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© Ivan Prole, sxc.hu

Software unter Ubuntu installieren

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Das neue Software-Center in Ubuntu 9.10 lädt zum Stöbern ein und macht die Installation neuer Programme zum Kinderspiel. Noch schneller gelangt man mit einem Tool zum Ziel, dem man Paketverwaltung gar nicht zugetraut hätte: dem Browser Firefox.

Mehr als 28 000 Programmpakete warten in den Repositories der aktuellen Ubuntu-Version auf ihre Installation. Eine Schneise in diesen Angebotsdschungel schlägt das erstmals mit Ubuntu 9.10 ausgelieferte Software-Center. Der kleine Supermarkt für Linux-Nutzer ersetzt das ehemalige Fenster Anwendungen hinzufügen/entfernen, bietet aber gegenüber seinem Vorgänger eine aufgeräumtere und übersichtlichere Oberfläche.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Paketmanagern wie etwa Synaptic präsentiert das Software-Center keinen unüberschaubaren Wust einzelner Pakete, sondern listet ausschließlich komplette Anwendungen und nützliche Zubehörpakete auf. Von den über 28 000 einzelnen Paketen bleiben so nur noch etwas über 2100 Produkteinträge im Software-Center übrig. So gibt es beispielsweise für das Puzzlespiel Frozen Bubble nur noch einen einzigen Eintrag, statt derer vier in Synaptic.

Man muss folglich nicht mehr raten, welche der Pakete man denn nun genau für das Spiel braucht. Das wiederum erleichtert die Auswahl und Installation von Anwendungen insbesondere für Linux Ein- und Umsteiger. Andererseits unterschlägt das Software-Center im Gegenzug auch einige einzelne Pakete oder Systemprogramme. Beispielsweise tauchen die Pakete für das weiter unten behandelte Apturl nur in der Synaptic-Paketverwaltung auf.

Kubuntu und Co

Standardmäßig auf das Software-Center verzichten müssen Nutzer der verschiedenen Ubuntu-Derivate, darunter etwa Kubuntu oder Xubuntu. Unter Kubuntu gilt es beispielsweise, sich stattdessen mit dem ähnlich aussehenden, aber umständlicher zu bedienenden KPackageKit herumschlagen. Wer sich mit dieser Gängelung nicht abfinden möchte, rüstet das Software-Center kurzerhand nach. Dazu braucht man lediglich das Paket software-center einzuspielen.

Unter Kubuntu wechseln Sie dazu im K-Menü auf das Register Rechner, aktivieren KPackageKit (die Softwareverwaltung, auch unter Programme | System zu erreichen), tippen in das Eingabefeld software-center und drücken die Eingabetaste. In der Liste darunter erscheint jetzt das entsprechende Paket, dessen Pfeil auf der rechten Seite Sie mit einem gezielten Mausklick zum Glühen bringen. Weiter geht es über Anwenden, Jetzt installieren und OK. Da das Software-Center auf Gnome basiert, fallen die Abhängigkeiten etwas üppiger aus. Nach der Installation erreichen Sie es im K-Menü unter Programme | System.

Stadtbummel

Das Software-Center wartet an prominenter Stelle direkt im Anwendungen-Menü auf seinen Einsatz. Nach seinem Start erscheint das Fenster aus Abbildung 1. Auf dessen rechter Seite finden Sie im großen, bläulich hinterlegten Teil alle zur Verfügung stehenden Bereiche. Diese können Sie sich wie die Regalreihen in einem Supermarkt vorstellen: Hinter Grafik erwartet Sie eine reichhaltige Palette mit Mal- und Zeichenprogrammen, während die Software im Bereich Spiele für kurzweilige Unterhaltung sorgt.

Abbildung 1: Das Ubuntu Software-Center sortiert die Anwendungen in Bereiche.

Sobald Sie einen Bereich anklicken und somit betreten, erscheint eine Liste mit allen enthaltenen Anwendungen. Kurzbeschreibungen unter den Programmnamen sowie die kleinen, vorangestellten Symbole erleichtern dort das Stöbern und die Auswahl zusätzlich. Weisen die Symbole einen grünen Haken auf, ist die zugehörige Software bereits auf Ihrem System installiert.

Um weitere Informationen über ein Programm zu erhalten, markieren Sie es zunächst mit einem Mausklick (Abbildung 2). Auf der rechten Seite erscheint jetzt ein orangefarbener Pfeil, der wiederum zu einer ausführlichen Beschreibung führt. Meist – aber längst nicht bei jeder Software – blendet das Software-Center hier auch noch einen Bildschirmschnappschuss ein und bietet an, die Webseite des Entwicklers zu besuchen (Abbildung 3). Im unten unteren Bereich finden Sie auch Angaben zur Version, zur Lizenz und bei kommerziellen Anwendungen den Preis.

Abbildung 2: Sobald man eine Software markiert, erhält man über den orangefarbenen Pfeil Zugang zu weiteren Informationen.
Abbildung 3: Nicht alle Programme bringen eine so umfangreiche Beschreibung mit, die in diesem Fall sogar mit einem kleinen Bildschirmschnappschuss aufwarten kann. Beachten Sie auch die Information am unteren Rand: Dort vermerkt der Ubuntu-Hersteller, wie lange er Updates für das Programm liefert.

Her damit!

Möchten Sie die Anwendung installieren, klicken Sie lediglich auf die gleichnamige Schaltfläche und tippen das Administrator-Passwort ein, das Sie bei der Installation von Ubuntu vorgegeben haben. Das Software-Center holt jetzt alle für den reibungslosen Betrieb der Software notwendigen Pakete aus dem Internet und spielt sie selbständig ein. Das klappt allerdings nur, wenn im Hintergrund keine andere Paketverwaltung läuft – etwa die Aktualisierungsverwaltung oder Synaptic. Dummerweise zeigt das Software-Center bei Kollisionen keine Fehlermeldung an, sondern wartet einfach so lange, bis die Kollegen im Hintergrund mit der Arbeit fertig sind. Dauert die Installation also ungewöhnlich lange, sollten Sie kontrollieren, ob im Hintergrund ein anderer Paketmanager läuft, und diesen dann beenden.

Um wieder zur Bereichsauswahl zurück zu kehren, verwenden Sie die Schaltflächen am oberen Rand: Mit einem Klick auf den Bereichsnamen – in Abbildung 3 beispielsweise Grafik – stellen Sie die Produktverpackung mit den Werbetexten zurück und landen wieder in der Liste mit den Anwendung. Über Freie Software erhalten verlassen Sie hingegen gleich die ganze Regalreihe und stehen wieder vor den Kategorien.

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