die aktuelle Version 0.39.1 liegt sowohl als RPM- wie auch DEB-Paket vor. Somit sollten sämtliche Debian-Abkömmlinge über ihren Paketmanager das neue Programm schlucken, und auch in RPM-basierten Distributionen wie Fedora oder OpenSuse macht das Päckchen keinen Ärger.
Eventuelle Abhängigkeiten bezüglich der Python-Installation (Python und wxPython sind gefragt) lösen die Systeme zuverlässig auf. Über die dringend obendrein benötigten ImageMagick-Tools [2] verliert das Paket allerdings kein Wort. Achten Sie also darauf, dass das passende Päckchen bereits auf der Festplatte liegt. Anderenfalls bekommen Sie es mit sonderbaren Fehlermeldungen zu tun, die nicht vorrangig an die fehlenden Grafikwerkzeuge erinnern, auf denen Whyteboard nun einmal basiert.
Whyteboard fügt nach geglückter Installation im Menübereich Grafik einen neuen Eintrag hinzu. Neben den Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch wählen Sie im Menü unter Edit | Preferences auch Deutsch aus. Allerdings verwandeln Sie die Menüs dadurch nur in eine gut geschüttelte Deutsch-Englisch-Kombination (Abbildung 1).
Malen auf der Tafel
Das dreiteilige Programmfenster stellt im linken Bereich Werkzeuge für rudimentäre Zeichenelemente bereit, wie etwa Rechtecke, Kreise, Ellipsen und Pfeile. Mit [Strg]+[T] fügen Sie dem Arbeitsbereich weitere, in Tabs geordnete Blätter hinzu. Rechts sehen Sie diese und eventuell darauf enthaltene Notizen in Miniaturansichten. Der Entwickler hat jeder Funktion eine Tastenkombination zugewiesen. Diese erscheint, sobald Sie mit der Maus länger über der jeweiligen Schaltfläche eines Werkzeugs verweilen.
Die Arbeitsweise der simplen Software erschließt sich durch das intuitive Bedienkonzept sehr schnell. Klicken Sie in der linken Palette auf das gewünschte Objekt und ziehen Sie dieses auf dem Arbeitsblatt bei gedrückter linker Maustaste auf die gewünschte Größe. Durch Anwählen des Symbols mit den gekreuzten Pfeilen verschieben Sie jedes Objekt oder ändern es in seiner Größe. An den Ecken verwandelt sich der Mauszeiger zu einem Kreispfeil. Halten Sie die linke Maustaste nun gedrückt und ziehen die Maus, rotiert das ausgewählte Element.
Aktivieren Sie ein Farbfeld, erscheint das Objekt in entsprechender Tönung. Der Auswahlschalter Dicke bezieht sich nicht nur auf Linien oder Pfeile, sondern bestimmt auch die Stärke der Rechteckrahmen. Aktivieren Sie mittels [N] die Notizfunktion, zeichnet Whyteboard den bekannten Merkzettelchen nachempfundene gelbe Textkästchen.
Text fügen Sie an beliegen Stellen über die Schaltfläche mit dem "A" oder einen Druck auf [T] ein. Sie dürfen Text in einem Objekt oder neben dieses platzieren. Sie schreiben ihn einfach in den dafür vorgesehenen Dialog, der auch Schaltflächen zum Ändern der Schriftart und -größe bereitstellt.
Ihr abgeschlossenes Werk speichern Sie entweder im programmeigenen WTBD-Format oder exportieren das Ganze in eines der gängigen Grafikformate PNG, JPEG, TIFF und BMP. Daneben erlaubt das Whyteboard über den Menüpunkt Datei | Export File | as PDF auch eine Ausgabe in ein PDF-Dokument.



