Reife Leistung
OpenSuse 11.2 im Überblick
Software
Als Standardbrowser dient in OpenSuse 11.2 nun nicht mehr Konqueror, sondern Firefox 3.5.4. Dank einer Reihe von Patches fügt sich das GTK-Programm Firefox nahtlos in den Qt-Desktop von KDE ein. So verwendet es den KDE-Dateidialog und reicht Benachrichtigungen an das entsprechende System von KDE durch. Wer sich mit dem Firefox nicht anfreunden mag, der macht über die Systemeinstellungen mit wenigen Klicks Konqueror wieder zum Standardbrowser machen. Als Bürosuite kommt nach wie vor OpenOffice zum Einsatz. Die Entwickler spendierten der aktuellen Version 3.1.1 einer Reihe von Anpassungen, sodass OOo sich wie eine native KDE-Anwendung anfühlt (Abbildung 3).
Etwas enttäuschend sieht es in Sachen Desktop-Suche [4] aus: Der Indexer Strigi verweigert aber aufgrund eines Bugs [5] den Dienst: Er lässt sich nicht aktivieren und behauptet, nicht korrekt installiert zu sein. Dem semantischen Desktop Nepomuk trauen die Entwickler offenbar noch nicht ganz: Er bleibt von Haus aus deaktiviert. Neu sind Social-Networking-Programme: Mit Choqok nutzen Sie Microblogging-Dienste wie Twitter oder Identi.ca (Abbildung 4) – wer will, kann sich auch ein Widget, auf den Desktop legen, das die Zeitleiste anzeigt. Der Instant-Messenger Kopete hat gelernt an Facebook-Chats teilzunehmen. Ein weiteres Highlight von KDE 4.3 stellt der Desktop-Globus Marble dar [6].
Amarok hat es nur in der Version 2.1.1 in die Distribution geschafft – schade, denn die jüngst veröffentlichte Version 2.2.1 [7] bügelt eine Reihe von Fehlern aus beschleunigt das Einlesen von Musik deutlich.
Multimedia und Grafiktreiber
Beim Thema proprietäre Treiber und Codecs lässt OpenSuse Einsteiger nach wie vor im Regen stehen. Wo andere Distributionen den Benutzer durch Assistenten auf das Vorhandensein proprietärer Treiber aufmerksam machen, muss der Anwender bei OpenSuse nach wie vor selber nach einer Lösung suchen. Zwar gibt die Suse-Community über das Wiki ([8],[9]) Hinweise, wie man passende Treiber über wenige Klicks installiert, doch Umsteiger von anderen Systemen müssen diese Seiten erst einmal finden.
Ähnliches gilt für die Installation von Multimedia-Codecs. Amarok liest zwar klaglos MP3-Musiksammlungen ein, doch sobald man ein Lied abspielen will, passiert rein gar nichts – es erscheint noch nicht einmal eine Fehlermeldung, geschweige denn ein Assistent, der bei der Installation der Codecs hilft. Als noch weniger kooperativ erweist sich Kaffeine, das die in Abbildung 5 gezeigte gehirntote "Fehlermeldung" einblendet. Informationen über die Installation von Multimedia-Codecs muss der Anwender also auch hier alleine finden ([10],[11]).



