Das Portable Document Format (PDF) hat sich – nicht zuletzt dank der vom Hersteller Adobe kostenlos verbreiteten Lesesoftware Reader – als plattformübergreifendes Dokumentenformat durchgesetzt. War es einst der teuren Software Acrobat vorbehalten, solche Dokumente zu erstellen, so druckt mittlerweile fast jede Büroanwendung ihre Ausgabe in das portable Dokumentenformat. Da PDF in erster Linie der Anzeige von Dateien dient, und das Bearbeiten meist gar nicht gewünscht ist, braucht es Werkzeuge wie PDFedit [1], um das starre Format aufzubrechen.
PDFedit installieren
Auf der Projektseite finden Sie die Links zum Quell-Tarball pdfedit-0.4.3.tar.gz[2] sowie zu Binärpaketen für Debian, Gentoo, OpenSuse und NetBSD. Unter OpenSuse installieren Sie das Programm aber auch direkt über den Paketmanager, sofern Sie die Multimedia-Repositories von Packman [3] nutzen. Auch Ubuntu und seine Derivate führen zumindest die ältere Version pdfedit-0.4.1 bereits in den Haupt-Repositories. Wollen Sie auf diesen Distributionen das aktuelle PDFedit 0.4.3 nutzen, weichen Sie dazu auf das Debian-Sid-Paket aus [4]: Es versah im Test auch unter "Hardy Heron" problemlos seinen Dienst.
Dokumente laden
PDFedit empfängt Sie mit einem vierteiligen Programmfenster (Abbildung 1). Den größten Raum nehmen hier die üblichen Menü-, Symbol- und Statusleisten sowie die eigentliche Dokumentenansicht ein. Die Kommandokonsole zum Eingeben eigener Skripte und Makros im unteren Teil des Fensters blenden Sie mit der Taste [F8] aus, wenn Sie sie nicht benötigen.
Im rechten Teil des Fensters präsentiert PDFedit den Objektbaum des geöffneten Dokuments, der dessen einzelne Bestandteile aufschlüsselt. Darunter liegt das zugehörige Eigenschaftenfenster. Möchten Sie am PDF nur kleinere Veränderungen vornehmen und sich nicht näher mit dem Aufbau solcher Objektbäume beschäftigen, ignorieren Sie diesen Bereich fürs Erste.
Die Menüleiste unterteilt die Funktionen der Software quasi in drei Teile: Zum einen finden Sie die üblichen Icons zum Öffnen und Verwalten eines PDF-Dokuments. In der selben Zeile sitzen zusätzlich die Symbole zum Einfügen und Gestalten neuer Elemente. Die zweite Werkzeugleiste umfasst Schaltflächen, über die Sie vorhandene Elemente, wie grafische Objekte oder Textpassagen, auswählen und bei Bedarf anpassen.
Dokumente anpassen
Neben dem Öffnen, Sichern und Schließen der PDF-Datei erlaubt PDFedit das Drehen einzelner Dokumentenseiten in 90-Grad-Intervallen. Möchten Sie die gesamte Seite beschneiden oder skalieren, hilft das Symbol weiter, das normalerweise in die Vollbildansicht umschaltet. Dabei skaliert die Software aber nicht im Stile einer Bildbearbeitung, sondern schneidet aus dem vorgegebenen Rahmen fallende Objekte einfach ab.
Wollen Sie in einem mehrseitigen Dokument einzelne Seiten nach vorn oder hinten verschieben beziehungsweise aus dem PDF entfernen, wählen Sie die Seitensymbole mit den entsprechenden Piktogrammen aus. Diese Funktion finden Sie, wie noch einige andere, merkwürdigerweise nicht über die Menüs, sondern ausschließlich über die Werkzeugleisten.
Während der Arbeit fällt auf, dass PDFedit lediglich einfache, möglichst aus Büroprogrammen stammende PDF-Dateien akzeptiert. Im Internet kursierende Dokumente, zum Beispiel Gesetzestexte, liegen meist verschlüsselt vor und verweigern entweder das Öffnen ganz (Abbildung 2) oder verlangen ein Passwort (Abbildung 3). Klicken Sie einfach auf OK, zeigt PDFedit das Dokument zwar an, verbietet aber jegliches Bearbeiten.
Bei Drucken aus Notensatzprogrammen oder ähnlichen Spezialanwendungen streikt die etwas ältere Programmversion 0.4.1 noch. Sie zeigt das Dokument zwar brav an, quittiert aber jedes Verändern mit einem Absturz. Ab PDFedit 0.4.2 verändern Sie in solchen speziellen Dokumenten zumindest erfolgreich alle Textelemente.



