Mit der Versionsbezeichnung "2010" läutete der französische Distributor Mandriva [1] die kommende Dekade bereits Anfang November ein. Die Erwartungen waren groß, hatte Mandriva doch die Herausgabe um einen ganzen Monat verzögert, um die gewohnte Qualität auch angesichts der vielen Neuerungen wahren zu können.

Selten zuvor hat Mandriva in den Spezifikationen für eine neue Version so viele Neuerungen aufgelistet wie beim Sprung von der Version 2009.1 auf 2010.0. Es sollte nicht nur die Oberfläche KDE 4.3.2 so perfekt implementiert werden, wie es die Benutzer seit der weniger gelungenen Mandriva 2009 erhofften, sondern auch der semantische Desktop Nepomuk. Zu den neuen Softwareversionen gehören Gnome 2.28, Firefox 3.5.3 (aktualisiert auf 3.5.5), OpenOffice 3.1.1, KOffice 2.0.82, Amarok 2.2 und einige mehr.

Als Basis dienen der Kernel 2.6.31 mit einer verbesserten Hardware-Unterstützung (besonders im Bereich WLAN, Audio und Video) sowie der X-Server 7.4, der zusammen mit einer neuen Treiberversion für Intel-Grafikchips die grafische Performance und Stabilität verbessert. Auf dem Gebiet der Virtualisierung haben Sie die Aaswahl zwischen VirtualBox 3.0.8, dem Xen-Kernel 2.6.30 und Qemu-kvm. Die wesentlichen Systempakete erweisen sich ebenfalls als topaktuell: Bash 4.0, GCC 4.4.1 und Glibc 2.10.1. Der Webserver Apache liegt in der Version 2.2.14 vor, PHP als 5.3.1RC4 und Python aus Kompatibilitätsgründen noch in der Version 2.6. Allerdings steht Python 3.0 als Alternative zur Verfügung.

Die Regelung des Gerätezugriffs hat sich nun endgültig von der Abhängigkeit vom aktuellen Benutzer verabschiedet und erfolgt generell zur Laufzeit via Udev bestimmt, was für den einen oder anderen erfahrenen Benutzer ein wenig Umstellung verlangt.

Mandriva Linux 2010.0 – die Varianten

Auch Mandriva Linux 2010.0 liegt wieder in der bekannten Vielfalt von Editionen vor. Neben der "Free-Edition"-DVD, die nur freie Software enthält (auf der Heft-DVD), existiert die Live-CD "One" in einer Gnome- und einer KDE-4-Ausführung. Bei diesen Live-CDs gibt es verschiedene Ausgaben, die sich durch die unterstützten Sprachgebiete unterscheiden. Für deutschsprachigen Benutzer sind die ISOs mit der Bezeichnung Europe-Americas (Gnome) respektive Europe1-Americas (KDE) relevant. All diese Editionen lassen sich kostenlos von einem der Mandriva-Spiegelserver herunterladen, etwa vom FTP-Server der deutschen Benutzergemeinschaft MandrivaUser.de [2].

Als kommerzielles Produkt offeriert Mandriva das "Powerpack", ein Paket mit zwei DVDs und einer Support-Option (nur via Web) sowie einigen zusätzlichen Programmen, wie dem Fluendo-DVD-Player und proprietären Treibern und Plugins. Bei Erscheinen dieses Artikels dürfte auch der "Mandriva Flash" verfügbar sein, ein USB-Stick mit dem Powerpack und persistentem Speicher. Sie erhalten alle diese Produkte im Online-Shop von Mandriva [3] oder bei einem lokalen Anbieter, wie beispielsweise Ixsoft [4].

Installation

An der Installation des Systems hat sich weder in der "Free Edition" noch beim "Powerpack" und der "One"-CD viel geändert. Eine intuitiv bedienbare grafische Routine führt Schritt für Schritt durch die Installation, wobei erfahrenen Benutzern in fast jedem Abschnitt ein erweiterter Modus mit umfassenden Optionen zur Verfügung steht. Das Partitionierungstool Diskdrake liefert in optisch ansprechendem Gewand eine Übersicht über vorhandene Partitionen und die vorgeschlagenen Partitionierungsmöglichkeiten (Abbildung 1), daneben besteht die Option der benutzergesteuerten Partitionierung. Als Standard-Dateisystem für neu angelegte Partitionen dient Ext4.

Abbildung 1: Diskdrake ermöglicht das komfortable Einrichten der Festplatte.

Auch bei der Auswahl der zu installierenden Softwarepakete kommt ein duales Konzept zur Anwendung: Einsteiger wählen zwischen KDE und Gnome, erfahrene Benutzer steigen über die Option Benutzerdefiniert in eine nach Gruppen und sogar nach einzelnen Paketen sortierte Auswahl ein. Daraus resultiert im ersten Fall ein umfassendes Standardsystem mit allen üblichen Anwendungen, im zweiten Fall ein bis ins Kleinste an die eigenen Bedürfnisse angepasstes System. Das Software-Angebot der DVD lässt mit rund 1800 Paketen kaum Wünsche offen, es besteht jedoch die Möglichkeit, zusätzliche Quellen (FTP-Server, optische Medien) während der Installation einzubinden.

Das Einspielen der Pakete verläuft recht flüssig. Anschließend folgt die Systemkonfiguration, wiederum vorparametrisiert für den Einsteiger und mit detaillierten Einstellmöglichkeiten für erfahrene Benutzer. Die Hardware-Erkennung von Mandriva Linux hat sich erneut verbessert und band im Test auf allen Testgeräten sämtliche notwendigen Module automatisch ein (siehe Kasten "Proprietäre Treiber"). Ein Multifunktionsdrucker von HP wurde ebenso problemlos erkannt und eingebunden wie der zugehörige Scanner. Ebenso erfolgreich verlief bei Laptops und Netbooks die Netzanbindung per WLAN sowie das Einrichten von Webcams.

Proprietäre Treiber

Der Nachteil der auf der "Free Edition" nicht vorhandenen proprietären Treiber fällt kaum ins Gewicht, da das Paketmanagement diese nach einem Einbinden der Softwarequellen bei erneutem Aufruf der Konfigurationswerkzeuge (zum Beispiel für die Grafikkarte) automatisch nachinstalliert. Probleme gibt es allerdings, wenn der Rechner proprietäre WLAN-Treiber benötigt, die sich nur über einen bestehenden Internetzugang installieren lassen: In diesem Fall gilt es auf die Installation von einer "One"-CD auszuweichen oder vorübergehend einen kabelgebundenen Internetzugang zu nutzen.

Eine Zusammenfassung aller eingerichteten Geräte und Optionen (Abbildung 2) schließt den Installationslauf ab, nicht erkannte oder eingerichte Hardware erscheint in roter Schrift. In diesem Fall – oder falls die Ergebnisse der automatischen Konfiguration nicht befriedigen, lässt sich jeder einzelne Punkt erneut bearbeiten. Hier kommen die selben grafischen Dialoge zum Einsatz, die später auch im Mandriva-Kontrollzentrum zur Verfügung stehen.

Abbildung 2: Am Ende der Installationsprozedur fasst Mandriva die Konfiguration zusammen.

Nach dieser Zusammenfassung besteht die Möglichkeit, nach dem Erscheinen der Distribution herausgegebene Aktualisierungen via Internet einzuspielen. In unserem Fall waren das drei Wochen nach Erscheinen der Distribution immerhin schon über 300 Pakete.

Eine Installation von der Live-CD "One" gestaltet sich ähnlich einfach. Das Aussehen des Installers unterscheidet sich zwar minimal, die Funktionalität ist aber im Prinzip die selbe. Allerdings überspielt der Installer ohne Software-Auswahl schlicht den kompletten Inhalt der CD auf die Festplatte. Eine Ausnahme bilden lediglich die nicht benötigten Kernel-Module und Sprachpakete, die der Installer zuverlässig entfernt.

Auf dem Schreibtisch

Während die Live-CDs nur jeweils eine Desktopumgebung (KDE oder Gnome) bieten, lassen sich von der DVD ("Free Edition" oder "Powerpack") mehrere GUIs installieren. Neben Desktops wie Gnome 2.28, KDE 4.3.2 und LXDE finden sich hier auch reine Window-Manager wie Windowmaker oder Icewm. Wir konzentrieren uns hier auf KDE, das in Mandriva im vorigen Jahr etwas unrund startete. Insbesondere interessierte uns, in wie weit die aktuelle Version an Ausstattung und Qualität der vorhergehenden Serie 3.5.x herankommt, die Mandriva Linux 2010 nicht mehr an Bord hat.

Nach dem Systemstart zeigt sich ein aufgeräumter KDE-Desktop, dessen Eindruck das neue klare Mandriva-Design noch verstärkt – siehe Aufmacherbild. Den aktuellen Stand von KDE kann man als sehr stabil und vollständig bezeichnen: Die bisherigen Kinderkrankheiten der 4er-Reihe scheinen ausgeräumt, fast alle Anwendungen wurden portiert und laufen stabil.

Die Integration von KDE in Mandriva Linux wirkt sehr gut gelungen, was auch bei der starken Bindung zwischen Mandriva und dem KDE-Projekt nicht anders zu erwarten war. Das Startmenü erscheint zwar standardmäßig noch im traditionellen Design, lässt sich jedoch mit zwei Mausklicks auf die buntere Kickoff-Version umschalten. In der Version 4.2.3 finden sich auch wieder eine Reihe neuer Plasmoids für den Desktop.

Eine der augenfälligsten Eigenschaften des neuen KDE stellt sicher die Vielzahl der Desktopeigenschaften dar, die man allerdings erst mit den proprietären Treibern einer ATI- oder Nvidia-Grafikkarte richtig ausreizen kann. Auch Compiz steht zur 3D-Gestaltung des Desktops parat, ist aber im Grunde angesichts der vielen KDE-eigenen Optionen überflüssig. Da taumeln Würfel, rotieren Zylinder, wackeln Fenster beim Bewegen – alles, was das Herz des Benutzers begehrt.

Eine wesentliche Neuerung bildet der schon lange propagierte semantische Desktop [5] Nepomuk [6] – im Grunde eine Indizierung der Festplatteninhalte, die aber weit über die bisherigen Werkzeuge wie Kat oder Beagle hinausgeht. Die Einrichtung des Nepomuk-Servers für die Desktopsuche starten Sie aus dem KDE-4-Kontrollzentrum heraus, wo Sie auch die entsprechenden Einstellungen vornehmen. Nepomuk (Abbildung 3) bietet dabei eine Vorgehensweise, die besonders auf schmalbrüstiger Hardware eine deutliche Verbesserung gegenüber anderen Desktop-Suchdiensten darstellt. Allerdings kommt es auch auf gut ausgestatteten Rechnern während der Erstindizierung zu Verzögerungen im Arbeitsablauf – Sie dürfen also ruhig eine kurze Kaffeepause ansetzen.

Abbildung 3: Desktopsuche aufgebohrt: der "semantische Desktop" Nepomuk.

Ist dieser erste Schritt einmal erledigt, so bieten sich eine Fülle von Möglichkeiten – von der einfachen Suche nach Dokumenten über die Verschlagwortung beliebiger Inhalte bis hin zu aufgabenorientierten Zusammenstellungen aller Dateien für ein bestimmtes Projekt.

Den Benutzern spärlich ausgestatteter oder älterer Rechner bietet Mandriva das Leichtgewicht LXDE an, das sich immer mehr zu einem vollständigen und vor allem stabilen Desktop für schmalbrüstige Rechner mausert. Im Angebot von Mandriva finden sich zudem leichtgewichtige Alternativen zu den üblichen Programmen, wie etwa der auf Webkit basierende Browser Midori, der Mail-Client Claws-Mail oder der Musikplayer Consonance. Letzterer residiert zwar nicht in den offiziellen Quellen, wohl aber als RPM bei der deutschen Mandriva-Community [7]. Einziges Manko von LXDE: Das Herunterfahren aus LXDE heraus führt nur zu einem Logout, der Shutdown muss über den Desktop-Manager (bei LXDE meist Gnomes GDM) erfolgen. Als weitere schlanke Desktopalternative bringt Mandriva XFCE mit.

Mandriva fürs Netbook

Zwar klein in den Maßen, bringen Netbooks meist trotzdem reichlich Arbeitspeicher und eine ebenso ausreichende Grafikleistung mit, sodass Sie auf ihnen Mandriva Linux problemlos betreiben können. Für den mobilen Einsatz als Begleiter auf Reisen und im Straßencafé bietet Mandriva optional die Oberfläche Moblin an (Abbildung 4), die Sie über das Paket task-moblin unkompliziert installieren. Das Hauptgewicht bei Moblin liegt allerdings nicht auf dem Einsatz der klassischen Desktopanwendungen: Die Oberfläche gemahnt eher an das Outfit eines Smartphones.

Abbildung 4: Für Netbooks bietet Mandriva Linux 2010.0 die Moblin-Oberfläche an.

Beim Systemstart grüßt einem Desktop, der auf einen Blick alle Termine, Kontakte und bevorzugten Ziele im Internet anzeigt. Der Zugriff auf die gängigen Netzwerke wie ICQ, MSN, Facebook und Twitter ist bereits vorbereitet, so dass man nur noch die eigenen Zugangsdaten eintragen muss. Zwar bietet die Moblin-Oberfläche auch Zugriff auf alle installierten Anwendungen und Spiele, allerdings fällt das entsprechende Anwendungsmenü ein wenig gewöhnungsbedürftig aus. Die Implementierung von Moblin erscheint aber bei Mandriva einfacher bedienbar als das Original des Moblin-Projektes [8].

Von der deutschen Benutzergemeinschaft MandrivaUser.de gibt es eine eigene "MandrivaUser.de Netbook-Edition" [9], die zwar auf einer "One"-Edition von Mandriva Linux basiert, sich aber verschiedener Eigenheiten der Netbooks annimmt. Weil diese keine optischen Laufwerke haben, zielt die die Netbook-Edition konsequenterweise auf den Einsatz auf USB-Sticks. Zur Auswahl stehen ein ISO-Abbild für die Verwendung als Live-System ohne Speicher (für 1-GByte-USB-Sticks) sowie ein Image für 4-GByte-Sticks oder größer. Für den 4-GByte-USB-Stick kommt ein mit vielen Treibern und zusätzlicher Software angereichertes Gnome-System zum Einsatz, 3 GByte bleiben als persistenter Speicher für das persönliche Verzeichnis des Benutzers frei. Als Oberfläche dient der für Mandriva portierte, speziell für Netbooks entwickelte Netbook-Launcher von Ubuntu. Sie finden die ISOs der Netbook-Edition auf dem FTP-Server von MandrivaUser.de [10].

Multimedia und Grafik

Die größte Aufmerksamkeit im Anwenderbereich gilt heutzutage wohl den Multimedia-Anwendungen. Hier kann Mandriva Linux 2010.0 voll punkten. Amarok, die wohl meistgenutzte Anwendung im Audiobereich knüpft mit der Version 2.2 wieder an die Leistung und Funktionsvielfalt der Vorgängerversion an (Abbildung 5). Sowohl das Erfassen der Musiksammlung als auch das Generieren von Wiedergabelisten, das Einbinden von Wikipedia-Einträgen zum aktuellen Stück und die Wiedergabe von MP3-Dateien funktionieren problemlos.

Abbildung 5: In der neuen Funktion voll in KDE 4 angekommen: Amarok 2.2 .

Auch die anderen Audio-Anwendungen können überzeugen – einmal abgesehen vom KDE-CD-Spieler, dessen Aussehen man bestenfalls "ungewöhnlich" einordnen kann. Hohen Anteil an der allgemein guten Audio-Leistung hat (zumindest unter KDE) die Integration des Multimedia Frameworks Phonon in Pulseaudio. Auch die Integration der erforderlichen Plugins im Browser Firefox überzeugt: Videos bei YouTube und in der ZDF-Mediathek ansehen, MP3-Dateien im Internet anhören, und auch das Abspielen von OGG-Videos funktionieren auf Anhieb. Das gilt zumindest für die Live-CDs und das "Powerpack", welche die dafür benötigten Plugins bereits während der Installation einbinden. Bei der "Free Edition" gilt es diese noch vom Mandriva-Server nachzuinstallieren, wofür aber wenige Mausklicks genügen.

Weniger erfreulich sieht es bei den Video-Anwendungen aus. Das kommerzielle "Powerpack" enthält den DVD-Player von Fluendo, der zwar alle Video-DVDs brav abspielt, sich jedoch im Test weigerte, auf ISO-Abbilder von Video-DVDs oder gar einzelne Videodateien mit freien Formaten zuzugreifen. Die "Free Edition" enthält einige Video-Player (MPlayer, Totem, Dragonplayer), die aber alle nur mit nachinstallierten Plugins und Codecs aus dem Angebot der PLF-Repositories funktionierten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Verwendung einiger der in diesen Codecs verwendeten Technologien in manchen Staaten illegal ist – namentlich in den USA, dem Hauptmarkt von Mandriva. Das neu in der Distribution angebotene Mediacenter Moovida erkannte zwar eine vorhandene DVD, weigerte sich aber beharrlich, sie auch wiederzugeben. Einzig die nachinstallierte freie Anwendung VLC zeigte alle Filme ohne viel Nacharbeit in gewohnter Qualität.

Sehr gute ausgestattet gibt sich Mandriva Linux 2010.0 in Sachen Grafik und Bildbearbeitung. Neben Gimp, dem Flaggschiff der freien Bildbearbeitung, steht eine Fülle weiterer Bearbeitungs-, Katalog- und Darstellungssoftware zur Verfügung. Auch der Import von Bildern aus zwei verschiedenen Digitalkameras lief problemlos ab, wobei auch hier mehrere Programme zur Auswahl stehen – in erster Linie natürlich Digikam.

Freunde des Vektorformats freuen sich über die aktuelle Version 0.47 von Inkscape, die sich selbst für anspruchsvollste Aufgaben eignet. Auf der Schnittstelle zwischen Grafik und Text steht das Layoutprogramm Scribus 1.3.5 zur Verfügung, während für einfache Malaufgaben Kolourpaint völlig ausreicht.

Kommunikation

Die Kommunikation mit Freunden, Fremden und Besuchern unterstützt Mandriva Linux 2010.0 auf allen Ebenen. Das "Powerpack" enthält die aktuelle Beta-Version 2.1 von Skype, die im Test einwandfrei funktionierte. Die früheren Probleme im Zusammenspiel mit Pulseaudio scheinen nun ausgeräumt zu sein. Für Benutzer der "Free Edition" sieht es nicht so gut aus – hier gilt es das allgemeine Paket von Skype.com zu installieren, was nicht ganz so einfach ist. Als VoIP-basierte Alternativen stehen aber Ekiga sowie Kphone zur Verfügung.

Auch für Videochats dienen wiederum Ekiga oder Skype. Dabei erkannte und nutzte Mandriva Linux 2010.0 sowohl eine im Netbook installierte Webcam als auch eine USB-Webcam von Creative automatisch. Daneben gibt es zahlreiche textbasierten Kommunikationsmittel – von Kopete über Quassel und Konversation bis zu Lirc und Xchat. Alle diese Programme liefen im Test zufriedenstellend und ohne sichtbare Probleme.

Fazit

Mandriva Linux 2010.0 macht in jeder Hinsicht einen klaren und transparenten Eindruck. Besonders gefällt die konsequente Umsetzung des Grundsatzes, für Benutzer jeden Kenntnisstands die passenden Anwendungen und Werkzeuge mitzubringen. Als besonders gelungen erweisen sich die KDE-4-Integration der Distribution sowie die ausgezeichnete Hardware-Erkennung. Trotz topaktueller Komponenten und Anwendungen läuft Mandriva Linux 2010.0 absolut stabil. Den ausgezeichneten Gesamteindruck vermögen die wenigen Schwachstellen nicht zu trüben.

Informationsquellen

Dank des Engagements der internationalen Benutzergemeinschaft hat sich auf der Mandriva- Website [1] und im Mandriva-Wiki [11] im letzten Jahr sehr viel getan, insbesondere auf den von deutschen Benutzern gepflegten deutschsprachigen Seiten. Dagegen zog sich Mandriva selbst im gleichen Maß aus der direkten Unterstützung der Privatbenutzer zurück, was aber kaum auffällt. Lediglich Käufer der kommerziellen Edition "Powerpack" müssen nun ohne die früher vorhandenen Handbücher in deutscher Sprache auskommen.

Deutschsprachige Benutzer finden unter MandrivaUser.de [12] eine sehr aktive und hilfsbereite Community, die mit einem Forum, vielen Artikeln und einem eigenen FTP-Server aufwartet. Darüber hinaus agiert diese Community auch auf vielen Linux-Veranstaltungen als Anlaufstelle für die Benutzer von Mandriva Linux.

Die Autoren

Wolfgang Bornath alias wobo beschäftigt sich mit der Kommunikation in der deutschen und internationalen Mandriva-Benutzergemeinde und leitet das deutsche Community-Projekt MandrivaUser.de. Oliver Burger (obgr_seneca) ist maßgeblich an dem gleichen Projekt beteiligt und packt Softwarepakete für MandrivaUser.de. Beide Autoren finden Sie (fast immer) im Forum von MandrivaUser.de [12].

Glossar

PLF

Penguin Liberation Front [13]. Projekt, das Linux-Software bereitstellt, die nicht mit Distributionen ausgeliefert werden kann, weil sie in manchen Ländern nicht legal ist.

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Kommentare
Updateprobleme
Rudolf (unangemeldet), Samstag, 26. Dezember 2009 08:25:02
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Nach der Instalation von Mandriva10 ist ein Update nicht möglich. Es gibt ständig Fehlermeldungen über defekte Pakete. Gibt es dazu schon eine Abhilfe?


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Mandriva 2010 Erfahrungen
franz metzger (unangemeldet), Donnerstag, 24. Dezember 2009 11:43:54
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Hallo Leute:
Auch ich habe mir Mandriva 2010 free edition installiert.
Der erste Eindruck war wirklich sehr gut. Aber dann kommts:
Obwohl die Paketquellen aktiviert sind, ist kein Update möglich.
Dauernde Fehlermeldungen über falsche Pakete und Installation
fehlgeschlagen. Nvidia lässt sich leider auch nicht installieren.
So kann ich Mandriva leider nicht verwenden.


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Re: Mandriva 2010 Erfahrungen
Norbert Beyerlein (unangemeldet), Montag, 28. Dezember 2009 18:02:11
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Hallo,

ich hatte auch das Problem, das die Updates und die Softwareinst. nicht richtig funktioniert haben.

Ich habe dann gerade auf Anraten von Stefan von
http://www.mandrivauser.de/smarturpmi/
Spiegelserver eingetragen; seitdem läde er Updates runter. ;-)

Viele Grüße und "Have a lot of fun!"
Norbert


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Re: Mandriva 2010 Erfahrungen
Heinz-Stefan Neumeyer, Samstag, 02. Januar 2010 16:35:07
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Ich ergänze das mal durch eine "Schnell-Anleitung", die ich dieser Tage schon an anderer Stelle aufgeschrieben habe:

Gehe auf die Seite

<http://www.mandrivauser.de/smarturpmi/>

Dort klickerst Du Dich durch - erst Architektur auswählen, dann
Paketgruppen ->

main release
contrib release
non-free release
main updates
contrib updates
non-free updates
contrib backports
non-free backports
(Mein Vorschlag, die übrigen Gruppen - also plf oder mud kannst Du
natürlich auch noch auswählen. Alles was testing betrifft würde ich
dagegen rauslassen...)

Dort klickst Du immer eine Server aus Frankreich an. Ich habe
<ftp.u-strasbg.fr> genommen. Für die mud-Quellen (das sind die von der deutschen Mandriva-Community) gibt es natürlich keinen Server in
Frankreich!
Dann ganz unten die "Form" anklicken. hdlist ist immer richtig.

Auf der nächsten Seite bekommst Du dann die kompletten urpmi-Befehle aufgelistet, die Du dann nur noch nacheinander in eine root-Konsole kopieren und ausführen mußt.
Alternativ läßt Du Dir das alles insgesamt in ein Script schreiben,
speicherst das auf dem Rechner, machst das ausführbar und läßt es mit root-Rechten laufen. Das erledigt dann auch eine längere Liste "...in einem Aufwasch..."

Ist im übrigen alles ausführlich erklärt...

(So was sinnvolles in dieser Art zum zusammenstellen der Repositories hätte ich mir übrigens auch bei SuSE
immer gewünscht!!!)

Gruß und eine gesundes Neues Jahr

Stefan



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Mandriva 2010 - eine gelungene Distribution
Heinz-Stefan Neumeyer, Dienstag, 15. Dezember 2009 15:57:31
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Hallo Wolfgang
Hallo Oliver

Obwohl ich in den Lobgesang auf KDE4 nicht einstimmen kann und werde - KDE4 verkörpert für mich sowhl in seinem Details als auch in der Gesamtheit alles das was ich mir unter einer für mich zweckmäßigen und täglich zu benutzenden graphischen Oberfläche eben n_i_c_h_t vorstelle:
Mandriva 2010 ist für meine Begriffe die gelungenste der z.Z. aktuellen Distributionen.

Vor allem die immer noch vorhandene Möglichkeit, die Einrichtung der Graphik nach während der Installation von Hand zu machen, hat mir in den letzten Wochen schon bei einer ganzen Anzahl von Rechnern (Schwerpunkt ehemals *buntu, aber auch drei SuSE-Maschinen) viel von dem dort auftretenden nachträglichen Ärger und Basteleien erspart, wenn eben die "automagische" Erkennung der Graphik-Hardware nicht funktioniert.

Momentan gibt es deswegen eigentlich nur zwei "Linuxe", die ich uneingeschränkt weiterempfehle: Debian "Lenny" und Mandriva 2010.
(Beides übrigens mit XFCE)

Gruß Stefan


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