Frontend Rpmdrake

Wie alle Mandriva-Werkzeuge kann man auch Rpmdrake sowohl als einzelnes Werkzeug als über das Mandriva-Kontrollzentrum nutzen. Rpmdrake besteht im Wesentlichen aus drei Werkzeugen, die das Installieren und Entfernen von Paketen, das Aktualisieren des Systems sowie das Einrichten und Verwalten der Paketquellen erledigen. Alle drei finden Sie im Bereich Software verwalten des Mandriva-Kontrollzentrums.

Die eigentliche Paketverwaltung finden Sie unter der Bezeichnung Installieren & Entfernen von Software. Das Tool präsentiert eine dreiteilige Ansicht: Auf der linken Seite zeigt es eine Baumansicht der Paketgruppen, im rechten oberen Teil eine Suchfunktion und die Liste der Pakete in der aktuell markierten Gruppe, und darunter eine Beschreibung des markierten Pakets. Über der Baumansicht liegen zwei Dropdown-Menüs, mit deren Hilfe Sie die angezeigten Pakete filtern (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Paketverwaltung zeigt alle verfügbaren Pakete, nach Gruppen geordnet.

Hier lauert eine kleine Falle: Die Standardeinstellung des Filters lautet Pakete mit GUI, was zu vielen Nachfragen von Anfängern führt, die vergeblich nach Kommandozeilenpaketen, Bibliotheken oder Audio/Video-Codecs. Solche Komponenten erscheinen erst, wenn Sie hier auf Alle Pakete umstellen. Rpmdrake merkt sich diese Einstellung dann aber für die kommenden Sitzungen.

Als weitere Filteroptionen stehen Meta-Pakete, Alle Updates, Sicherheitsupdates, Fehlerkorrekturen und Normale Updates zur Auswahl. Mithilfe von Meta-Paketen lassen sich komplette Paketgruppen installieren, wie etwa die Desktops KDE und Gnome, aber auch Entwicklungs-, Spiele-, Grafik- und Sound-Software. Im zweiten Filter haben Sie nun die Auswahl zwischen Alle Pakete, Installierte Pakete oder Nicht installierte Pakete. Das hilft insbesondere dann weiter, wenn Sie das System etwas aufräumen wollen.

Über den Menüpunkt Ansicht wählen Sie statt der Gruppeneinteilung auch eine Vielzahl anderer Einteilungen. Obendrein können Sie auch auswählen, nach welchen Kriterien die Paketverwaltung eine Suche vornimmt. Dazu klicken Sie auf das Fernglas-Symbol am linken Rand des Suchfelds. In der Vorgabe sucht das Programm in den Paketnamen, Sie können es jedoch auch in den Dateilisten, den Beschreibungen oder den Zusammenfassungen stöbern lassen.

Sobald Sie ein Paket zur Installation anwählen, präsentiert Rpmdrake eine Liste mit Abhängigkeiten, die Sie entweder zur Installation bestätigen oder ablehnen, falls Sie die Pakete nicht installieren möchten. Bei manchen Paketen lassen sich die Abhängigkeiten mit einer unterschiedlichen Auswahl weiterer Software auflösen. Hier präsentiert Rpmdrake eine Auswahl aller Pakete, in der Sie Schritt für Schritt auswählen, was installiert werden soll. Auch hier erhalten Sie anschließend wieder eine Liste aller anstehenden Pakete zur Bestätigung.

Sinngemäß das selbe gilt für das Deinstallieren von Paketen. Nach einem abschließenden Klick auf Anwenden zeigt Rpmdrake nochmals eine komplette Liste aller zur Installation respektive Deinstallation vorgesehenen Pakete und berechnet dabei auch gleich, wieviel Platz die bevorstehende Aktion verbraucht respektive freimacht.

Aktualisierungen

Beim Start der Funktion Aktualisieren des Systems aktualisiert Rpmdrake zunächst die Paketquellen und prüft dann, ob Updates anstehen. Sie erhalten dann eine entsprechende Liste und wählen, ob und welche Aktualisierung Sie installieren wollen. In der Voreinstellung richtet Rpmdrake alle vorhandenen Updates ein, nicht gewünschte müssen Sie explizit abwählen. Die gleiche Oberfläche erhalten Sie auch, wenn Sie die Aktualisierung über das Update-Applet in der Taskleiste anstoßen. Das kleine Werkzeug prüft die Paketquellen regelmäßig und meldet sich, sobald Aktualisierungen anstehen.

Unter dem Punkt Configure Updates frequency – hier ist dem deutschen Übersetzungsteam bei Mandriva 2010.0 ein String durch die Lappen gegangen – stellen Sie ein, wie oft das System nach Aktualisierungen sucht – in der Voreinstellung geschieht das alle drei Stunden. Hier geben Sie auch an, ob Rpmdrake nach dem Booten Aktualisierungen eine gewisse Zeitspanne zurückstellen soll, damit das System mit allen Komponenten betriebsbereit ist und anstehende Cronjobs vorher noch erledigen kann. Die voreingestellte Zeit von fünf Minuten reicht hierfür in aller Regel vollkommen aus.

Bislang fehlt in Rpmdrake eine Möglichkeit, gewisse Pakete dauerhaft von der Aktualisierung auszunehmen, was man speziell auf Server-Systemen hin und wieder benötigt. So etwas lässt sich nur manuell durch Bearbeiten der Datei /etc/urpmi/skip.list realisieren.

TIPP

Alle Konfigurationsdateien der Mandriva-Paketverwaltung finden Sie unter /etc/urpmi/.

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