Paketinstallation

Tiny Core unterscheidet beim Einrichten von Paketen zwischen den beiden Verfahren Installieren ("install") und Einhängen ("mount"). Beim Install lädt das System während des Hochfahrens aus dem sogenannten Persistent Personal Repository (PPR) den Inhalt des Pakets in die RAM-Disk. Beim PPR handelt es sich um das Verzeichnis, dass Sie eingangs angelegt haben und das Tiny Core beim Booten auf der angegebenen Partition sucht (Parameter tce=...).

Da die Pakete in die RAM-Disk geladen werden, resultiert daraus natürlich ein recht hoher Bedarf an Arbeitsspeicher – dafür geht das Ganze sehr schnell. Nach dem Hochfahren des Systems dauert es beispielsweise nach dem Klick auf das Firefox-Icon nur eine Sekunde, bis der Browser startet. Im Gegensatz dazu landen die Pakete beim Mounten aus dem PPR nicht in der RAM-Disk, sondern werdem per loop-mount eingebunden. Das schont den Arbeitsspeicher, aber dafür ist die Anzahl der so nutzbaren Pakete begrenzt.

Die gute Nachricht: Beide Methoden lassen sich beliebig mischen. Anwendungen, bei denen es auf einen schnellen Start ankommt, kommen bevorzugt mit der Install-Methode zum Einsatz. Programme, die man nur selten nutzt, verwendet man speicherschonender über die Mount-Methode. Auf Rechnern mit nur wenig RAM bietet es sich natürlich an, alle Pakete zu mounten. Tiny Core Linux merkt sich in der Datei tcz2ram.lst im PPR, welche Pakete es in die RAM-Disk laden sollen.

Deutsches Tastaturlayout

Die ISO-Datei, aus deren Inhalten die Installation bislang besteht, enthält keinerlei Pakete – nicht einmal jenes, das die deutsche Tastaturbelegung (und andere) implementiert. Tiny Core wertet den oben erwähnten Boot-Parameter zwar aus, aber mangels installierter Tastaturtabelle bleibt er bislang wirkungslos. Starten Sie nun den Appbrowser, indem Sie unten im Launchpad das Icon mit den zwei Zahnrädern anklicken. Im Programm selbst verbinden Sie sich dann mit Connect zum Paket-Repository auf der Tiny-Core-Website. Der Appbrowser lädt daraufhin die Liste der verfügbaren Pakete und zeigt sie im Fenster an.

Als erstes suchen Sie nun das Paket kmaps, das die schon erwähnten Tastaturtabellen enthält, und markieren es durch Anklicken. Dann wählen Sie das Paket firefox an, denn das Schnellstart-Linux soll ja schließlich zum Surfen im Internet dienen. Klicken Sie nun auf Install oder Mount klicken, lädt der Appbrowser die gewünschten Pakete herunter und installiert sie mit der gewünschten Methode. Um Abhängigkeiten zu anderen Paketen müssen Sie sich keine Gedanken machen – der Appbrowser löst diese automatisch auf und installiert die notwendigen Pakete mit.

Um die vorgenommenen Änderungen anzuwenden, empfiehlt sich ein Reboot. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop-Hintergrund und wählen Logout. Bitte beachten Sie, dass Sie den Haken bei der Option Backup (Abbildung 4) setzen müssen, damit Tiny Core die gerade vorgenommenen Änderungen auch sichert.

Abbildung 4: Beim Abmelden wählen Sie aus, ob Tiny Core die Änderungen sichern soll.

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Kommentare
Grub2
Lirex (unangemeldet), Freitag, 25. Dezember 2009 21:24:45
Ein/Ausklappen

<<<
Voraussetzung ist eine schon installierte "große" Distribution wie etwa Fedora, OpenSuse oder Ubuntu, dank der sich auch schon der Boot-Manager Grub (Version 1 – also nicht Ubuntu 9.10) als OS-Dompteur betätigt.
<<<<

Schön wäre es auch zu erfahren wie man es unter Grub2 einbinden kann.


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