Pakettypen

Zwar schlagen sich die meisten Nutzer mit den drei Standardaufgaben install, search und remove durchs tägliche Linux-Paketmanagement, doch bietet Zypper noch weit mehr Möglichkeiten. So stellt OpenSuse neben einzelnen Paketen auch komplette Paketgruppen zum Download bereit, die in etwa den Meta-Paketen bei Apt entsprechen. Diese Schemata nennt Zypper "Patterns". Möchten Sie nach sämtlichen Patterns suchen, die etwas mit Spielen zu tun haben, erledigt das der Aufruf:

# zypper search -t pattern game

Analog dazu installieren Sie auch komplette Patterns. Um das Pendant zu dem in der Ubuntu-Dokumentation so oft zitierten build-essential einzurichten, genügt das Kommando:

# zypper install -t pattern devel_basis

Pakete zur Kernelentwicklung finden Sie im Pattern devel_kernel, und so weiter. Neben Paketen und Pattern kennt Zypper noch die Installationstypen Patch, Produkt und Quellpaket. Während Produkte in der Regel nur bei den Enterprise-Versionen von OpenSuse zum Einsatz kommen, bieten sich die Patches und Quellen auch für den heimischen Gebrauch an. Den Quellcode des Gimp-Pakets installieren Sie zum Beispiel über zypper install -t srcpackage gimp, ob es irgendwelche Patches gibt, testen Sie mit zypper search -t patch ohne zusätzliche Parameter (Abbildung 3).

Abbildung 3: Welche Patches zurzeit gerade zur Verfügung stehen, testen Sie mit zypper search -t patch.

Doppelt gemoppelt

Über den Befehl zypper refresh lädt Zypper die Metadaten zu den einzelnen Repositories herunter und frischt den lokalen Zwischenspeicher mit den entsprechenden Informationen auf. Um bei dieser Arbeit und bei der Installation möglichst flink zu sein, benutzt Zypper dazu einen doppelten Cache: Unter /var/cache/zypp/raw/ finden sich jeweils in einem eigenen Verzeichnis pro Repo die Metadaten mit den Datei-Informationen befinden. Daneben sammelt der Paketmanager in /var/cache/zypp/solve/ Informationen dazu, welche Abhängigkeiten ein Paket verursacht und wie sich diese am besten und am schnellsten auflösen lassen.

Bei den Meta-Informationen, die auf den Servern im Verzeichnis repodata liegen, handelt es sich um mit Gzip komprimierte XML-Dateien, die je nach Repository ein paar MByte groß sein können. Um diese Daten nicht bei jeder Installation erneut herunterladen zu müssen, stellt jedes Repository auch eine Inhaltsliste bereit. Zypper vergleicht zunächst die Prüfsummen dieser Indexdateien mit der lokalen Version und verzichtet bei Übereinstimmung auf einen erneuten Download der Meta-Informationen.

Diese Prüfung nimmt der OpenSuse-Paketmanager praktisch bei jedem Aufruf vor – was vor allem bei Rechnern ohne Internetverbindung sowie bei der Paketinstallation von festen Repositories lediglich Zeit verschwendet. Um den automatischen Check auszuschalten, markieren Sie einfach in YaST im Paketmanager-Modul die Checkbox vor dem Autorefresh-Eintrag. Per Kommandozeile funktioniert das mit:

# zypper mr -R Repo-Nummer

Die Nummer des Repositories entnehmen Sie der Ausgabe von zypper lr. Einen Mittelweg bietet die Zypper-Konfigurationsdatei an: Hier legen Sie eine bestimmte Zeitspanne fest, während der Zypper kein automatisches Update vornehmen soll. Öffnen Sie dazu mit administrativen Rechten die Datei /etc/zypp/zypp.conf im Editor Ihrer Wahl und entfernen Sie in Zeile 121 das Rautezeichen vor dem Eintrag repo.refresh.delay = 10. Der Zahlenwert legt fest, wie viele Minuten Zypper nur auf die lokalen Meta-Informationen zugreift.

Schließlich gibt es noch die Option --no-refresh, die sich in erster Linie bei der Suche anbietet, wenn keine Internetverbindung besteht:

# zypper --no-refresh search gimp

Im Unterschied zu Apt verlangt Zypper vom Benutzer ab und zu manuelle Eingriffe. Das hängt mit der Herkunft der Paketquellen zusammen: Findet Zypper in einer nicht offiziellen Paketquelle ein aktuelleres Paket, dann gilt dessen Installation als Herstellerwechsel. In einem solchen Fall müssen Sie als Benutzer entscheiden, ob Zypper die ältere Version aus den offiziellen Quellen behalten oder per Herstellerwechsel die allerneueste Variante installieren soll. Über die Kommandozeile oder die Konfigurationsdatei /etc/zypp/zypp.conf lässt sich auch dieses Verhalten anpassen.

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