Distributions-News

Neues aus der Distributionswelt

21.01.2010

Mandriva am Stiel

Das aktuelle Mandriva-Linux-Release gibt es jetzt auch als Mandriva Flash 2010 vorinstalliert auf einem USB-Stick mit 8 GByte Kapazität. Dabei bleiben rund 6 der 8 GByte Kapazität für Benutzerdaten frei. Die Distribution lässt sich sowohl live von dem Medium betreiben als auch von dort auf die Festplatte heben. Als Sprachen unterstützt Mandriva Flash 2010 neben Deutsch auch Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Schwedisch und Spanisch. Der Stick ist über den Mandriva Store (http://tinyurl.com/lu1002-mdvflash) zum Preis von 49,90 Euro zu beziehen.

Speziell für Netbook-Anwender offeriert der deutsche Versandanbieter Ixsoft (http://www.ixsoft.de) die Mandriva Linux 2010 MUD-Netbook-Edition v3 "Eeyore" auf USB-Sticks in Varianten mit 4, 8 und 16 GByte Kapazität. Auch hier handelt es sich um eine installierbare Live-Version mit persistentem Home-Verzeichnis. Die Preise liegen zwischen 12,90 Euro (4 GByte) und 39,90 Euro (16 GByte). Für Besitzer besonders schwachbrüstiger Rechner führt Ixsoft zum Preis von 9,90 Euro auch noch einen 2-GByte-Stick mit der Mandriva Linux 2010 LXDE-Edition V2 im Angebot.

Mandriva Flash 2010 kommt auf einem 8-GByte-USB-Stick und lässt sich sowohl live nutzen als auch installieren.

Macpup: Puppy Linux mit Enlightenment

Wem die grafische Oberfläche von Puppy Linux zu einfach ist, der sollte einen Blick auf Macpup (http://macpup.org) werfen. Das aktuelle Release Foxy 3.0 sieht alles andere als bieder aus: Den Enlightenment-Desktop hat der Hauptentwickler mit einem Theme im Holz-Look dekoriert, das Dock gibt sich im Stil von Mac OS X. Foxy 3.0 basiert auf dem aktuellen Puppy Linux 4.31.1 mit Kernel 2.6.30. Von den großen Desktop-Programmen bringt die Minidistro Firefox 3.5.4 und Gimp 2.6.3 mit, Enlightenment kommt in Version .062 zum Einsatz. Als Mediaplayer ist Gxine an Bord, Textdateien lassen sich mit Geany bearbeiten. Die Live-Distribution startet wahlweise komplett aus dem RAM, für die grafische Oberfläche steht neben dem X.org-Server auch noch die schlanke Alternative Xvesa zur Auswahl. Macpup Foxy 3.0 gibt es auf der Projektseite als knapp 200 MByte großes ISO-Abbild für 32-Bit-Systeme zum Download bereit.

Macpup Foxy 3.0: 200 MByte schlank, aber bis ins kleinste konfigurierbar.

Helena macht dem Koala Beine

Linux Mint 8 "Helena" (http://www.linuxmint.com) basiert auf Ubuntu 9.10, bringt aber im Gegensatz zur Canonical-Distribution sämtliche Multimediakomponenten und ein paar weitere Verbesserungen mit. Hauptentwickler Clement Lefebvre hat nicht nur den Desktop optisch verschönert, sondern auch einen neuen Upload-Manager und zahlreiche Detailverbesserungen vorgenommen. Durch den neuen Unterbau ("Karmic Koala") basiert Linux Mint 8 auf dem Kernel 2.6.31, Gnome 2.28 und X.org 7.4. Neben den Ubuntu-eignen Änderungen verfügt die neue Version erstmals über einen OEM-Installationsmodus und eine Möglichkeit, die Updates während der Installation zu überspringen. Linux Mint 8 gibt es in zwei grundsätzlichen Geschmacksrichtungen: Die 700 MByte große Main Edition enthält nur die englischen Sprachdateien, dafür aber auch die komplette Multimedia-Unterstützung. Die rund 1 GByte große Universal Edition unterstützt zahlreiche Sprachen und eine textbasierte Installationsvariante, verzichtet jedoch auf die rechtlich umstrittenen Zusätze.

Linux Mint 8 reichert Ubuntu 9.10 um viele Multimediakomponenten an.

Gnustep, das GUI-Urgestein

Die Gnustep-Live-CD (http://io.debian.net/~tar/gnustep/), ein Linux-System mit dem freien Desktop-Framework, ist in Version 2.0 erschienen. Die Live-Distribution enthält die jüngste Tarball-Release der Programme und Bibliotheken vom Gnustep-Projekt. Bei Gnustep handelt es sich um die freie Umsetzung der Openstep-API, die ursprünglich von der Oberfläche der NeXT-Computer stammt und in Form von Cocoa auch der GUI von Mac OS X zugrunde liegt. Mit auf der Live-CD dabei ist Gorm 1.2.10-1, Gnusteps Interface-Builder für das Rapid Application Development mit Objective-C. Daneben hat der Entwickler Gürkan Sengün das Debian-basierte Live-Linux mit Kernel 2.6.31 und aktueller Software ausgestattet, wie Emacs 23 und Google Chrome. Als Windowmanager dient das an NeXTstep angelehnte Openstep. ->DVD

Gnustep Live 2.0: Gut ausgestattetes Live-System für Interface-Puristen.

Canonical mit neuem CEO

Der Ubuntu-Financier und Canonical-Vorstand Mark Shuttleworth hat Mitte Dezember angekündigt, seinen Posten als Canonical-CEO zum 1. März an die bisherige COO Jane Silber zu übergeben (http://www.markshuttleworth.com/archives/295). Er will sich in Zukunft in erster Linie um das Produktdesign, die Qualitätssicherung sowie die Kontaktpflege zu Geschäftspartnern kümmern, bleibt aber weiter Mitglied des Ubuntu Community Council und des Ubuntu Technical Board. Grundlegende Veränderungen bei Canonical oder Ubuntu werde der Schritt also nicht nach sich ziehen, betonte Shuttleworth.

Fedora 13 heißt "Goddard"

Die Codenamen der Fedora-Versionen setzen sich nach einem festen Schema zusammen: Zwischen dem Namen eines Releases und dessen Vorgänger muss eine logische Verknüpfung existieren. Bei Fedora 12 "Constantine" und dessen Vorläufer "Leonidas" bestand die Übereinstimmung darin, dass zwei Gemeinden im US-Bundesstaat Michigan diese Namen tragen. In einer Abstimmung im Dezember entschieden die Mitglieder des Fedora-Projekts, das für Mitte Mai geplante Fedora 13 auf den Namen "Goddard" zu taufen, nach dem US-Raketenpionier Robert Goddard. In die Auswahl hatte diesen die Parallele mit dem russischen Raketenforscher Konstantin Ziolkovski gebracht.

Kurz notiert

Als Ubuntu B-Sides offeriert der Canonical-Mitarbeiter Jorge Castro ein PPA (https://launchpad.net/~b-sides/+archive/ppa) mit nützlichen Programmen, die es so eben nicht mehr in den Standard-Distributionsumfang geschafft haben. Dazu gehören unter anderem Gimp, Gnome-Do, Inkscape und Vim sowie zahlreiche Multimedia-Programme.

Auf dem knapp 4 GByte großen ISO-Image des zu Weihnachten erschienenen Sabayon 5.1 "Gaming" (http://www.sabayon.org) finden sich Spiele wie Battle of Wesnoth, Foobillard, Freeciv, Frozen Bubble, Neverball, Nexuiz, Openarena, Pingus, Pychess, Scorched 3D, Spring, Stepmania, Torcs, Tremulous, Warsow, Warzone 2100 und Wormux.

Der Sugar Stick v2, eine neue USB-Stick-Version des kindgerechten Lern-Linux (http://www.sugarlabs.org), basiert auf der Sugar-Version 0.86.3. Sie bietet unter anderem besseren E-Book-Support sowie direkten Zugriff auf mehr E-Book-Archive. Außerdem bringt das Release den komfortablen ZYX-Live-Installer mit.

Das voraussichtlich im April erscheinende und als Long-Term-Support-Version dienende Ubuntu "Lucid Lynx" wird via Grub 2 booten, auf Kernel 2.6.32 basieren und Ext4 als Standard-Dateisystem verwenden. Außerdem wollen die Entwickler die Radeon Kernel Mode Settings aktivieren und den freien Nvidia-Treiber Nouveau mit an Bord nehmen (http://tinyurl.com/lu1002-lucid).

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