Installation

Nach dem Booten starten Sie die Installation mit einem Klick auf das Desktop-Icon sidux-installer (Abbildung 1). Der Einrichtungsassistent umfasst auch einen USB-Installer, mit dem Sie ein Image transparent auf einem USB-Stick einrichten. Die Option persist ermöglicht es dabei, das Image auf dem USB-Stick durch Upgrades aktuell zu halten (beim Kernel geht das systembedingt nicht) und die Dokumente und Einstellungen am Ende einer Session zu speichern.

Abbildung 1: Der in Sidux integrierte Installer hilft Ihnen beim Einrichten des Systems auf der Festplatte oder einem USB-Stick.

Diese Installationsvariante benötigen Sie auch, um Sidux auf Netbooks ohne CD/DVD-Laufwerk zu installieren. Vor einer solchen Pseudo-Installation gilt es, den USB-Stick mit dem Dateisystem Ext2 zu versehen – das Setup-Programm bietet dazu wahlweise Gparted [7] oder Cfdisk an.

Die normale Installation von Sidux auf eine Festplatte dauert je nach Hardwareausstattung des Rechners etwa zwei bis zehn Minuten. Das Setup-Programm erledigt nur die Installation, ist aber nicht in der Lage, LVM, RAID oder verschlüsselte Systeme einrichten.

Sollte sich auf der Platte ein altes Heimatverzeichnis befinden, verzichten Sie besser darauf, es einzubinden – sonst kann es zu unvorhersehbaren Wechselwirkungen kommen. Kopieren Sie stattdessen nach der Installation die wichtigsten Bestandteile daraus in das neue Home.

Nach erfolgreicher Installation richten Sie zunächst das Netzwerk mithilfe des Sidux-eigenen Tools namens Ceni ein. Es erlaubt die einfache Konfiguration der Datei /etc/network/interfaces. Im Zusammenspiel mit Wpasupplicant und Wpa-gui richtet es aber auch komplexere Szenarien wie Roaming bei Notebooks ein [8].

Fehlen auf Ihrem System Treiber, beispielsweise für verbaute WLAN-Chips, starten Sie das Skript fw-detect. Es unterbreitet Vorschläge, von wo Sie die Firmware bekommen, oder lädt sie im Idealfall automatisch herunter und kopiert sie an die richtige Stelle.

Systempflege

Im Gegensatz zu eher statischen Systemen wie Ubuntu oder Debian Stable erfordert Sidux als Rolling Release systembedingt etwas mehr Aufmerksamkeit. Die neuen Veröffentlichungen bei Rolling-Release-Distributionen sind Snapshots des Repositories zu einem gegebenen Zeitpunkt und dienen nur als Installationsmedium für neue Benutzer. Wer bereits eine installierte Version besitzt, sollte diese kontinuierlich pflegen und aktualisieren, was das Apt-Tool dist-upgrade erledigt.

Um Konflikte – vor allem bei Upgrades von KDE oder X – zu verhindern, starten Sie Dist-upgrade in einem Terminal außerhalb von X. Deswegen verzichtet Sidux auch auf einen grafischen Paketmanager. Damit sich nicht zu viele Pakete ansammeln, empfiehlt das Projekt regelmäßige Upgrades im Abstand von höchstens zwei Wochen. Theoretisch wäre es möglich, das System vier Mal täglich zu aktualisieren, denn in diesem Zyklus frischt Debian die Spiegelserver auf.

Ob ein Dist-upgrade auch jedes Mal den Kernel aktualisiert, entscheiden Sie, indem Sie das Kernel-Metapaket behalten oder entfernen. Sie entfernen einen installierten Kernel nach dem Nachladen des Pakets sidux-kernelhacking mit dem Rootbefehl kernel-remover. Sie sollten jedoch neben dem aktuellen zumindest einen älteren Kernel behalten.

Zwar kommt Sidux auch vollkommen ohne Updates aus, jedoch widerspricht das dem Sinn eines Rolling Release. Dessen größten Vorteile stellt ja die stets aktuelle Software dar, sowie die Tatsache, dass Sie das System jahrelang ohne Neuinstallation pflegen können. Der Autor betreibt beispielsweise völlig problemlos seit drei Jahren ein täglich aktualisiertes System der ersten Stunde.

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