Linux auf der Schulbank
Alternative Software für Bildung und Ausbildung
Alternativen vorhanden
Dieser Tendenz ließe sich äußerst wirksam begegnen, wenn grundsätzlich und ausschließlich lizenzkostenfreie Betriebssysteme und Anwendungen in Schule und Ausbildung flächendeckend zum Einsatz kämen. Tatsächlich gibt es im Bereich Anwendersoftware für den Einsatz in den Schulen inzwischen zahllose lizenzkostenfreie Angebote. Auf der Ebene der Betriebssysteme stehen leistungsstarke und zuverlässige Alternativen bereit.
Ein großer Teil lizenzkostenfreier Anwendungen eignet sich selbstverständlich für Ausbildungszwecke. Umfassende und kommentierte Sammlungen solcher Programme und Anwendungen für die Ausbildung stehen unter dem Schlagwort Seminar-CD (Ausbildung) [1] für Leherer oder in einer Variante für Schüler [2] bereit.
Dies wäre ein erster Schritt, ohne sozialer Barrieren allen Schülerinnen und Schülern wie auch dem Lehr- und Ausbildungspersonal auf breiter Basis gut anwendbare Programme zur Verfügung zu stellen. Angesichts der Ausgabefreudigkeit mancher Länder für proprietäre Software und den Verlagsinteressen, ihr proprietären Produkte abzusetzen – wohl wissend, dass hinter jeder gekauften Lizenz eine Anzahl an Raubkopien stehen – erweist sich jedoch der Mangel an Lizenzkosten als echtes Hinderniss.
Bei einer aktiven und eigenverantwortlichen Mediengestaltung muss es darum gehen, Produktionsbedingungen von Medien erkennen und einsehen zu können. Es muss zum Beispiel möglich werden, selbst etwa einen Beitrag zu einem Lokalradio zu entwickeln und zu gestalten. Und selbstverständlich werden sich Mediengestalter mit der Frage quälen müssen, weshalb eigentlich jeder Hersteller einer Videokamera sein eigenes Format schreiben muss und wie dieses Format in ein anderes umgewandelt und lizenzrechtlich korrekt abzuwickeln ist.
Urheberrecht
Und natürlich stellen sich im Rahmen einer medienpädagogischen Qualifizikation Fragen nach den Urheberrechten an Bild- und Textmaterial, die nach kompetenten Antworten verlangen. Es darf nicht angehen, dass eine Lehrperson zu Beispiel ein präsentationsgestütztes Referat aufgibt, ohne sich um die dazu notwendigen Voraussetzungen (beispielsweise das zu verwendende Programm) zu kümmern.
Konsequent zu Ende gedacht drängt sich die Erkenntnis auf, dass das Lernen an und mit Alternativen zwingend für den Aufbau eines medienkritischen Bewusstseins ist. Im Bereich der Software geben quelloffene Anwendungen viele und professionelle Antworten. Auch im Bereich des Betriebssystems bedarf es der Alternativen. Eine davon ist mit dem Begriff "Seminarix" [3] verbunden.
Aus den oben skizzierten Überlegungen heraus ergibt sich für die Frage nach dem Betriebssystem, für den Bereich der Anwendungen sowie die bereit gestellten Materialien (Freie Projekte), dass Lehrer und Ausbilder konsequent auf Quelloffenheit und eine passende Lizenz achten (CCL) sollten, die jedem Interessierten die umfängliche und (im Rahmen der CCL) uneingeschränkte Nutzung erlaubt. Geht es gar um ganze Schulnetze, gibt Skolelinux [4] reichlich Antworten (Abbildung 1).



