AA_cards_kalidevil_sxc_1128319.jpg

© kalidevil, sxc.hu

PDF-Dateien bearbeiten mit PDFedit

Kleine Tricksereien

PDF-Dokumente gelten gemeinhin als starr, was das Bearbeiten betrifft. Mit PDFedit verändern Sie trotzdem unkompliziert Texte und Grafiken in solchen Dateien.

Das Portable Document Format (PDF) hat sich – nicht zuletzt dank der vom Hersteller Adobe kostenlos verbreiteten Lesesoftware Reader – als plattformübergreifendes Dokumentenformat durchgesetzt. War es einst der teuren Software Acrobat vorbehalten, solche Dokumente zu erstellen, so druckt mittlerweile fast jede Büroanwendung ihre Ausgabe in das portable Dokumentenformat. Da PDF in erster Linie der Anzeige von Dateien dient, und das Bearbeiten meist gar nicht gewünscht ist, braucht es Werkzeuge wie PDFedit [1], um das starre Format aufzubrechen.

PDFedit installieren

Auf der Projektseite finden Sie die Links zum Quell-Tarball pdfedit-0.4.3.tar.gz[2] sowie zu Binärpaketen für Debian, Gentoo, OpenSuse und NetBSD. Unter OpenSuse installieren Sie das Programm aber auch direkt über den Paketmanager, sofern Sie die Multimedia-Repositories von Packman [3] nutzen. Auch Ubuntu und seine Derivate führen zumindest die ältere Version pdfedit-0.4.1 bereits in den Haupt-Repositories. Wollen Sie auf diesen Distributionen das aktuelle PDFedit 0.4.3 nutzen, weichen Sie dazu auf das Debian-Sid-Paket aus [4]: Es versah im Test auch unter "Hardy Heron" problemlos seinen Dienst.

Dokumente laden

PDFedit empfängt Sie mit einem vierteiligen Programmfenster (Abbildung 1). Den größten Raum nehmen hier die üblichen Menü-, Symbol- und Statusleisten sowie die eigentliche Dokumentenansicht ein. Die Kommandokonsole zum Eingeben eigener Skripte und Makros im unteren Teil des Fensters blenden Sie mit der Taste [F8] aus, wenn Sie sie nicht benötigen.

Abbildung 1: Das vierteilige Programmfenster zeigt neben der Dokumentenansicht noch eine Eingabekonsole und den zur Datei gehörigen Objektbaum.

Im rechten Teil des Fensters präsentiert PDFedit den Objektbaum des geöffneten Dokuments, der dessen einzelne Bestandteile aufschlüsselt. Darunter liegt das zugehörige Eigenschaftenfenster. Möchten Sie am PDF nur kleinere Veränderungen vornehmen und sich nicht näher mit dem Aufbau solcher Objektbäume beschäftigen, ignorieren Sie diesen Bereich fürs Erste.

Die Menüleiste unterteilt die Funktionen der Software quasi in drei Teile: Zum einen finden Sie die üblichen Icons zum Öffnen und Verwalten eines PDF-Dokuments. In der selben Zeile sitzen zusätzlich die Symbole zum Einfügen und Gestalten neuer Elemente. Die zweite Werkzeugleiste umfasst Schaltflächen, über die Sie vorhandene Elemente, wie grafische Objekte oder Textpassagen, auswählen und bei Bedarf anpassen.

Dokumente anpassen

Neben dem Öffnen, Sichern und Schließen der PDF-Datei erlaubt PDFedit das Drehen einzelner Dokumentenseiten in 90-Grad-Intervallen. Möchten Sie die gesamte Seite beschneiden oder skalieren, hilft das Symbol weiter, das normalerweise in die Vollbildansicht umschaltet. Dabei skaliert die Software aber nicht im Stile einer Bildbearbeitung, sondern schneidet aus dem vorgegebenen Rahmen fallende Objekte einfach ab.

Wollen Sie in einem mehrseitigen Dokument einzelne Seiten nach vorn oder hinten verschieben beziehungsweise aus dem PDF entfernen, wählen Sie die Seitensymbole mit den entsprechenden Piktogrammen aus. Diese Funktion finden Sie, wie noch einige andere, merkwürdigerweise nicht über die Menüs, sondern ausschließlich über die Werkzeugleisten.

Während der Arbeit fällt auf, dass PDFedit lediglich einfache, möglichst aus Büroprogrammen stammende PDF-Dateien akzeptiert. Im Internet kursierende Dokumente, zum Beispiel Gesetzestexte, liegen meist verschlüsselt vor und verweigern entweder das Öffnen ganz (Abbildung 2) oder verlangen ein Passwort (Abbildung 3). Klicken Sie einfach auf OK, zeigt PDFedit das Dokument zwar an, verbietet aber jegliches Bearbeiten.

Abbildung 2: Verschlüsselte Dokumente verweigern sich dem Anwender entweder ganz …
Abbildung 3: … oder verlangen zum Bearbeiten ein Passwort.

Bei Drucken aus Notensatzprogrammen oder ähnlichen Spezialanwendungen streikt die etwas ältere Programmversion 0.4.1 noch. Sie zeigt das Dokument zwar brav an, quittiert aber jedes Verändern mit einem Absturz. Ab PDFedit 0.4.2 verändern Sie in solchen speziellen Dokumenten zumindest erfolgreich alle Textelemente.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Klarer Favorit
    Brauchbare PDF-Editoren für Linux sind noch Mangelware. Im Vergleichstest stellen sich Suns PDF-Extension für OpenOffice, PDFedit und Cabaret Stage einigen kniffligen Aufgaben.
  • Angemerkt
    Digitale Post-Its im PDF helfen beim Teamwork. Aber nur wenige Applikationen kleben den virtuellen Zettel an die richtige Stelle.
  • Seiten-Puzzle
    Im zweiten Teil unserer Serie zu Postscript und PDF geht es Werkzeuge zum Zerlegen und Zusammenfügen von Dokumenten.
  • Accessibility für PDF-Dokumente
    Barrierefreie PDF-Dokumente lassen sich nicht auf Knopfdruck erzeugen. Um die Zugänglichkeit für die Benutzer sicherzustellen, gilt es die erstellten PDFs genau zu prüfen und noch verbleibende Hindernisse manuell zu beseitigen.
  • Diagramme erstellen mit Yed
    Mit Yed meistern Sie spielend selbst komplexe Flussdiagramme und Objektbäume. Dank intelligenter Ansichten und Hilfsfunktionen behalten Sie immer den Überblick.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 08/2016: Multimedia

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Wie kann man das berichtigen
Udo Muelle, 17.07.2016 20:39, 1 Antworten
Fehlschlag beim Holen von http://extra.linuxmint.com/dists/rosa/main/binary-i386/Packages Hash-S...
Installation Genimotion
Horst Müller, 15.07.2016 17:00, 1 Antworten
Hallo, ich kann Genimotion nicht installieren. Folgende Fehlermeldung habe ich beim Aufruf erh...
Probleme beim Hochfahren der Terastaion 5400 mit Unix-Distrib
Sheldon Cooper, 10.07.2016 09:32, 0 Antworten
Hallo ihr lieben, habe seit zwei Tagen das Problem, das das NAS (Raid5) nicht mehr sauber hoch...
Mit Firewire Videos improtieren?
Werner Hahn, 09.06.2016 11:06, 5 Antworten
Ich besitze den Camcorder Panasonic NV-GS330, bei dem die Videos in guter Qualität nur über den 4...
lidl internetstick für linux mint
rolf meyer, 04.06.2016 14:17, 3 Antworten
hallo zusammen ich benötige eure hilfe habe einen lidl-internetstick möchte ihn auf linux mint i...