Reife Leistung
OpenSuse 11.2 im Überblick
Sicherheit
Nach wie vor installiert OpenSuse eine über YaST2 konfigurierbare Firewall, die Zugriffe auf den Rechner unterbindet. Sie blockiert in der Standardkonfiguration alle Portzugriffe, ein Scan mit Nmap liefert nur gefilterte Ports. Schaltet man die Firewall ab, so stellt sich heraus, dass OpenSuse Postfix als SMTP-Server vorinstalliert und den Dienst sogar nach außen hin öffnet. Das ist auf einem Desktop-System nicht wirklich notwendig und bietet nur unnötige Angriffsflächen für Attacken.
Für Suse-Kenner verirrend dürfte der – vom Sicherheitsstandpunkt her lobenswerte – Verzicht auf einen laufenden SSH-Server sein: OpenSuse 11.2 installiert den Dienst zwar mit, aktiviert ihn aber nicht mehr automatisch. Sie aktivieren den SSH-Server bei Bedarf via sudo /sbin/chkconfig -a sshd wieder. Vergessen Sie anschließend nicht, den Zugriff auf den Secure Shell-Server in der Firewall unter YaST2 | Firewall | Datei | Erlaubte Dienste für die externe Zone zu erlauben – sonst stehen sie weiterhin vor verschlossenen Türen.
Gnome
Die Gnome-Variante von OpenSuse 11.2 nutzt die aktuelle Version 2.28 der Desktopumgebung, die gegenüber der Version 2.24 aus OpenSuse 11.1 deutlich flotter arbeitet und an Komfort hinzugewonnen hat. Das "Sonar"-Theme verleiht dem Desktop ein individuelles Aussehen, das OpenSuse deutlich von anderen Distributionen abhebt. Die Fensterleisten schimmern in einem dunklen Grün, wobei ein Farbverlauf dem Fenster Tiefe verleiht. Passende Icons wurden leider etwas zu spät fertig, das "Sonar"-Icon-Theme lässt sich jedoch über das Paketmanagement nachinstallieren (Abbildung 6).
Ansonsten bringt OpenSuses Gnome-Desktop bekannte Kost mit: F-Spot dient als Bildverwaltung, beim Medienplayer erhielt Banshee den Vorzug vor Rhythmbox. Der auf Mono aufbauende Medienplayer bietet synchronisiert nach iTunes-Vorbild Musik mit Android-basierten Handys, iPhone und iPod bleiben allerdings aufgrund proprietärer Technik außen vor. Als Instant-Messenger kommt weiterhin das Programm Pidgin zum Zug.
Etwas kurios erscheint die Auswahl der weiteren Programme. Der Flowcharter Dia, der Projektmanager Planner und die Finanzverwaltung Gnucash haben sicherlich zahlreiche Anwender, doch lässt sich trefflich darüber streiten, ob man sie unbedingt vorinstallieren muss. Gnome unter OpenSuse macht den Eindruck, als hätte man für jeden nur denkbaren Anwendungszweck eine Anwendung installieren wollen.
Ähnlich wie bei Ubuntu, wo die Anwender oft über die mangelhafte KDE-Integration klagen, wirkt Gnome unter OpenSuse etwas unrund. Ein Beispiel dafür bietet etwa die Installation von Software: Während Packagekitd im Hintergrund nach Updates sucht, lässt sich das Programm zur Installation von Software gar nicht erst öffnen, man bekommt nur die Fehlermeldung aus Abbildung 7 zu Gesicht.



