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Neues auf den Heft-DVDs

Alle Jahre wieder präsentieren die großen Distributoren im Spätherbst ihre neuesten Versionen. Durch das Einführen des neuen Release-Zyklus von etwa acht Monaten übersprang Novell die bis dahin obligatorische Frühjahrsausgabe und legt jetzt OpenSuse 11.2 vor. Trotz der nur kleinen Änderung der Versionsnummer bringt das Release eine ganze Reihe an Neuerungen und Verbesserungen mit. Wie die aktuellen Ausgaben der Konkurrenz setzt OpenSuse jetzt auf Kernel 2.6.31 und verwendet als Standard-Dateisystem Ext4. Das altbewährte KDE 3 musste dem neuen KDE 4.3 weichen. Wer die alte Version vorzieht, dem stehen die Pakete im Online-Repository zur Installation zur Verfügung. Den Nachfolgeversion 11.3 mit dem Codenamen "Rousseau" erscheint nach der Roadmap voraussichtlich im Juli 2010.

Der nächste Kandidat im Reigen der Neuerscheinungen ist Mandriva 2010.0. Es enthält neben zahlreichen Bugfixes auch einige neue Features. So nutzt das System zum Booten nun das von Fedora entwickelte Plymouth. Bei der grafischen Oberfläche wählen Sie zwischen 4.3.2, Gnome 2.28, XFCE 4.6.1, LXDE und Moblin 2.0. Die aktuelle Version des Mediaplayer Amarok 2.2 sorgt für den guten Klang, das in der Grundeinstellung aktivierte Nepomuk hilft Ihnen bei der Suche nach Dateien.

Hinter dem Codenamen "Constantine" verbirgt sich Fedoras jüngster Sprössling mit Versionsnummer 12. Zu den aktualisierten Hauptkomponenten zählen unter anderem Linux-Kernel 2.6.31, OpenOffice 3.1.1 und Gnome 2.28 und KDE 4.3.2. Wie Mandriva bringt auch Fedora 12 die alternativen Desktops LXDE und Moblin mit, letzteres vorwiegend für den Einsatz auf Netbooks. Server-Admins bietet Fedora 12 einen Ausblick in zukünftige Enterprise-Linux-Generationen. So unterstützt der Anaconda-Installer in der aktuellen Version iSCSI und sogar Fibre Channel over Ethernet (FCoE), was allerdings nur mit Ethernet-Bandbreiten von 10 Gbit/s funktioniert. Die SE-Linux-Sandbox erlaubt es, einzelne Anwendungen in einen sicheren Käfig sperren.

Bereits letzten Monat erschien Canonicals Ubuntu 9.10, legte aber bis dato einen eher unglücklichen Start hin. Speziell die Beschwerden über Probleme mit dem X-Server häuften sich derart, dass sich der zuständige Entwickler Bryce Harrington gezwungen sah, die Community um Hilfe zu bitten. Neben neuester Software bringt Ubuntu als augenfälligste Neuerung anstelle der bisherigen pastellfarbenen Fensterdekoration nun dunkelbraune Töne mit orangefarbenen Symbolen mit. Dem Standard-Paketmanager Synaptic stellt Canonical das so genannte Software-Center zur Seite. Es erleichtert Einsteigern die Installation von Anwendungen, da es in der Trefferliste nur Programme, aber keine Bibliotheken oder Entwicklerpakete anzeigt.

Auch Klaus Knopper veröffentlichte dieser Tage die neueste Version seiner Distribution, Knoppix 6.2. Es verwendet jetzt anstelle von KDE die schlanke Desktopumgebung LXDE. Enthalten ist auch Adriane, der sprechende Desktop für Blinde und Sehbehinderte, in Version 1.2. Als Basis dienen Kernel 2.6.31.6 sowie X.org 7.4.

Möchten Sie sich das vielfach gehypte Google-System Chromium OS einmal aus der Nähe ansehen, so bietet die auf der DVD enthaltene virtuelle Maschine Gelegenheit dazu.

Last but not least finden Sie auf dem Datenträger Simplix 1.4 LinuxUser-Edition. Dank ressourcenschonender Komponenten wie dem Desktop-Manager JWM eignet sich das auf Debian basierende Live-System hervorragend zum Einsatz auf älteren Rechnern. Eine Installationsoption erlaubt, das System bei Gefallen auf die Festplatte zu installieren.

Programme auf der DVD

Als schlanke, aber funktionsreichen Textverarbeitung präsentiert sich Abiword 2.8.1. Die Release-Notes zur neuen Version betonen vor allem die Verbesserungen im kollaborativen Bereich. So unterscheidet die Anwendung farblich die Texte unterschiedlicher Autoren im selben Dokument. Speziell an die versierteren Fotografen richtet sich Rawstudio 1.2. Das Programm beschränkt sich in seinen Funktionen zwar aufs Notwendigste, stellt diese aber in kompakter Form bereit, sodass Sie damit in kürzester Zeit eine Vielzahl an RAW-Dateien be- und verarbeiten. Wollen Sie Bilder lieber erzeugen als sie zu verarbeiten, finden Sie im vektorbasierten Zeichenprogramm Inkscape 0.47 die richtige Applikation. Die jüngste Version bringt sowohl neue Features als auch zahlreiche Verbesserungen im Detail. Zu den wichtigsten zählen die Spiro-Splines: Mit ihnen richten Sie Elemente an Pfaden aus – egal ob mit Stift, Pinsel oder Knoten.

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